The Meads Of Asphodel - The Murder Of Jesus The Jew

Review

Es ist vermutlich nichts Neues, dass Konzeptalben nicht einfach sind, oder zumindest gewisse Schwierigkeiten für die beteiligten Musiker bergen. Zum einen läuft man Gefahr, wirklich jedes Fitzelchen Text – das ja im großen Ganzen eine nicht zu unterschätzende Bedeutung hat! – mit der exakt passenden musikalischen Begleitung zu versehen, was schnell ins atmosphärische Abseits führt. Zum anderen passiert es schnell, dass gerade die stimmlichen Beiträge viel zu weit in den klanglichen Vordergrund treten, damit der Hörer auch auf jeden Fall alle Details mitbekommt.

Die Briten von THE MEADS OF ASPHODEL machen auf ihrem aktuellen Album “The Murder Of Jesus The Jew” genau (aber nicht nur) diese beiden Fehler und sorgen auf diesem Wege dafür, dass ich nach den zwölf Songs erleichtert aufatme, weil ich es endlich hinter mir habe. In weiten Teilen klingt “The Murder Of Jesus The Jew”, als wäre ULVERs “Themes From William Blake’s ‘The Marriage Of Heaven And Hell'” einfach mächtig in die Hose gegangen: THE MEADS OF ASPHODEL gehen zwar insgesamt deutlich schwarzmetallischer zu Werke als die Norweger vor zehn Jahren, bemühen sich aber redlich um ein ähnliches Maß an Abwechslung, an Variation im Gesang, an genrefremden Elementen – was im Wesentlichen an der erzählten Geschichte liegt, die so treffend im Albumtitel zusammengefasst ist. Das Resultat klingt erschreckenderweise stinklangweilig. Trotz aller Abwechslung halten sich die drei Musiker Metatron, J. D. Tait und Urakbaramel mit der Wiederholung immer gleicher und vollkommen unspektakulärer Motive auf, die den scheinbar reichlich vorhandenen guten Willen zu etwas Besonderem wie eine Farce wirken lassen. Schade. Dazu kommt ein dünner, pappiger Sound, in dem – wer hätte es gedacht? – die stimmlichen Darbietungen fast schon als penetrant bezeichnet werden müssen. Das Problem ist hier wieder, dass THE MEADS OF ASPHODEL trotz aller Variation einfach nicht mitreißend, sondern bestenfalls selbst gelangweilt klingen.

Insgesamt ist “The Murder Of Jesus The Jew” ein Album, das einem schlechten Black Metal-Musical deutlich näher steht als visionärem Extrem-Metal. Daran können auch Gastauftritte von Mirai Kawashima (SIGH) und Hoest (TAAKE) nichts ändern. Ganz in der Tradition von Musicals (man merkt: ich bin kein Freund dieser Kunstform…) stehen dann auch die Texte, die bestenfalls lächerlich (“Kill all the shit stabbing fagots, hang the sodomites and arsefuckers”), schlimmstensfalls ziemlich fragwürdig sind (“Jew Killer, Zionist Crusher… Semite Motherfucker… Holocaust Master… Sand Nigger…” – ist es wohl Zufall, dass Hoest ausgerechnet in diesem Song mitwirkt?).

Kurzum: Wer ein gutes Konzeptalbum hören will, greife zu genanntem ULVER-Album; wer Black Metal im Musical-Stil in gelungen hören will, versuche sich an IHSAHNs “The Pain Is Still Mine” (zu finden auf “The Adversary”); “The Murder Of Jesus The Jew” ist jedenfalls kein Album, das man gehört haben muss oder auch nur sollte. Was mich daran am meisten wundert, ist, dass so ein Rohrkrepierer über Candlelight erscheint.

03.11.2010

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3 Kommentare zu The Meads Of Asphodel - The Murder Of Jesus The Jew

  1. chr1s sagt:

    Warum rezensiert ihr so einen Scheiß denn, wenn so eindeutig fragwürdige Inhalte verarbeitet werden?

  2. Anonymous sagt:

    Auf der oben angegebenen Homepage findet sich eine ziemlich ausführliche Abhandlung Metatrons zum lyrischen Konzept des Albums und der einzelnen Songs. Der Song \"Jew Killer\" ist zum Teil aus Sicht eines jüdischen Patrioten, zum Teil aus Sicht der römischen Besatzer geschrieben – im diesem Kontext soll der Text also vermutlich etwas mehr Sinn ergeben. Ob diese Wortwahl dafür nötig war, ist sicherlich zweifelhaft…

    3/10
  3. Deleted-User sagt:

    Was für ein Review! Der Rezensent beweist, nicht ein Wort vom Album verstanden zu haben, geschweige denn zwischen den Zeilen lesen zu können. Mit dem Album an sich hat er sich natürlich auch nicht wirklich auseinandergesetzt. Und um The Meads of Asphodel rassistische Tendenzen vorzuwerfen muss man schon strohdumm sein. Dünner Sound? Ernsthaft? Der Sound ist fett, die Kompositionen sind extrem gut durchdacht, das Albumkonzept ist grenzgenial, die musikalische und gesangliche Leistung sämtlicher Beteiligten ist atemberaubend. 10/10

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