Nitrogods - Roadkill BBQ

Review

Galerie mit 21 Bildern: Nitrogods - Rockharz Open Air 2016

Lemmys Tod ist jetzt auch schon fast anderthalb Jahre her. Wir wissen, dass niemand die menschliche Lücke, die er hinterlassen hat, zu füllen vermag. Aber vielleicht gibt es ja einen musikalischen Nachfolger auf das Erbe MOTÖRHEADS. Anbieten würde sich das Allstar-Trio NITROGODS um den ehemaligen PRIMAL FEAR-Gitarristen Henny Wolter, den FREEDOM CALL-Drummer Klaus Sperling und den Bassisten/Sänger Claus „Oimel“ Larcher. Mit ihrem selbstbetiteltem Debütalbum und „Rats & Rumors“ konnten sie sich schon eine kleine Fangemeinde aufbauen. Diese soll nun mit dem Drittwerk „Roadkill BBQ“ (der Titel geht auf den Vorschlag zurück, wie die Band ein überfahrenes Eichhörnchen bestatten sollte) vergrößert werden.

Kurz, griffig, dreckig

Mit dem Opener ‘Rancid Rock’ macht das Trio gleich mal klar, was den Hörer auf dieser Platte erwartet: Kurze, griffige, dreckige Rocksongs, die in der Tradition von MOTÖRHEAD stehen, aber einen höheren Blues-Anteil besitzen. Am Deutlichsten macht sich diese Verbindung im dritten Track ‘My Love’s A Wirebrush’ bemerkbar. Allerdings muss angemerkt werden, dass die Blues-Gitarre in diesem flotten Stück ziemlich deplatziert wirkt. Besser funktioniert das beim nachfolgenden ‘Boogeyman’, welches einen packenden Rhythmus und ein arschcooles Riff zu bieten hat.

Und es geht noch weiter: ‘Bad Place Wrong People’ hätte auch auf den letzten MOTÖRHEAD-Alben stehen können, ebenso wie andere Stücke vom “Roadkill BBQ”. Eine gesonderte Erwähnung verdient noch ‘The Price Of Liberty’, welches deutlich langsamer und länger (knackt als einziger Song die Vier-Minuten-Marke) als der Rest der Platte ausfällt. Gerade nach diesem Ausreißer schleichen sich aber mehr und mehr Nummern ein, die zwar durchaus “nett” sind, aber gegenüber den anderen Nummern doch abfallen. Dazu kommt, dass einem das Wort MOTÖRHEAD-Klon nie so richtig aus dem Kopf will. Das liegt u.a. auch an ‘Wheelin’, wo mit aller Deutlichkeit Zitate der Briten bemüht werden. Zum Abschluss haben wir mit der THE WHO-Hommage ‘Where Have The Years Gone’ aber doch noch ein überzeugendes Lied.

“Roadkill BBQ” gut zum nebenher hören geeignet

Natürlich ist “Roadkill BBQ” kein Must-Have. Dazu hat es zu viele Strecker und ist zu nah an MOTÖRHEAD. Dennoch beinhaltet die Scheibe genauso viele kurzweilige Tracks, die zum mitwippen einladen. Als unaufgeregte Begleitung für die nächste Grillparty sind die NITROGODS definitiv geeignet.

P.S.: Die “Nachspeise” kann man sich getrost schenken. Beide Bonus-Tracks fallen in die Kategorie (Surprise) Füller. Und die “limitierte Fanbox” enthält die EP “Tribute To Lemmy”, auf der die totgenudelsten Songs von MOTÖRHEAD gecovert wurden.

09.06.2017

Normal kann ja jeder!

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9 Kommentare zu Nitrogods - Roadkill BBQ

  1. Thomas Müller sagt:

    selbstgefälliger Kommentar……wie alt der Schreiber wohl ist……20? Hält wahrscheinlich Rock am Ring auch für ne Rockveranstaltung…..

    9/10
    1. Doktor von Pain sagt:

      Was an dem Review (Kommentar…?) selbstgefällig sein soll, wüsste ich ja schon mal gerne. Oder wurde dieses Wort nur benutzt, weil es so gut klingt?

      1. Thomas Müller sagt:

        “kein must have” …”kann man sich getrost schenken”….” durchaus nett”….”deplatziert..” …..”zu viele Strecker” …..”zu nah an motörhed”…..das alles belegt die Darstellung einen EIGENEN Geschmackes und keinesfalls eine nötige Objektivität.

