Stratovarius - Darkest Hours

Review

Galerie mit 22 Bildern: Stratovarius - 70000 Tons Of Metal 2016

STRATOVARIUS haben zweifelsfrei einen enormen Einfluss auf die europäische Power Metal-Szene gehabt und meiner Meinung nach mit ihrem 1997er Werk “Visions” die Blaupause eben jenen Genres veröffentlicht. Durch die bekannten internen Probleme und einigen daraus resultierenden etwas orientierungslosen Veröffentlichungen war die Basis skeptisch, ob es mit dem neuen Gitarristen Matias Kupiainen endlich wieder nach vorne gehen würde. Das erste Lebenszeichen “Polaris” war ein erster Schritt in die richtige Richtung und nun folgt 2011 das nächste Studioalbum, das den Fans durch die vorliegende “Darkest Hours”-EP schmackhaft gemacht werden soll.

EPs sind seit jeher so eine Sache, bei der man sich als Fan immer fragen muss, ob man da auch wirklich den entsprechenden musikalischen Gegenwert für sein Geld bekommt. So sollten Fans von STRATOVARIUS auch genau überlegen, ob sie die zwei neuen Nummern, die zuzüglich einer Demoversion des Titeltracks und zwei Livesongs (“Against The Wind”, “Black Diamond”) geliefert werden, unbedingt brauchen. Die beiden Livenummern sind bekannt und bringen das Live-Feeling gut auf den Punkt. Auch das Demo ist von der Qualität her sehr gut, unterscheidet sich aber nur minimal von der Albumversion.

Kommen wir also zu den beiden neuen Nummern. Hier kommt besondere Aufmerksamkeit natürlich dem Titeltrack zu. “Darkest Hours” ist im mittleren Tempobereich angesiedelt und braucht etwas bis er zündet. Will sagen: Die erste Strophe kommt recht unspektakulär, wird von einer für die Band typischen Bridge begleitet und gipfelt in einem wirklich schönen Ohrwurmrefrain. Gutklassiger Track, der eindeutig vom Refrain und den Spannungsbögen lebt. Das gilt zwar auch für das folgende “Infernal Maze”, doch hier zeigt die Band, dass sie nicht nur leicht ins Ohr gehende Songs schreiben, sondern auch immer Wert auf die technischen, progressiven Aspekte legt. Der verhaltene Beginn lässt zunächst eine Ballade vermuten, was allerdings eine falsche Annahme ist. Nach der balladesken Einleitung explodiert der Song förmlich und zeigt STRATOVARIUS von ihrer spielfreudigen Seite. Gitarre und Keyboards spielen sich die Bälle butterweich zu und die vielen Rhythmusvariationen tun ihr übriges, um den Daumen nach oben zu zeigen.

Von dem Standpunkt aus, ist die Anschaffung natürlich lohnenswert, denn die beiden neuen Songs bieten zwar typische, aber dennoch frische Kost aus dem Hause STRATOVARIUS und machen Lust auf mehr. Womit der Zweck einer Vorab-EP definitiv erfüllt wäre. Ich freue mich jedenfalls auf das Album. Wer also nicht bis zum Januar warten kann, sollte die “Darkest Hours”-EP ruhig anchecken.

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30.11.2010

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