Obscura - Retribution

Review

Galerie mit 14 Bildern: Obscura auf dem Summer Breeze Open Air 2016

Als “Extreme Metal Art” titulieren die jungen Burschen von OBSCURA das, was sie auf ihrem Debüt “Retribution” zelebrieren. Und es ist wahrhaft eine Kunst auf hohem technischen und songwriterischem Niveau, was die Bajuwaren hier auf den geneigten Knüppelfan loslassen. Munter werden hier Fragmente aus den Bereichen Death, Thrash und Black zusammengewürfelt und lassen “Retribution” zu einem wahren Juwel der deutschen Underground-Szene werden.

Vor vier Jahren begannen Gitarrist Steffen Kummerer und Drummer Jonas Baumgartl im zarten Alter von 15 bzw. 17 Jahren gemeinsam Musik zu machen. Schon damals reifte die Idee sich den altbekannten musikalischen Klischees zu widersetzen, was ihnen auf “Retribution” überraschend oft, und vor allem mit einer bemerkenswerten musikalischen und kompositorischen Reife gelingt.
OBSCURA schaffen die halsbrecherische Gratwanderung zwischen traditionellen Songstrukturen und abgedrehter Polyrhythmik und Akustik- und Celloeinlagen. Das ganze dringt (noch) nicht in ATHEISTische Sphären vor, aber gerade das steht OBSCURA gut zu Gesicht. Man verharrt mal ein paar Takte länger in einem Tempo und schafft so eine gewisse Eingängigkeit, um danach die Fingerbrech-Einlagen noch komplexer erscheinen zu lassen.
Hier sitzt fast alles: Feine Thrash-Riffs lockern die Songs ungemein auf, feine Leads lassen aufhorchen, dazwischen wird geknüppelt und geblastet, was das Zeug hält. Durchdacht und wirkungsvoll, hier wird noch eben der Helm aufgezogen, bevor man den mit dem Kopf durch die Wand rammt. Geil, geil und nochmals geil!
Wer kann bei Songs “Nothing” (mit beschwörend-düsterem Refrain), “None Shall Be Spared” oder “Hymn To A Nocturnal Visitor” oder dem arschgeilen DEATH-Cover (“Lack Of Comprehension”) denn bitte stillsitzen?
Textlich wandelt man auf den alten, eingeschlagenen Pfaden hin zu den dunklen Abgründen und Ängsten des menschlichen Daseins, lässt aber durchaus auch Platz für feinfühlige Assoziationen.
Aufgenommen wurde in den Mastersound-Studios von Alex Krull, der die Songs in ein angemessenes Soundgewand verpackte, allenfalls die Drums könnten etwas organsicher klingen.

“Retribution” zeigt, warum OBSCURA fortan nicht mehr nur als ein Albumtitel mit GORGUTS in Verbindung gebracht wird, sondern sich hinter diesem Namen eine der talentiertesten Krachkapellen Deutschlands verbirgt.
“Retribution” zeigt auch, warum OBSCURA nach nur einem Demo und vor dem Release dieser Scheibe die Veteranen von SUFFOCATION auf deren Europa-Tour begleiten durften.

Hut ab vor einer der talentiertesten Bands des deutschen Undergrounds.
Liebhaber der extremen Tonkunst sollten sich dieses Juwel unbedingt zu Herzen (und Ohren) führen!

13.01.2007

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1 Kommentar zu Obscura - Retribution

  1. Anonymous sagt:

    Da zücke ich sogar noch einen Punkt mehr. Eine wirklich supergeile Scheibe. Reviewleser, die ob der Erwähnung, hier würden mehrere Stile miteinander vermischt, keinen Bock mehr auf die Scheibe haben, sei gesagt, dass dies halb so wild ist. Denn die Band schüttelt alles so dermaßen locker aus dem Ärmel, dass einem die Freudentränen kommen. Frickeldeath, Dissection-Anleihen (z.B. in "None shall be spared"), Geblaste…alles wirkt absolut stimmig. Ich bin begeistert! Ein Mikromanko: der "Gesang", etwas tiefer könnte meines Erachtens nach sein. Ansonsten: Daumen hoch!

    9/10