Totenmond - Fleischwald

Review

Weiß scheint sich zu den Vereinsfarben von Massacre Records zu mausern, ist dies doch die nunmehr dritte Veröffentlichung in dieser fast schon augenfeindlichen Farbe. Dabei mag diese nicht so recht zu dem Konzept der Band Totenmond zu passen, die sich langsam aber sicher als feste Größe in der deutschen Musiklandschaft etabliert hat. Die Extreme auszuloten scheint auch diesmal wieder der Grundsatz der drei Recken gewesen, zumindest nach einem Blick auf das Cover zu urteilen.Ganz so extrem gehen Totenmond allerdings dann doch nicht vor. Wieder einmal hat man die provokanten Texte und Titel (“Der Vater und Das Beil”), wieder einmal rollt der Sound wie eine Dampflock durch das Zimmer. Brachial wie immer, mit keiner Chance auf Harmonie, zersetzen Totenmond so langsam die gesamte Inneneinrichtung. Wieder gibt es schnelle Stellen, wieder nicht endenwollende und fast schon an Folter grenzende Ultra-doom Passagen. Der gewohnte Totenmond Sound eben. Allerdings liegt grad da der Hund begraben: Die beiden Vorläufer Lichtbringer und Väterchen Frost stellten jeweils eine Entwicklungstufe dar, auf der der Sound verfeinert wurde, auf Fleischwald herrscht etwas Stagnation. Der Sound ist zwar minimal punkiger geworden, allerdings nur um wirklich kleine Nuancen. Sicher weiß man zu schätzen, daß man jede Totenmond Platte blind kaufen kann, aber die Band muß aufpassen, daß sie sich nicht irgendwann selbst kopiert. Noch ist es nicht soweit, und so kann ich dieses Stück extrem Metal wieder nur empfehlen, die Fans der alten Platten werden sich das Teil eh kaufen und der Rest sollte mal reinhören, vorausgesetzt man kann auf brutale und nihilistische Musik. Einen “Hit” wie “Sagenwelt” hätte ich mir noch gewünscht, dafür bewegt sich die Band allerdings durchgehend auf einem hohen Niveau und mit dem Abschlußtrack “Rauhbau” kommt dann doch etwas Experimentierfreude auf.Hoffen wir, daß Totenmond einen Weg finden, ihrer Musik treu zu bleiben ohne sich zu wiederholen und erfreuen uns solange an Fleischwald

24.05.1998

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6 Kommentare zu Totenmond - Fleischwald

  1. Necroking sagt:

    Du suchst Hits? Wie wär´s mit "Leichen Der Liebe", "Dekadenz ´98" oder "Fleischwald"? Jaaaaaaaa, so brauchen wir das! Volle Kanne in die Fresse. Der akustische Dreschflegel. Immer feste druff! OK, im Prinzip gibt es auf der Platte nichts als Hass und Schmerz, aber genau das wollen wir ja. Auch die Lyrics tun weh. "Dein weiches Fett, es klammert sich an meinen Mund, Dein schöner Körper öffnet sich und blutet mich gesund!" Jawollja, DAS ist Lyrik, das ist Prosa. Hier wird nicht romantisch gedichtet, hier wird losgekotzt. Für mich ist dies die brutale Seite der Kunst.

    9/10
  2. nekrophiler Sonntag sagt:

    @Necroking Ja was denn nun: Lyrik oder Prosa? Beides geht net…..

    5/10
  3. Anonymous sagt:

    Harter deutschsprachiger Metal der "anders" garnicht sein kann! "Leichen der Liebe" ist der wohl beste Song des Albums, der durch seine aufbauende Art zu einem wahren Felsen wächst! Interessant ist auch das Outfit der Hülle, die die verschiedenen Mordmethoden des späten Mittelalters (wenn ich mich da nciht irre) darstellt! Wem das Album gefällt würde ich auch ein Buch über den Fleischwald empfehlen! Passt beides ziemlich gut zusammen… 😉

    9/10
  4. MindWire sagt:

    ich bin TotenmonD fan und suche schon lange was von der Band Narsaak, hab aber bisher nochnie was gefunden… was gibts denn für alben von denen und kann man irgendwo mp3s saugen??

    9/10
  5. alarmist sagt:

    Eine absolute Gewaltsau! Geil ohne Ende! Mal sehn wie der reich in Rost-Nachfolger wird! Fleischwald ist bis jetzt für mich der Höhepunkt von TM!

    10/10
  6. shadowofdeath sagt:

    Tolle CD..weiter so!

    9/10

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