Paara - Riitti

Review

Black Metal aus Finnland ist nun wirklich eine häufige Angelegenheit, allerdings haben PAARA mit ihrem Debüt “Yön Olevainen Puoli” (2015) nicht schlecht vorgelegt, sodass der Nachfolger “Riitti” nicht unbeachtet bleiben soll.

PAARA oder: „Was wäre wenn?“

Das erste Stück “Viimeinen virta” ist im Grunde symptomatisch für die beiden Herzen in meiner Brust. Sicherlich ist der episch bis folkige Einklang des Stücks stimmungsvoll und gut aufgebaut. Allerdings dauert es geschlagene acht Minuten bis die Raserei in Form des Black Metals durchschlägt. Sodann reißt “Viimeinen virta” den Hörer mit in die melodischen Höhen und Tiefen des skandinavischen Black Metals. Ganz stark, aber wie gut wäre erst die fünfzehnminütige Ausgestaltung des Stücks unter dem Banner Black Metal gelungen? Denn eines ist sicher, an Ideen in Sachen Riffing, Songwriting und Melodieführung mangelt es PAARA keinesfalls. Besonders die abschließende Synthese mit epischen Chören und Elementen des Intros zeigt die Stärke der Band. Dem Vorlauf hätte allerdings eine Kürzung nicht schlecht zu Gesicht gestanden.

PAARA – klassischer Look, klassische Klänge

Das nachfolgende Stück “Hurmeen hauta” reißt sodann alle Dämme nieder und stellt das stärkste Stück des Albums dar. Mit treibenden Gitarren, eingängigen Gesangslinien und BURZUM-esken Keyboards der Marke minimalistisch treiben PAARA einen tiefen Pflock in den schwarzmetallischen Grund. Nochmal – 40 Minuten auf diesem Niveau und Ausprägung und das Jahr 2018 wäre um eine Bewertung mit neun bis zehn Punkten reicher.

Die beiden abschließenden überlangen Stücke “Suon sydän” und “Kuiskaus pimeästä” gehen gemächlicher zu Werke und sind durchaus gefällig. Der Endteil des ersten Stücks und das sehr starke “Hurmeen hauta” werden allerdings nicht mehr erreicht.

Summa summarum

“Riitti” ist ein extrem kurzweiliges zweites Album der Finnen PAARA geworden, welches mit einem klareren Fokus auf schwarzmetallische Inhalte durchaus noch für höhere Gefilde der Bewertung geeignet gewesen wäre. Dennoch bleibt es bei einer Kaufempfehlung, denn insgesamt ist PAARA ein gutes zweites Album geglückt.

04.02.2018

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