        9/10
    2. Doktor von Pain sagt:

      Das ist die Meinung des Rezensenten, aber die hat doch mit Selbstgefälligkeit nichts zu tun. Ein Review hat IMMER mit dem persönlichen Geschmack zu tun, reine Objektivität kann da gar nicht existieren. Für mich hört sich deine Kritik ungefähr so an: “Der Reviewer mag ein Album, das mit gefällt, nicht ganz so wie ich, also ist er nicht objektiv.” Das ergäbe natürlich überhaupt keinen Sinn, denn Geschmäcker sind halt verschieden. Übrigens will ich werder den Verfasser der Rezension noch das Album in Schutz nehmen oder schlechtmachen – ich kenne nämlich keines/keinen von beiden.

    3. Doktor von Pain sagt:

      Den Eindruck macht das Review auf mich nicht. Liegt vielleicht doch an der Meinungsverschiedenheit…

  2. Bluttaufe sagt:

    Dass NITROGODS auf MOTÖRHEAD abfahren hört man. Mir fehlen in dem Review aber die Querverweise zum Psychobilly. Gerade DEMENTED ARE GO dürfte bei ihnen einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben.

  3. Thomas Müller sagt:

    hier mal meine ( unprofessionelle ) Review ohne Beachtung schreibstilistischer Blüten.

    Roadkill BBQ – Das 3. Album der Nitrogods. out 26.05.2017

    1. Rancid Rock genau so kommts rüber. Etwas sperrig, aber so sind sie eben. Mach ett laut !
    2. Roadkill BBQ, ein Stampfer, ein Mitsinger, ein Blues, ein Rock, ein Rockn Roll
    3. My love is a wirebrush….schön aggro mit viel Gas, es peitsch nach vorne
    4. Boogyman …ein Thema was uns allen aufgezwungen wird. Terror. Die Band hat es düster und schwer umgesetzt
    5. Bad place, wrong peolpe….uuh….Titel sagt alles, genau so ist der Song. Ich liebe ihn!
    6. Wheelin`….Harley fahren….mit 1000 Mann….so kommt das Lied daher. und raufgeschaltet, schneller
    7. A los muertos. “Spanmisch” machen sie ja gerne mal zwischendurch. Der Song geht so. ist ok.
    8. The price of liberty. Mir etwas zu getragen, aber musikalisch trotzdem gut
    9. Race to ruin. schön zum abtanzen.
    10. I hate – jepp. Musikalisch wirklich ein Schritt weiter als auf dem 2. Album. Ich mag dieses hell agressive…geil
    11. Father . Kloppt mich nicht so aus der Furche.
    12. Where have the years gone tja…das fragt man sich, wenn man so an sich runter guckt. Wenn man allerdings den Sound hört, ist man jung.
    13. Russian rocket – Ein sogenannter Bonustrack….Henny prollt schön rum….gefällt mir. Vor allem die motörhead Zitate….out to lunch…
    14.Did Jesus turn water into beer…hätte er mal, vielleicht wäre er dann heute mein Gott……ein schwerer getragener Rocker zum Schluss des Albums. Oimel rockt das Ding mit seiner schweren Stimme und seinem dunklen Bass in Grund und Boden. (positiv gemeint)

    und das alles in unter 60 Minuten…da weißte wie weit der Gashahn aufgerissen ist !

    Das Album braucht Lautstärke. Ist nix für nebenbei.

    1. Winterpercht sagt:

      Wenn metal.de so schreiben würde, würde ich mir keine einzige Review mehr durchlesen. Dann lieber so wie oben, denn da erkenne ich sofort, warum es eben “nur” 6/10 sind. An sich mag die Platte cool, aber eben auch zu sehr von Motörhead inspiriert sein. Dafür sind 6/10 sogar noch recht großzügig. Was an der Rezension “selbstgefällig” sein soll, mag ich nicht einmal anhand der Beispiele erkennen.

      1. Thomas sagt:

        ich schrieb ja auch eingangs ” meine unprofessionelle! Review”
        und ja, alles eine Frage der Auffassung.
        Auf mich wirkt die Review eben “dahingeklatscht” und lieblos. Hauptsache was geschrieben.
        Es ist völlig ok, eine Platte nicht gut zu finden die ich persönlich gut finde – DAS ist nicht der Stein des Anstoßes für mich. Aber es geht wahrlich auch noch schlechter, wenn ich mit die Review im Metal Hammer durchlese. Dagegen ist diese hier professionell und hoch zu loben!