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CD-Review

Anti-Sober

Artikel veröffentlicht am 20.09.2012 | 1306 mal gelesen

Auch wenn diese Burschen erst seit gut zwei Jahren aktiv sind, konnten sich die BOOZEHOUNDS OF HELL in der österreichischen Szene durch ihre Live-Präsenz bereits einen guten Namen erspielen. Nun gibt es für Fans und solche die es noch werden wollen, deren satte und dreckig-rotzige Kamellen auch auf Tonträger, wobei von Beginn an auffällig ist, dass man offenbar bemüht war, den räudigen Live-Sound so authentisch wie nur möglich wiederzugeben.

Experiment gelungen, kann man diesbezüglich nur sagen, denn schon bei der Eröffnung "Gono’s Plan" fühlt man sich quasi mittendrin statt nur dabei und sieht die Burschen vor seinem magischen Auge auf irgendeiner Kellerbühne, selbstredend mit einem gepflegten Bierchen in der Hand. Einhergehend mit dem Sound der Burschen ist nämlich ein eigenartiges, trockenes Gefühl in der Kehle, das auch in der folgenden furztrocken losrockenden Abgehnummer "I Am The Liquor" vehement zu verspüren ist.

Ähnlich geht es wohl jedem Thrash-Liebhaber bei den Jungs von TANKARD, wobei ich mir ein Konzert dieser beiden Truppen verdammt feuchtfröhlich vorstelle, auch wenn die BOOZEHOUNDS mit den Hessen musikalisch gar nichts am Hut haben. Viel eher orientiert man sich am wohl bekanntesten aller Szene-Schluckspechte, wobei vor allem "Baby (All I Need Is You)" von einer ungemein authentischen MOTÖRHEAD-Schlagseite geprägt ist.

Die melancholisch-traurige Hymne "My Beer Is Empty" geht zwar in einen völlig andere Richtung, entpuppt sich jedoch als Ohrwurm der Sonderklasse und stellt den musikalisch gesehen wohl stärksten Titel dieses Albums dar, auch wenn man, was den Text betrifft, den Jungs durchaus vorwerfen kann, sie würden wohl gerne ähnlichen Erfolg mit diesem "Schmäh" haben, wie es ALKBOTTLE schon seit Jahren in Österreich gelingt.

Mit dem eher unspektakulären Titelsong beenden die BOOZEHOUNDS OF HELL ihre "Premierenfeier" mit der sie aber zumindest ein letztes Mal unter Beweis stellen, dass ihre Songs auch auf Tonträger die erhoffte Wirkung nicht verfehlen. In diesem Sinne: Prost!


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