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CD-Review

Unsere Welt

Artikel veröffentlicht am 25.08.2012 | 1127 mal gelesen

Der Name KILLERTON ist in Deutschland bislang noch recht unbescholten, wurde die Band doch erst 2010 gegründet und bringt nun gerade einmal ihr Debütalbum auf den Markt. Die an diesem Projekt beteiligten Musiker sind allerdings beileibe keine unbeschriebenen Blätter in der Deutschrock-Szene, einige von ihnen sind schon seit 2001 in STAINLESS STEEL, einer BÖHSE ONKELZ-Coverband, aktiv. Mit dem Album "Unsere Welt" wollen sie nun unter anderem Namen zum ersten Mal ihre eigenen Lieder bekannt machen, die selbstverständlich stark an die großen Vorbilder angelehnt sind.

Der Opener ist sowohl musikalisch als auch textlich sozusagen eine typische Onkelz-Nummer. "Uns Doch Egal" rockt ganz gut und die Stimme von Sänger Karsten ähnelt tatsächlich sehr stark der von Kevin Russel. Zusammen mit einem aggressiven Text gegen alle Kritiker und Gegner ist der Track damit eine recht runde Sache. Die "Wir-gegen-den-Rest-der-Welt" -Attitüde, die den ONKELZ damals gut zu Gesicht stand, wirkt allerdings aufgrund der noch jungen Karriere und des vergleichsweise geringen Bekanntheitsgrades von KILLERTON etwas zu dick aufgetragen und eher zweckmäßig als authentisch.

Auch die nächsten Nummern wie "Alte Zeiten" oder "Wahre Freunde" könnten von der Gangart her durchaus aus dem Repertoire der mittlerweile in den Ruhestand gegangenen Oheime stammen. Die Texte der Gruppe aus dem Nürnberger Raum handeln von verschiedenen Themen aus ihrem Leben und Alltag. "Wo Ist Der Krieger" ist eine typische Durchhalteparole, "König Fußball" erzählt mit einem Ohrwurm-Refrain von der Leidenschaft für den Lieblingssport. Eher untypisch ist dann eine angedeutete Ablehnung Deutschlands, die aber trotz Titeln wie "Goodbye Deutschland" nicht konkretisiert wird.

Auf "Unsere Welt" stimmt die Mischung zwischen kraftvollem Deutschrock und den passenden Texten im Prinzip ganz gut, der Funke will aber nach den ersten Titeln doch nicht so wirklich überspringen. KILLERTON bewegen sich auf ausgetretenen Pfaden und  huldigen ihren großen Idolen, schaffen es aber nicht wie beispielsweise FREI.WILD, sich aus deren Schatten zu lösen. Die nötigen Zutaten sind da, aber die Melodien sind nicht so bissig wie bei den Vorbildern, die Texte wirken unpersönlicher, zu plakativ, und den Vibe der ONKELZ können die Jungs trotz eines engagierten Auftritts nicht nachahmen. Mit etwas mehr eigener Identität gelingt ihnen das in Zukunft vielleicht besser.


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