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CD-Review

Brutal Blues

Artikel veröffentlicht am 15.09.2012 | 839 mal gelesen

Das finnische Duo BLACK MAGIC SIX bringt mit "Brutal Blues" sein mittlerweile drittes Studioalbum an den Start. Bereits nach dem ersten Durchlauf wird klar, warum die Finnen ihre Musik selbst als "Trash-Blues-Punk" bezeichnen: in den elf Songs dominieren rotzige Gitarrenriffs, scherbelnde Drums und viel Gegröhle, garniert wird das ganz noch mit einer dezenten Oldschool-Attitüde. Stilistisch ist man recht vielseitig unterwegs, so finden sich im Sound von BLACK MAGIC SIX neben deutlichen Rock'n'Roll- und Punk-Tendenzen auch Einflüsse aus Rock, Metal, Grunge und Alternative.

Nach einem schrägen Intro mit Sprechgesang tönt im Anschluss das ruppige "I Hate People" aus den Boxen. Der Song weiß mit griffigem Riff und Party-Refrain durchaus zu gefallen, vor allem die Klampfen sägen in bester TURBONEGRO-Manier. Auch das folgende "61/49 Clarksdale" rockt ziemlich fett, der Klampfensound bewegt sich hier wirklich hart an der Schmerzgrenze. Bei "Beaver Killer" geht es dann erstmals etwas ruhiger und bluesiger zur Sache - wobei das Label "Blues" im Falle der Finnen wohl eher als atmosphärische anstatt als rein musikalische Kategorisierung verstanden werden muss. Weitere Anspieltipps sind das mit Blechbläsern angereicherte "Homerun" oder das textlich sehr amüsante "The Biggest Ass In Town". Erwähnenswert ist zudem, dass es auf dem Album generell eine Vielzahl von Gastmusikern gibt, die unter anderem Tuba-, Violinen- oder Banjo-Parts beisteuern.

Letztendlich ist die Geschichte hinter "Brutal Blues" dann aber doch sehr schnell erzählt. Die Songs sind kurz und kompakt, gehen teils gut ins Bein und können durchaus gewissen Charme entfalten. Wirkliche Außergewöhnliches oder Überraschungen finden sich aber nicht auf der Platte. Freunden rotziger, derber Gitarrenmusik kann die Platte sicherlich ans Herz gelegt werden. Ansonsten ist es ein Album, das man mal im Handschuhfach dabei haben kann – aber nicht muss.


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