Parasite Inc. - Time Tears Down

Review

Galerie mit 15 Bildern: Parasite Inc. auf dem Summer Breeze Open Air 2016

PARASITE INC. machen ernst und schließen mit „Time Tears Down“ an ihr 2010er selbstbetiteltes Demo an. Diese Eigenproduktion hatte ich damals im Internet entdeckt und vor lauter Begeisterung direkt bei der Band geordert, ein Großteil der Stücke ist nun auch auf dem aktuellen Album enthalten. In Erinnerung behalten habe ich die Aalener Truppe als geballte Faust, die stetig nach vorne schnellt und genauso klingt auch das erste vollwertige Album. Jawohll!

PARASITE INC. gehen also weiterhin sehr forsch vor und haben sich das Bandgefühl und dieses beispielhafte Zusammenspiel bewahrt. Jeder Musiker gibt seinen optimalen Anteil, keiner spielt sich unnötig in den Vordergrund und PARASITE INC. klingen durchweg stark einheitlich. Sehr angenehm, ebenso wie eine erneute Begegnung mit „Chaos Inside“, einem Melodic Death Song, wie man ihn sonst von ruppigen Genregrößen wie ARCH ENEMY oder AMON AMARTH erwarten könnte. Das messerscharfe Riffing ist weiterhin zwingend und PARASITE INC. wissen, wie man Spannung hält ohne dabei das größte Fass aufzumachen. Der Hörer wird regelrecht eingekesselt und besonders die gedoppelten Drohgebarden wissen zu gefallen.  Auch die Gitarristen hätten durchaus Potential, ihr Talent und Können zu demonstrieren, jede Note sitzt punktgenau und die Saitenverantwortlichen zünden so manches Feuerwerk. Gleiches gilt für den Drummer, der nicht ausschließlich auf Prügelattacken setzt, sondern noch dazu für packende Akzente sorgt und im richtigen Moment auch einfach mal die Finger stillhalten kann.

Als weitere Höhepunkte sind das trickreiche „Scapegoat“ und das fiese „Hatefilled“ zu nennen. Beide Stücke legen falsche Fährten und führen den Hörer an einen ganz anderen Punkt als erwartet, stets auf hohem Niveau und mit interessanten Wendungen, die die Lieder knackig und den Hörer bei der Stange halten. Über alldem thront der Gesang, der stets harsch aber auch überaus variabel klingt. Die Strophen werden gekeift und im Refrain gibt es dann mächtiges Gebrüll, nicht nur im Gesang sondern in allen Sparten zeigen sich die Parasiten durchaus vielfältig. Konstante Härte und enormen Druck weisen durchweg alle Stücke auf, allerdings schwanken die musikalischen Nuancen erheblich. Das wiederum macht es schwer „Time Tears Down“ eindeutig zuzuordnen und auf eine Richtung festzulegen. Der Bonustrack „Dead Life“ schwappt irgendwo zwischen Symphonic / Power Metal und Pirate Metal hin und her. Back For War“ schwingt den erbarmungslosen Thrashhammer, der wiederum ist riffgetränkt in Pagan Metal und wartet im Mittelteil mit einem grandiosen Riff auf. PARASITE INC. halten einige Bastarde auf  ihrem Album bereit und genau das macht „Time Tears Down“ so interessant und hörenswert.

 

11.09.2013

Ressortleitung Social Media (Google+), Ressortleitung Specials ... und bis obenhin vollgestopft, mit Träumen und mit Hoffnungskram ...

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