Nycticorax - Anima Tenebrarum

Review

Nachdem ich mich soeben einige Male durch “Black Raven… Dark Night”, dem 2006er Album von NYCTICORAX gehört, oder vielleicht doch eher gequält habe, habe ich jetzt direkt das Vergnügen mit dem Nachfolger. “Anima Tenebrarum” ist bereits 2011 erschienen und wenn man dem Booklet Glauben schenken darf, stammt das enthaltene Material sogar aus dem Jahr 2007. Also schon ordentlich muffig, nicht?

Aber ganz so ist das nicht, denn eine Entwicklung ist bei NYCTICORAX durchaus zu hören, vor allem am Sound hat sich etwas getan. Die Gitarren wirken nicht mehr ganz so saftlos und auch das Gesamtbild hat sich, abgesehen von den immer noch sehr dünnen Drums, merklich aufgehellt. Ein weiterer Pluspunkt an “Anima Tenebrarum” ist, dass gänzlich auf unnötige Zwischenspiele verzichtet wurde, die noch auf dem Vorgänger mächtig Nerven gekostet haben. Leider heißt das aber nicht, dass das dritte Album der Letten nun ein gutes wäre – es ist nur nicht mehr ganz so eindeutige Rohstoffverschwendung.  Das ist vor allem deshalb schade, weil in Ansätzen der Pfad der Banalität verlassen wird und gerade in seichterem Tempo durchaus etwas Spannung aufkommt. Hier stechen vor allem “Вампиры” und “Amduscias” hervor. Auch “True Life” verirrt sich in beinahe erträgliche Gefilde, ist mit seinem sacht groovenden Midtempo sogar fast eingängig. Aber das war es dann auch mit Lob, der Rest der Platte ist dann nämlich wieder mäßiges und vor allem zeitraubendes unteres Mittelmaß.

So zählen NYCTICORAX auch heute nicht zu den wirklich originellen Bands im Black Metal-Spektrum und bevor hier ein falscher Eindruck entsteht, auch die angesprochenen Songs verdienen  nicht das Prädikat “muss man gehört haben”, sie sind nur einfach deutlich besser als der Rest. Wie dem auch sei, neben dem nach wie vor putzigen Gekeife, das auf “Anima Tenebrarum” immerhin etwas mehr Biss hat, sticht bei NYCTICORAX einfach nichts so richtig heraus und somit verpasst auch niemand was, wenn er das Album ungehört liegen lässt.

30.07.2012

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