The Ordeal - Descent From Hell

Review

Die Hannoveraner Heavy/Melodic-Metaller THE ORDEAL legen mit “Descent From Hell” ihr zweites Full-Length-Album vor. Die Platte bietet elf Songs und so ziemlich alles, was man sich als Anhänger der alten Schule wünscht: Highspeed-Riffs, markante Clean-Vocals, eingängige Refrains und unzählige Gitarren-Leckerbissen. Das Quintett zeigt sich allerdings auch offen gegenüber modernen Einflüssen. So findet sich auf “Descent From Hell” auch das ein oder andere progressive Detail, was tonale und rhythmische Belange angeht. Soundtechnisch haben sich die Norddeutschen für eine etwas dumpfere Abmischung entschieden, was den Songs gut zu Gesicht steht und für das nötige Oldschool-Flair sorgt, denn besonders die Gitarren und das Schlagzeug klingen sehr erdig und natürlich.

Der Titeltrack eröffnet die Platte mit einem furiosen Riff, bevor Sänger Oliver Oppermann mit seiner prägnanten Stimme hinzukommt. Der Track pendelt in der Folge zwischen Hochgeschwindigkeits-Riffing und Kopfnicker-Metal, der griffige Refrain setzt sich sofort in den Gehörgängen fest. Auch das folgende “Black Rain” kann mit versierter Gitarrenarbeit und schönen Heavy-Metal-Hooks überzeugen. Etwas schade ist, dass die Ballade “Dragon Tears” der Platte im Anschluss etwas den Wind aus den Segeln nimmt. Womit wir auch schon zum großen Schwachpuntk von “Descent From Hell“ kommen: Mit besagtem “Dragon Tears”, “Second Sun”, “Letter Of Time”, “Here Comes The Flood” und dem abschließenden “Hellsgate” finden sich für meinen Geschmack zu viele langsame Stücke auf der Platte, die teilweise auch noch nah am Kitsch wandeln. Das ist in sofern ein Wermutstropfen, weil die Band vor allem bei den schnellen und knackigen Metal-Songs eher überzeugen kann – auch, und vor allem, weil sich die beiden Gitarristen Kai Reuter und Dirk Rogon dort richtig austoben.

Nichtsdestotrotz ist “Descent From Hell” ein gutes Heavy-Metal-Album, welches Fans von Größen wie DIO, ACCEPT oder HALLOWEEN sicherlich Freude bereiten wird. Ob es für die ganz große(n) Bühne(n) reicht, bleibt abzuwarten. Das Potenzial dazu haben THE ORDEAL aber auf jeden Fall.

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09.07.2012

"Am Ende isses immer Arbeit."

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