Ortega - A Flame Never Rises On Its Own

Review

Auf ihrem Debüt “1634” waren mir die Niederländer mit ihrer Mischung aus Sludge, Postrock und Metal noch zu diffus und unspektakulär – und diesen Eindruck können sie auch mit der EP “A Flame Never Rises On Its Own” nur bedingt korrigieren. Denn die drei Songs mit einer Spielzeit von einer halben knappen Stunde klingen mir nach wie vor zu inhomogen und unrund.

Das ist insofern schade, als dass mir der musikalische Ansatz der Niederländer durchaus zusagt: Songs mit Überlänge, verschachtelte Arrangements und sparsam eingesetztes, rüdes Geschrei. Allerdings wurde in meinen Augen ein Fehler des Vorgänger-Werks wiederholt: der schwache Sound. Wie schon auf “1634” wirkt die Abmischung über weite Strecken unausgewogen, die Drums separieren sich an vielen Stellen von den teils viel zu dröhnigen Gitarren und ergeben kein stimmiges Gesamtbild.

Dabei haben ORTEGA durchaus ihre Momente: So bietet “Ritual” beispielsweise düsteres Post-Metal-Flair, wobei Erinnerungen an AMENRA wach werden – es ist auch deswegen der überzeugendste Track der Platte, weil hier der Sound noch am ehesten stimmt. Der andere Zehn-Minuten-Song “The Entity” hingegen offenbart die eingangs angesprochenen Probleme: nach stimmungsvollem Auftakt driftet der Song ins klangliche und dramaturgische Stückwerk ab. Dazu klingen einige Stellen rhythmisch etwas unrund.

Letztlich zeigt “A Flame Never Rises On Its Own”, dass sich ORTEGA trotz großen Potenzials und Experimentierfreude noch nicht so recht sortiert haben. Ich stelle mal folgende Hypothese auf: Da ich keinerlei Hinweise auf einen Produzenten/Aufnahmeleiter finden konnte, scheint es sich hier um einen selbst-produzierten Langspieler zu handeln (sollte dem nicht so sein – Asche auf mein Haupt). Vielleicht wäre es dann doch besser, sich noch jemanden ins Boot zu holen, der die ganze Geschichte etwas begleitet, was Songwriting und vor allem den Sound angeht. Anderenfalls habe ich im Moment keine große Hoffnung, dass aus dieser wirklich veranlagten Truppe noch etwas Ernstzunehmendes wird. Ich lasse mich aber gern eines Besseren belehren.

19.01.2013

"Am Ende isses immer Arbeit."

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