Thakandar - Sterbende Erde

Review

THAKANDAR haben das zweifelhafte Kunststück fertig gebracht, sich mit ihren ersten beiden Veröffentlichungen aus meinem Gedächtnis zu spielen. Eine Seltenheit, die aussagt, dass die Band weder besonders gut, noch besonders schlechtes Material abgeliefert hat – nur eben nichtssagend. Das ändern sie fünf Jahre nach ihrer EP “Shattered” auf ihrem Debütalbum “Sterbende Erde” in jedem Fall.

THAKANDARD bieten melodischen Black Metal mit leichten Death-Metal-Anleihen

Auch wenn “Sterbende Erde” kein großer Wurf ist, liefern THAKANDAR nämlich deutlich mehr Gedächtnisstützen, und das auf verschiedenen Qualitätsebenen. Da wäre zum Beispiel der Auftakt in Form von “Erbschuld”, der guten melodischen Black Metal deutscher Prägung bietet und dessen Leadgitarre und bissiger Knurrgesang ebenso aufhorchen lassen wie leichte Death-Metal-Anleihen. Aber damit ist auf “Sterbende Erde” noch nicht alles gesagt. Stilistisch bleiben sich die Westfalen zwar weitestgehend treu, variieren aber durchaus abwechslungsreich innerhalb der eigenen musikalischen Grenzen. Dabei bleibt erneut nicht alles hängen, aber es findet sich die eine oder andere kleine Überraschung, so zum Beispiel im mit Cello und Frauengesang ausklingendem “Signs Of Sorrow”. Die weibliche Stimme stammt übrigens von Ricarda Krabbemeyer, die auch in “Hinter dem Schatten” zu hören ist.

Leider stellt sich auf gesamte Albumsicht allerdings zu oft das Problem ein, welches schon auf den vorangegangenen Veröffentlichungen der Fall war: So gut das Material eingespielt wurde, so kranken die 46 Minuten Spielzeit vor allem im Mittelteil, den deutlich aggressiveren Momenten auf “Sterbende Erde”, an Spannungsarmut. Denn richtig aufregend ist bis zum abschließenden Zehn-Minuten-Opus und gleichzeitigem Titeltrack “Sterbende Erde” nichts mehr. Hier fassen THAKANDAR ihr Album noch einmal gut zusammen und pendeln geschickt zwischen harmonisch-getragenen Passagen, kraftvoll-stürmischen Böen, die direkt aus dem hohen Norden zu stammen scheinen, und einem durchaus gelungenen Spannungsbogen, ohne dabei allerdings die Chance auf “den” einen Moment zu nutzen.

“Sterbende Erde” ist solide, hat aber Luft nach oben

Die Osnabrücker bleiben auch auf ihrem Debüt technisch auf völlig solidem Niveau, schaffen es auf “Sterbende Erde” aber leider nicht, dass Potenzial in begeisternde Kompositionen zu verwandeln. Gefüllt hat das Quintett die Spielzeit mit mal mehr, mal weniger ins Ohr stürmenden Songs. Ein kleines Manko bleiben auch die Vocals, die zwar genre-üblich gut knurren, aber bei versuchter Variation in eher unfreiwillig komisches Gurgeln abdriften. Eine Randnotiz, die THAKANDAR keinen großen Schaden zufügt, aber zeigt, dass da noch einiges an Luft in Richtung großer Würfe ist. Für Freunde melodischen Black/Death Metals aber allemal einen Lauscher wert.

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04.11.2017

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