The Horsehead Union - The Horsehead Union

Review

Alles an der ersten und stilvoll selbstbetitelten Platte von THE HORSEHEAD UNION riecht irgendwie nach Whisky und Pferdeäpfeln, nach tätowiertem Fleisch und altem Leder, nach Autos, die viel Benzin verbrauchen, nach verräuchtertem Saloon-Hinterzimmer und schwitzenden Würfelspielern. Das Ding ist dermaßen Texas, irre. Eigentlich egal, dass die Jungs aus dem schwedischen Jönköping kommen.

Musikalisch drückt sich das in einer beschwingten, etwas punkigen Mischung aus verschiedenen Rockgenres aus – Garage, Stoner, Classic, Blues, vielleicht sogar etwas Country, sowas in der Richtung. Halbverzerrte Gitarrensounds, einfache Vierviertelbeats mit ordentlich Antrieb und sehr sololastige Strukturen prägen die zwölf Tracks, und das alles schön im analogen 60er-Stil. Gut, die Soli nerven irgendwann kolossal (zumindest mich), weil sie so ungeniert düdelig sind und die unter Umständen ganz gefälligen Hooks überlagern. Daran gewöhnt man sich im Laufe der Spielzeit. Gerade auch deshalb, weil sich die Songs untereinander sehr ähneln, bis auf die schöne Halbballade “Dead Is Better”, die naturgemäß etwas ruhiger kommt, und das orgelnd-düstere “Voodoo Woman”, das im Vergleich zu den ansonsten eher gleichförmigen Tracks wirklich groß ist.

Woran ich mich gar nicht gewöhnen kann, ist der Gesang. Nun ist es gar nicht mal so, dass der Mann hinterm Mikro nicht singen könnte. Versoffenes Röhren, Vibrato und Tönetreffen sind allesamt kein Problem. Vielmehr sind die Gesangslinien zu dominant und trotzdem ein Fremdkörper im Gesamtsound. Überhaupt beschleicht mich das Gefühl, dass die Stimmlage einfach nicht so richtig zur Musik passt. In den besten Momenten erinnert das Gesangsarrangement etwas an TENACIOUS D oder sogar DIO, aber auch nur sehr selten und in stark abgemilderter Form. Gerade bin ich bei der Recherche auf der Facebook-Seite der Band gelandet – und siehe da: Seit zwei Wochen haben THE HORSEHEAD UNION einen neuen Sänger. Schauen wir also mal, was die Truppe auf der zweiten Platte so fabriziert. Das Talent, mehr als dieses Album zu schaffen, haben sie ziemlich sicher.

09.10.2012

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