Robert Pehrsson's Humbucker - Robert Pehrsson's Humbucker

Review

Die Kunst bei Classic Rock ist die Komposition von Songs, die zwar eingängig und reduziert, aber zu keiner Zeit banal sind. Insofern ist es beruhigend, wenn ROBERT PEHRSSON nicht aus einer kleinstädtischen Top40-Kneipe kommt, sondern schon viele Jahre musikalisch gewirkt hat. Bands wie DEATHWITCH, TOMAHAWK oder IMPERIAL STATE ELECTRIC kennt zwar kein Mensch, nichtsdestotrotz gibt es an seinem Verständnis für das Genre spätestens nach dem vorliegenden Solo-Debüt keinen Zweifel mehr. Bei einer Spielzeit von nur knapp über 30 Minuten fällt aber umso unangenehmer auf, dass es zwischen etlichen Ohrwürmern auch mal nichtssagender zugeht.

Das ist zwar schade, tut aber weniger weh, als bei anderen Alben. Denn ROBERT PEHRSSON’S HUMBUCKER besticht durch ein großes Verständnis von Atmosphäre und Flair. Egal ob man Classic Rock mit schnodderigen Eckkneipen, den 70ern oder Wochenendpartys in Gemeindehallen verbindet: PEHRSSON versetzt den Hörer an genau diesen Ort. Ein MICHAEL MONROE arbeitet zwar in der Komposition deutlich opulenter und abwechslungsreicher, erzielt aber nur selten diesen Effekt. Ob man das gut findet, hängt von der Erwartungshaltung ab, die man generell an moderne Platten dieses Genres anlegt.

Dementsprechend schizophren stehe ich ROBERT PEHRSSON’S HUMBUCKER auch gegenüber. Ein überdurchschnittlich gutes Alben ist es in jedem Fall. Aber auch starke Songs wie “Wasted Time”, “Running For Shelter” oder “Can’t Change” hat man woanders schonmal besser gehört. Trotzdem macht es unglaublich viel Spaß. Und es fallen ständig neue Situationen ein, in denen man es hören will: Vor Partys, auf dem Weg zum Bäcker, nachts auf der Autobahn. In anderen musikalischen Genres hat sich das Prinzip durchgesetzt, Sampler nach Stimmungen zusammenzustellen. Wie etwa “Barjazz” oder “Wohlfühlklassik”. ROBERT PEHRSSON’S HUMBUCKER ist so etwas. Und ich bin sicher, dass sich auch in Zukunft noch einige Gründe finden lassen, das Album aus dem Regal zu nehmen.

29.11.2013

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3 Kommentare zu Robert Pehrsson's Humbucker - Robert Pehrsson's Humbucker

  1. Wisigoth sagt:

    Imperial State Electric ebenfalls unter “Bands, die kein Mensch kennt” zu führen ist gut, Stichwort Nicke Hellacopters “neue” Band, die es schon vier Jahre gibt und drei (gute) Alben veröffentlicht haben.. 🙂

  2. Heiko sagt:

    Fantatstisches Album, dessen einziges Problem darin besteht, dass es viel zu kurz ist

    9/10
  3. Doktor von Pain sagt:

    Fantastisch ist da gar nix, sondern nur mittelmäßig. Hier ist eher lahmer Altherren-Rock als Action Rock à la Hellacopters oder Gluecifer angesagt.