The Damned - Damned, Damned, Damned

Review

Im Februar 1977 veröffentlichten THE DAMNED ihr Album “Damned, Damned, Damned” und können deshalb in vielen Kategorien stolz behaupten “Erster” zu sein. Die erste Punk-Band, die einen Plattenvertrag bekam. Die erste Punk-Band, die mit “New Rose” eine Singleveröffentlichung wagte, und somit auch die erste Punk-Band, die in England öffentliches Aufsehen für Punk-Musik erzeugte. THE CLASH und THE SEX PISTOLS zogen zwar im selben Jahr nach, aber erst einige Monate später. Wer sich für das Genre interessiert, sollte also die Herren Dave Vanian, Brian James, Captain Sensible und Rat Scabies kennen.

40 Jahre sind seitdem ins Land gegangen, und manche Punk-Bands sind über den damals gesetzten Standard nicht hinausgekommen, haben ihn teilweise auch gar nicht erreicht oder bedienen sich vollkommen unverblümt am Debüt von THE DAMNED.

Die Ersten sind immer die Besten

“Damned, Damned, Damned” wird im Rahmen der “The Art Of The Album”-Reihe von BMG neu aufgelegt, und tatsächlich ist diese Platte ein Klassiker, den man bitte so oft auflegen sollte, bis ihn auch der letzte Interessent im Schrank stehen hat. Es gab damals nichts, was THE DAMNED falsch machen konnten, da sie die Maßstäbe kurzerhand selbst setzten. “Damned, Damned, Damned” profitiert somit auch von dieser gewissen Unbedarftheit während der Aufnahmen und von der Tatsache, dass hier natürlich nicht akribisch Hand angelegt wurde und vieles nach wenigen Takes einfach so stehen bleiben musste, da nicht mehr Geld investiert werden konnte. Es wusste niemand, was sich daraus entwickeln würde.

Trotzdem wirken die Songs weder gekürzt noch gewollt noch hingeschnuddelt. Alles hat Hand und Fuß, jeder Song klingt wohlüberlegt und rund. THE DAMNED waren schon damals sicher in ihrem Timing und übertrugen die Dynamik mühelos von den Clubs ins Studio. Fernab von 4-Akkorde-Geschrammel, rundeten die talentierten Musiker ihre Songs mit Hammer-ons, Tapping und Pull-offs ab. Dilettantismus verwässert den Punk erst später, als Leute anfingen, Nichtskönnen mit Punksein zu verwechseln. Die größten Punk-Bands öffneten sich stattdessen immer anderen Sound, waren kreativ und niemals wirklich subversiv.

THE DAMNED inspirierten Millionen (junger) Musiker mit ihren scheinbar runtergerotzten Akkorden, stets von Melodien gestützt und auch heute noch zeitlos, da kurzweilig und punktgenau zwischen Punk und Pop platziert. Ein Blick auf die unzähligen Coverversionen zeigt, wie einflussreich die Engländer in nahezu jedem Genre sind. Dave Gahan (DEPECHE MODE), BEATSTEAKS, THE OFFSPRING, SNFU, SPOON und unzählige andere Künstler huldigten THE DAMNED bereits, während die wiederum THE BEATLES die Ehre erwiesen.

Geschrammel kam später und ganz sicher nicht von THE DAMNED

“Damned, Damned, Damned” von THE DAMNED würde heute zwar – aus unterschiedlichen Gründen – nicht mehr  den Stellenwert von damals erreichen , das Album hat allerdings auch 40 Jahre danach nichts von seiner Aura eingebüßt. Noch spannender ist aber, wie sich die Herren danach noch entwickelten und was auf den Liveshows gesabbelt wird – und auch das ist durchaus sehens- und hörenswert. DAS ist es, was THE DAMNED zu lebenden Legenden macht. Übrigens auch die erste Punk-Band, die sich auflöste und dann wieder zusammenfand.

Shopping

The Damned - Damned Damned Damned (40th Anniversary Edition) [Vinyl LP]bei amazon19,99 €
12.02.2017

Ressortleitung Social Media (Google+)

Shopping

The Damned - Damned Damned Damned (40th Anniversary Edition) [Vinyl LP]bei amazon19,99 €
The Damned - Another Live Album From The Damnedbei amazon21,99 €

Interessante Alben finden

Auf der Suche nach neuer Mucke? Durchsuche unser Review-Archiv mit aktuell 28361 Reviews und lass Dich inspirieren!

Nach Wertung filtern
Punkten
Nach Genres filtern
  • Black Metal
  • Death Metal
  • Doom Metal
  • Gothic / Darkwave
  • Gothic Metal / Mittelalter
  • Hardcore / Grindcore
  • Heavy Metal
  • Industrial / Electronic
  • Modern Metal
  • Pagan / Viking Metal
  • Post-Rock/Metal
  • Progressive Rock/Metal
  • Punk
  • Rock
  • Sonstige
  • Thrash Metal

Kommentare