Shape My Clarity - Chameleon Mirror

Review

Zwei EPs standen bislang auf der Habenseite der Modern Metaller SHAPE MY CLARITY, nun legen die Kölner mit “Chameleon Mirror” ihr erstes Studioalbum vor. Ihren Stil bezeichnen die Musiker selbst als “Neon Metal”, was  insofern Sinn ergibt, als dass man live mit Schwarzlicht und Lichteffekten arbeitet um sich vom – in diesem Fall unbestritten vorhandenen – Genre-Einheitsbrei abzugrenzen.

Musikalisch gelingt genau das dem Fünfer aber nur bedingt – denn wirklich spannend ist das nicht, was hier geboten wird. Die 14 Songs bewegen sich im Schnittfeld Metalcore und Alternative Metal, und auch hörbare Melodic-Metal-Einflüsse alá IN FLAMES sind zu vernehmen. Als weitere Referenzen können Bands wie BULLET FOR MY VALENTINE, DROWNING POOL oder SEVENDUST genannt werden. Das Strickmuster der einzelnen Tracks ist dann auch recht schnell entschlüsselt: Strophen-Parts mit rhythmischen Gitarren und Schreigesang sowie vereinzelte Breakdowns, die in der Regel von einem Clean-Refrain flankiert werden. Wobei man hervorheben muss, dass Frontmann Mico der ganzen Sache durch seine sehr variable Stimme durchaus gewisse Abwechslung verleiht.

Handwerklich agieren SHAPE MY CLARITY sowieso auf einem sehr ordentlichen Niveau, und auch der Sound der Platte tönt amtlich und druckvoll. Und so hat “Chameleon Mirror” dann auch durchaus seine starken Phasen. “Army Of Zombies” zum Beispiel beginnt sehr vielversprechend mit flotten Riffs und aggressiven Vocals, hier allerdings wirkt der Refrain im Vergleich zu den restlichen Parts einfach zu kraftlos. Gleiches gilt für das über weite Strecken sehr ruppige “Asking Why”, das mit tiefem Modern-Metal-Riffing gefallen kann, dann aber wieder in Richtung Kitsch schlittert. Der stimmigste Song der Platte in dieser Hinsicht ist sicherlich das sehr kompakte “Chameleon”, das dynamisch über die gesamte Länge funktioniert.

Ansonsten sind keine weiteren nennenswerten Höhepunkte auszumachen. Was insofern schade ist, als dass man merkt, wie viel Herzblut in dieser Platte steckt. Doch die Riffs orientieren sich einfach zu nah an eingangs erwähnten Vorbildern, und das Songwriting ist letztendlich zu eindimensional. Wenn es SHAPE MY CLARITY aber gelingt, sich das nötige Maß an Eigenständigkeit zu erarbeiten, ist mit der Band in Zukunft sicherlich noch zu rechnen.

21.02.2013

"Am Ende isses immer Arbeit."

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