Within The Ruins - Halfway Human

Review

Jeder wartet auf den Frühling. Keiner hat mehr Bock auf Winter. Und genau in dieser Zeit liefern uns WITHIN THE RUINS mit “Halfway Human“ eine geballte Ladung zum Freipusten. Freischütteln von den Motten der düsteren Monate. Fenster auf. Regler hoch. Nach über drei Jahren Bastelei an “Halfway Human“ ist das Ding nun bereit auf die Menschlichkeit losgelassen zu werden. Taugt das Ganze denn, um uns aus der Winterdepression zu holen? Oder reiht sich der Player nur träge und müde in das verstaubte Regal des Metalcores ein?

Vorweg gesagt und um an dieser Stelle Nietzsche zu zitieren : „ Ja und Nein!“ Gehen wir also mal schnellstens über in die Details.

Entstaubt mit Blastbeats und Co.

WITHIN THE RUINS pusten mir mit Songs wie “Death of the Rockstar“ geradezu die Spinnweben von der Wand. Beim sehr fidelen Gitarrengefidel von Joe Cocchi auch kein Wunder. Seine Gitarrensolis pushen die Songs stimmungsvoll, um sich dann wieder von den Hardcore-Shouts von Tim Goergen unterbrechen zu lassen.

“Beautiful Agony“ z.B. paart sich mit cleanen Gesang im Background und einer eingängigen, aber progressiven Komposition. Auch hier haut die Gitarre in den Soloparts derbe zu, während von hinten die Drums mit schnellsten Blastbeats nachdrücken. Die volle Packung verpasst “Incomplete Harmony“ und lässt kein Staubkorn mehr auf der Anlage zurück.

Über den Rand gemalt

“Halfway Human“ ist sauber und geschliffen und wirbelt gleichzeitig mit Elementen um sich wie ein kleiner, vernichtender, fieser Wirbelsturm. Djent meets Progressiv meets Groove meets Thrash. Hat man sich auf einen Rhythmus im Song eingegroovt und ist auf Tuchfühlung gegangen, darf man sich schon wieder trennen und wird von einem anderen neu angesprungen. Gitarrengeschrammel trifft auf tighte Drums. Keyboardklänge und Synthis hauen dazwischen. Die Vocals von Tim Georgen als solide Bank zum Festhalten. Verrückt dieser Deathcore.

Hat hier jemand Deathcore gesagt ? WITHIN THE RUINS malen im “Halfway Human“ – Malbuch nämlich ziemlich über den Rand hinaus. Und das mit allen Farben aus dem Core-Farbkasten. Gut gemacht. Technisch perfekt, ohne Frage. Vielleicht sogar schon zu perfekt. Ein bisschen mehr Dirtyness anstatt cleaner Perfektionismus, bitte. Ein bisschen mehr rotzige Abgefucktheit, als 120 % Glattgeputztes, bitte.

Gegen die Depression

WITHIN THE RUINS liefern hier jetzt aber auch nicht die Neuerfindung des Core-Rades. Aber gleichzeitig zeigen sie verdammt deutlich, wie man guten Metalcore macht. Somit also eher nichts für das verstaubte Regal. Somit also eher etwas gegen die große Winterdepression. Zumindest für Menschlein, die sich auch von VEIL OF MAYA oder AFTER THE BURIAL erheitern lassen.

Für “Halfway Human“ gilt auf jedenfall: Fenster auf und Regler hoch. Frühling, du darfst jetzt langsam. Mit allen Farben aus dem Farbkasten. Sowie WITHIN THE RUINS.

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22.02.2017

Sabbel nich, datt geit !!!

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