Witchery - I Am Legion

Review

Die schwedischen Black Thrasher WITCHERY hatten ihre Fans nach “Witchkrieg” von 2010 ganze sechs Jahre warten lassen, bevor sie ihnen letztes Jahr neues Material in Form von “In His Infernal Majesty’s Service” präsentierten. Nun gings diesmal hingegen extraflott: Das neue, siebte Full-Length-Album des Quintetts aus Linköping erscheint kein ganzes Jahr nach seinem Vorgänger. Nun klingt “I Am Legion”, so der Titel des Albums, ein bisschen flach und wenig mitreißend, und man könnte auf die Idee kommen, das hänge damit zusammen, dass die neue Platte eben ein Schnellschuss sei. Da die Schweden aber auch 2016 schon nur mäßig überzeugten, muss die Frage erlaubt sein: Haben WITCHERY irgendwo zwischen 2010 und 2016 also verlernt, wie es geht?

Haben WITCHERY verlernt, wie es geht?

Nun ja: jein. Denn auch über “I Am Legion” lässt sich sagen, was der geschätzte Kollege Dominik Rothe 2016 über “In His Infernal Majesty’s Service” schrieb: “WITCHERY liefern mit ihrem neuen Silberling durchaus solide Genrekost ab.” Nur gilt eben auch, was er hinzufügte: “Für eine solche Veteranentruppe ist ‘solide’ aber viel zu wenig.” Punkt, das kann man unterschreiben. Denn letztlich liefern WITCHERY zehn relativ straighte Black-Thrash-Groover ab, wohingegen die Speed-Metal-Elemente weitestgehend aus dem Sound der Schweden verschwunden sind. Dafür hält nordische Kälte Einzug, mehr als einmal weckt “I Am Legion” Erinnerungen an eine thrashigere Version neuerer GORGOROTH oder TAAKE – allerdings mit (noch) weniger Wumms und Kabumm.

“I Am Legion” hat durchaus gefällige Seiten

Dabei fängt “I Am Legion” ganz atmosphärisch an: Nach dem Quasi-Intro “Legion” folgen erstmal gut 20 Sekunden synthetisches Orgelspiel, die in den ersten “vollen” Song “True North” überleiten. Das gefällt, zumal WITCHERY auch im weiteren Verlauf des Openers ordentlich zu Werke gehen: Es stampft, es groovt, im Refrain wird es eingängig as fuck. Solche Stücke haben die Schweden noch mehr in petto, und ob der feschen Catchiness solcher Songs wie “Dry Bones” (mit ultrafettem Riffing), “Amun-Ra” (Black’n’Roll gefällig?) oder des schwer groovenden “An Unexpected Guest” fragt man sich glatt, was bei WITCHERY passiert ist, dass sie zwischendurch solch langweilige Strecken wie im Doppelpack “Welcome, Night” und “Of Blackened Wing” auf ihr Album gepackt haben.

Für Genrefans machbar

Und so gilt wie auch 2016 nach wie vor: Genrefans machen nichts verkehrt, wenn sie “I Am Legion” mal antesten, schlecht ist das Album bei aller Kritik nicht. Aber es reißt eben auch niemanden vom Hocker – nicht solange die Konkurrenz solche Alben hinlegt wie zuletzt zum Beispiel DESTRÖYER 666 mit “Wildfire” oder DESASTER mit “The Oath Of An Iron Ritual”. Dagegen wirken WITCHERY gar handzahm.

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15.11.2017

Textchef.

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