Primordial - All Empires Fall

Review

Galerie mit 13 Bildern: Primordial auf dem Summer Breeze Open Air 2016

PRIMORDIAL sind wohl eine der wenigen Bands, die weit über irgendwelche Scheuklappen hinaus auf Gegenliebe stoßen und sowohl auf CD als auch Live Massen begeistern können. Seit 1987 gibt es die Band, damals noch unter diversen anderen Namen gehandelt, bereits und erst jetzt kommt mit “All Empire Falls” eine DVD auf den Markt. Überraschend! Denn, wer kennt es nicht, es kursieren DVDs von manchen Bands bereits nach der ersten Veröffentlichung, oder es kommen auf zehn Alben, zehn DVDs, die meist nur aus unnötigem und sich tausendfach wiederholenden Material bestehen, völlig überflüssig also.

Nicht so PRIMORDIAL. Die Doppel-DVD ist vollgestopft bis oben hin und behält dabei einen Qualitätsstandard bei, der so manche Bands völlig vor Neid erblassen lassen dürfte. Die erste DVD beinhaltet dabei eine extra für die DVD mit fünf Kameras gefilmte Show aus der Heimatstadt des Trupps, Dublin. Natürlich ist der Gig nachbearbeitet worden, aber exzellent, denn trotz der gehobenen Soundqualität verliert die Show nicht an Feeling. So dürfen Fans sich auf geniale Stücke wie z.B. “As Rome Burns”, “The Coffin Ships” oder wirklich altes Material wie “Fuil Arsa” freuen. Frontmann Alan Nemtheanga versprüht dabei den gleichen Charme, wie man ihn bereits von Konzerten her kennt und reißt den vor der Bühne stehenden Pulk völlig mit sich. Die Kameras haben dabei einen spontanen Charakter, zoomen teilweise beabsichtig überzogen heran, filmen Alans Stifel oder lassen mal den Kopf eines Zuschauer davor, sodass man manchmal an eine Amateuraufnahme denken könnte, aber dem ist mitnichten so. Alles ist genau darauf ausgelegt, dass Gefühl und die Emotionen, die PRIMORDIAL auf ihren Shows vermitteln auch auf den Fernseher daheim zu transportieren und das gelingt beinahe durchgehend!

Auf der zweiten DVD ist der Schwerpunkt die Banddokumentation. Aber wer eine langweilige Geschichte erwartet, liegt vollkommen falsch. PRIMORDIAL präsentieren sich sympathisch und sehr bodenständig und lassen ihre komplette Bandgeschichte noch einmal Revue passieren. Garniert wird das ganze von Ausschnitten und Fotos aus “alten Zeiten”, als die Jungs noch mit Corpsepaint unterwegs waren und Alan noch lange Haare hatte, wirklich spannend. Auch die Erklärung der Texte und Ansichten der Band hat einiges zu bieten. An dieser Stelle fällt besonders auf, dass es sich bei PRIMORDIAL nicht um eine gewöhnliche, auch nur irgendwelchen Trends nacheifernde Band handelt, sondern dass die Jungs wirklich, auch nach über zwanzig Jahren, mit allem was sie haben dabei sind. Gefühlvoll, beinahe zärtlich erzählt vor allem Alan über die bewegenden Erlebnisse der Band und auch das, was sie auszudrücken vermögen.

Wer bis dahin immer noch nicht völlig erschlagen ist von PRIMORDIAL, der darf sich noch an dem “Bonus Material” erfreuen. Hier gibt es nicht etwa schlecht aufgenommen Videos oder langweilige Fotostrecken, sondern noch mal einiges an qualitativ guten, aber nicht so glänzend nachproduzierten Liveaufnahmen vom Ragnarök Festival, dem Hove Festival und dem Graspop Metal Meeting, alle von 2008.

Was lässt sich also festhalten? PRIMORDIAL legen nicht nur mit ihren CD-Veröffentlichungen die Latte ganz weit nach oben, sondern zeigen auch, wie man mit einer DVD jeden Fan vollkommen begeistern kann. Die randvoll gepackte DVD ist zu keinem Zeitpunkt langweilig, beinhaltet keine Ausschussware und ist ein liebevoll gestaltetes Geschenk an alle Anhänger der Band. Ein Pflichtkauf für jeden, der sich die Atmosphäre von PRIMORDIAL-Gigs ins heimische Haus holen möchte und vor allem für alle, die noch offene Fragen haben, Hut ab für diese Veröffentlichung!

Wer noch ein paar Kröten mehr springen lässt, kann sich übrigens noch die Special Version der DVD holen, bei der noch zwei CDs mit der Show aus Dublin beiliegen.

12.03.2010

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