Shining - Fiende EP

Review

Zugegeben: Wenngleich die vermeintlich böse Figur Niklas Kvarforth sich in selbststilisierender Manier nach und nach selbst zu verspeisen scheint, halten es nur wenige Bandmitglieder länger als ein paar Jahre unter dem Kommando des Misanthropenmaestros aus. Mit dem bereits seit zwölf Jahren an Bord weilenden Peter Huss und seinem Kollegen Euge Valovirta schien sich in den vergangenen Jahren aber zumindest ein festes Gitarren-Duo im Hause SHINING herauszubilden.

Vom Black Metal zur Rockmusik?

Wenngleich Valovirta sich inzwischen der langen Riege der Ex-Bandmitglieder angeschlossen hat, steht die Band spätestens seit dem 2012er “Redefining Darkness” vor der Frage: Will man der fortschreitenden Entwicklung hin zu einer waschechten Rockband weiterhin freien Lauf lassen? Als erste Single aus dem Anfang Januar 2018 erscheinenden “X – Varg utan flock” kennt der Vorab-Track “Jag är din fiende” eine einigermaßen klare Antwort: Irgendwie schon.

Auch ohne Valovirta an Bord startet der Song mit einem klaren Gitarrenbrett, nicht ganz so straight vielleicht wie in jüngerer Vergangenheit, dafür aber mit kleinen vertrackten Akzenten. Es folgt der übliche Einbruch in gewohnt dissonante Akustikgitarren-Passagen, wie sie seit “Halmstad” längst zum guten Ton gehören. Von wirklicher Traurigkeit kann hier aber kaum die Rede sein, zu entfernt agiert man von der verzweifelt-morbiden Atmosphäre der Alben Nummer vier und fünf, zu abgenutzt erscheint das katatonische Spiel mit dem krummen Akkordstrumming.

Von der Weiterentwicklung weiter entfernt denn je

Repräsentiert “Jag är din fiende” das anstehende Album also auch nur in einigermaßen angemessener Art und Weise, waren SHINING selten weiter von echter Weiterentwicklung entfernt. Da können sie auch mittlerweile standardisierte Coverversionen wie die hiesige B-Seite “No Rest For The Wicked” der COFFINSHAKERS’ in den Pott werfen. Die zeigt nämlich wieder einmal nur eines: Ja, Kvarforth kann auch clean. Ja, Kvarforth hört auch Popmusik.

Doch während sich der mittlerweile 33-Jährige spätestens seit “Född förlorare” zumindest gesanglich vermehrt in alternativen Disziplinen versucht, so wirkt der bekennende Rasierklingenfetischist in kompositorischer Hinsicht wahrlich blutleer.

02.12.2017

Das kann man schon so machen.

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1 Kommentar zu Shining - Fiende EP

  1. Membran sagt:

    Das nenn’ ich eine Kritik. Ging mir schon mit der IX so. Schade. Waren mal was besonderes…