Yyrkoon - Occult Medicine

Review

…lesen sie die Packungsbeilage und fragen sie ihren Redakteur oder Plattenhändler. Das französische Medikament YYRKOON gibt es nun schon in seiner dritten Auflage als ausgereiftes Behandlungsmittel. Seit seiner Ersterscheinung 1996 gab es beim mitwirkenden, wissenschaftlichen Personal einige Änderungen, was auch die Zusammensetzung der Wirkstoffe beeinflusst hat. Während die ersten beiden Aufputschmittel „Oniric Transition“ und „Dying Sun“ noch deutliche Spuren von Black Metal aufwiesen, hat man sich auf „Occult Medicine“ eher die Arznei Death/Thrash verschrieben. In seiner Ganzheit suggeriert die Silbertablette einen durchaus kompakten Eindruck, wurde doch das Produktionsverfahren auf eine wuchtige und drückende Soundwand ausgelegt. Diesen Eindruck unterstützt das direkte und bollernde Songwriting. Der auffälligste Faktor ist hier natürlich die Riffarbeit, die unermüdlich nach vorne ackert und ab und zu mit technisch versierten Soli verfeinert wird. Die Trommeln, hier bearbeitet von SOILWORK-Drummer Dirk Verbeuren, setzen sich gekonnt und schwer wirbelnd in Szene. Vor allem die geliebte Double Bass kommt nur selten zum Stillstand, wie etwa im Titeltrack, dem stärksten der elf Stücke. Die Vocals bewegen sich ebenso im grünen Bereich, hasserfüllt brüllen sie sich durch das Konzeptthema eines irren Wissenschaftlers, auf der Suche nach der ultimativen Formel des Lebens.
Natürlich erfinden YYRKOON hier nichts Neues und so ist „Occult Medicine“ auch nicht hochgradig suchterzeugend. Als kurzweiliges Amphetamin sollte es deshalb nur bei akuter Langeweile oder chronischer Vereinsamung des Plattenregals angewandt werden, und bedarf bei Einnahme nicht unbedingt der Aufsicht fachkundigen Personals.

07.02.2005

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