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Sepultura - Against

Review

Galerie mit 27 Bildern: Sepultura - Rock am Härtsfeldsee 2017

Aus eins mach zwei: Sänger Max trennte sich von der Band und spielt nun mit Soulfly die Roots nach. Die verbliebenen Mannen von Sepultura ließen weit mehr Zeit ins Land vergehen, schlagen nun aber mit neuem Sänger (Derrick Green) und solch hochkarätiger Unterstützung wie Jason Newsted von der Ex-Metal-Band Metallica zurück. Aber hat es was gebracht? Leider nein! Was Sepultura mit dieser CD abliefern, könnte orientierungsloser nicht sein und man kann sich kaum vorstellen, daß diese Band einst solche Perlen wie Arise oder Chaos A.D. unter die Leute brachte…! Die Vocals setzen sich zusammen aus identitätslosem Gebrülle oder kornigem Sprechgesang. Die Musik wirkt vollkommen zusammengestückelt. Die einzelnen Stellen, ob langsam oder schnell, ob mit gesprochenen Vocals oder Gebrülle oder dem absolut schlechten Gegrunze und Gekreische bei “Reza”, ob orientalisch oder an Hip Hop angelehnt oder Thrash/Punk-lastig klingen für sich genommen sehr gut, zusammen ergibt sich aber eine unzusammenhängende Masse. Teilweise erinnern die Songs auch verdächtig an Roots, so als hätte die Band nicht mehr gewußt wie sie weitermachen soll und sich auf die alten Werte zurückbesonnen. Tracks wie “Boycott” weisen so viele Gemeinsamkeiten mit “Roots Bloody Roots” auf, daß man unweigerlich erwartet, gleich den Refrain aus dem Song des Vorgängeralbums zu hören, genauso wie “Tribus” einen sofort an “Ratamahatta” erinnert und man bei “F.O.E” noch weiter zurückgeht, nämlich zu dem Chaos A.D.-Song “Territory”. Das ist vor allem schade, da Sepultura sich bislang durch ein kraftvolles “nach-vorn” auszeichneten und die einzelnen Alben nur wenig mit Vergangenem zu tun hatten. Doch das alles scheint mit Max gegangen zu sein. Daran ändern auch nicht die recht brauchbaren langsamen Stellen wie in “Common Bonds” oder das recht gute “Hatred Inside” von Jason etwas: Sepultura anno 1998 sind paralysiert und trotten orientierungslos in der Gegend rum. Jegliches musikalisches Verständnis scheint mit Max von ihnen gegangen zu sein. Hier wird versucht, Vergangenes mit Gegenwärtigem zu vermischen, ohne daß die Band weiß aus was das Gegenwärtige besteht. Verzweifelt wird versucht, an Roots anzuknüpfen, ohne daß klar zu sein scheint, was diese CD ausgemacht hat. Chaos ist das Ergebnis und die Aussage der Band im Visions 69, der ersten CD von Soulfly würde eine musikalische Struktur fehlen und sie sei “chaotisch und ohne Linie” zeugt von einer krassen Selbstüberschätzung. Verwirrung findet sich beim Rezensenten ein, der jetzt wieder den Tribute-Sampler rausholt und sich die Death Metal-Version von “Territory” anhört. Damals wußte die Band noch, was für Musik sie spielt… Und bei all der Enttäuschung über dieses Album kommt ihm auch wieder in den Sinn, daß Metal-Bands mit schwarzen Bandmitgliedern irgendwie keinen richtigen Metal mehr spielen. Liegt wahrscheinlich an der anderen Mentalität, denn Japaner tun sich ja in “lebendigem” Metal auch schwer…

21.08.1998

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2 Kommentare zu Sepultura - Against

  1. sascha sagt:

    Ich stimme dem review zu 100 % zu!
    Jedoch sind 4 Punkte zuviel für so einen Mist!
    Zwei Punkte, für srettelnweise ganz nette ansätze

    2/10
  2. Leif sagt:

    Sepultura befindet sich in einer schwierigen Lage. Mit neuem line up alte Glanztaten kopieren so wie Soulfly oder zurück ans Reißbrett und kreativ werden? ! Andreas und co haben die richtige Entscheidung getroffen und sich für letzteres Entschieden. Zeitgleich besinnen sie sich auf ihre wahren Roots nämlich den Hardcore/Punk was perfekt Sinn ergibt zeichnet sich Stimmwunder Derrick schließlich als ein Veteran des HC/Punk Undergrounds der USA aus. Die durch Chaos AD und Roots etablierten Tribal/Ethno Elemente kommen natürlich nicht zu kurz jedoch deutlich brillianter als der fade Soulfly Aufguss denn sich der Japanischen Trommelkunst zu bedienen beweisst sich als Geniestreich und macht einmal mehr klar Sepultura sind und bleiben die Speerspitze im Bereich Kreativität und Biss des internationalen Heavy Metal Kosmos. Als Sahnehaube darf Bandfreund Gordo von Ratos de Porao mit Reza zusätzlich seinen Beitrag leisten und liefert nebenbei einen der besten Songs der Platte ab. Die Trve Fraktion wird genau wie bei Chaos AD und Roots wieder im Kreis kotzen aber all die jenen die Sepultura dafür lieben das ihr Motto expect the unexpectable das einzige ist worauf man sich neben stets unerreichbarer Qualität bei Sepultura verlassen kann halten mit Against den Anfang von etwas noch viel größeren in ihren Händen.

    10/10