Thornwill - Implosion

Review

Ungarische Metal-Bands sind mir ehrlich gesagt bis dato noch nicht wirklich viele untergekommen, umso erfreulicher ist es nun, dass mir THORNWILLs eigenproduziertes Debüt vorliegt. Obwohl fast mit einem obligaten, norwegischen Black Metal-Bandnamen ausgestattet, kann man die Musik am ehesten als traditionellen Heavy Metal mit Power Metal-Einflüssen bezeichnen. Das sollte die 13 beinhalteten Einstiegstitel eigentlich am besten kurz beschreiben.

Denn THORNWILL spielen sich durch ein stimmiges Programm an rockig-eingängigen Titeln (“Midnight Hunger”), getragenen, etwas progressiv angehauchten Nummern (der zähe Opener “Civilized Ways”) und treibenden Uptempo-Songs der Marke “Implosion”. Fronter Almos Gabos hat ein variables Stimmvolumen und kann durch gelungene Intonation im Großen und Ganzen überzeugen. Und während ich dieses Review so dahin schreibe, fällt mir auf, dass man zu “Implosion” zwar durchaus gute, nette und treffende Sachen sagen kann, herausragend ist das Ganze aber an keiner Stelle. Für eine Eigenproduktion durchaus mit einem gelungenen, saftigen Sound ausgestattet, plätschern die 13 Songs in einer guten Stunde Spielzeit irgendwie an einem vorbei, ohne wirklichen Eindruck zu hinterlassen. Logisch, die Riffs sitzen teils gut, teils klingen sie dann aber wieder zu uninspiriert, zu künstlich in die Länge gezogen. “Behind The Behavior” ist beispielsweise ein sechseinhalb Minuten langer Song, der den Spannungs- und Aufmerksamkeitsbogen in keiner Weise halten kann, da der Song im Ganzen zu aufgesetzt, nicht natürlich klingt.

Und genau darin liegt das Manko von “Implosion”. Der Sänger ist gut, die Aufnahme und die Instrumentierung auch, das Songwriting alles andere als ausgereift. Zu viele ähnliche Passagen kommen auf “Implosion” vor, zu spacig und unantastbar klingt der Sound zuweilen, was überhaupt nicht zu der traditionellen Metal-Ausrichtung von THORNWILL passen will. Man merkt zwar, dass hier ganz klare Fähigkeiten für Größeres vorhanden sind, “Implosion” ist derweil aber nur für Szenefans interessant, denn mehr als netter Durchschnitt ist die Platte einfach nicht.

17.12.2010

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