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Spacebattleshiplove

Artikel veröffentlicht am 02.06.2011 | 1863 mal gelesen

Die japanischen Punks von GUITAR WOLF sind mir aus dem Film “Wild Zero” bekannt, in dem sie die Hauptrollen spielen und zu dem sie auch die Musik beigesteuert haben. Die kam im Kontext der kauzigen Splatter-Komödie mit einem gewissen Charme daher und wurde hörbar von den RAMONES beeinflusst. Alles klar, her mit dem neuen Werk “Spacebattleshiplove”.

Die Ernüchterung folgt aber auf dem Fuß. Der Einfluss der RAMONES ist höchstens noch in den simplen Songaufbauten zu hören, was im Prinzip ja nicht schlimm ist. Viel problematischer ist, dass ich mir das Album nicht bis zu Ende anhören kann. Ich habe zwar immer ein offenes Ohr für Punk, aber das hier ist mir dann doch zu noisig. Der Sound ist dem von THE CLASH angelehnt und natürlich sehr basisch gehalten, was für die Band spricht, da hier alles natürlich klingt. Im Prinzip passen auch die Zutaten im Sound der Band. Neben wildem Punk-Geschrammel werden auch Blues und Rock ‘n’ Roll hinzu gefügt. Was den Songs aber fehlt, sind die für Punk typischen Melodien, die im Ohr hängen bleiben und ein gewisses songwriterisches Können. Ersteres Manko ist eindeutig der Art des Gesangs von Fronter Guitar Wolf (er wird unterstützt von Bass Wolf und Drum Wolf), der einfach nur eindimensional ins Mirko brüllt. Dabei gehen nicht nur Melodien verloren, diese Eindimensionalität sorgt auch dafür, dass so etwas wie Spannungsbögen nicht entstehen wollen. Dass die Erzeugung von Spannung aber auch im Punk funktioniert, haben nicht nur Gruppen wie die DEAD KENNEDYS Anfang der Achtziger schon gezeigt. Auf “Spacebattleshiplove” jedenfalls gibt es weder richtige Melodien, noch Spannungsbögen und so bleibt kein einziger Song im Ohr hängen – was übrigens nicht an den vornehmlich auf Japanisch vorgetragenen Texten liegt.

Was das Können im musikalischen Bereich angeht, gehören GUITAR WOLF sicherlich nicht zu den schlechtesten Vertretern ihrer Szene. Der Guitar Wolf spielt seine Blues-Standards souverän und auch die anderen beiden Wölfe unterschreiten nie ein gewisses Niveau. Jedoch fehlen hier eindeutig die Ohrwürmer sowie Überraschungen im Songwriting und auf den Faktor Noise wurde meiner Meinung nach zu viel Wert gelegt, weshalb “Spacebattleshiplove” zu einer ziemlich nervigen Angelegenheit geworden ist.


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