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CD-Review

Punk bleibt Punk

Artikel veröffentlicht am 09.09.2012 | 1223 mal gelesen

Wenn man im Netz ein wenig stöbert, kann man erfahren, dass das Debütalbum „Du machst die Stadt kaputt“ von KOTZREIZ vor zwei Jahren in der Szene viele Fürsprecher hatte. Auch der Infoflyer zum aktuellen Album lobt die Band in den höchsten Tönen. Da wurde sogar kolportiert, dass die Scheibe in die Punkgeschichte eingehen wird. Wenn dem so ist, haben die Jungs auf ihrem zweiten Album “Punk bleibt Punk” irgendetwas verkehrt gemacht.

Zum Genreklassiker fehlt es dem zweiten Album vor allem an zwingendem Songmaterial und Abwechslung. Ich erwarte bei Punk zwar keine progressiven Frickeleien, aber ein wenig mehr als Uffta-Uffta-Rhythmen dürfte es dann doch sein. Auch komme ich wunderbar mit drei Akkorden pro Song zurecht – wenn die entsprechenden Nummern denn dann wenigstens spannend dargeboten werden. KOTZREIZ hingegen holzen sich in der Regel ohne Punkt und Komma durch ihre Lieder und so bleibt, trotz der vielen ‚ohohohohs‘ in den Refrains nicht immer viel hängen. Auch die Produktion kann da wenig herausreißen, die klingt nämlich viel zu dumpf und hat im Gitarrenbereich nicht genug Wumms.

Jetzt ist “Punk bleibt Punk” aber kein Totalausfall. Nein, so schlecht ist die Scheibe wirklich nicht. Eigentlich haben einige der Songs auch durchaus ihren Reiz und können mir zumindest ein Schmunzeln abringen. Die Likör-Hommage “Pfeffi Graf” oder auch “Die Crew”, “Totale Vergiftung”, “Pfandflaschenmessi” und die kurze, aber heftige Eruption „Punkerpolizei“ können durchaus überzeugen. Der Rest hingegen plätschert an einem vorbei ohne wirklich hängen zu bleiben. Textlich bieten die Berliner Punks die typischen Deutschpunk-Themen, die einmal mehr einmal weniger anspruchsvoll in Szene gesetzt werden. Dass auch Facebook thematisiert wird, hinterlässt hingegen einen faden Beigeschmack. Nicht, dass ich dem Zuckerbergunternehmen nicht kritisch gegenüberstehen würde. Aber wer sich über diese Plattform aufregt, sollte dann doch wenigstens so konsequent sein und das Soziale Netzwerk nicht für die eigene Präsentation nutzen. Das passt nicht so ganz zu der Authentizität, die KOTZREIZ für sich beanspruchen.

“Punk bleibt Punk” ist somit kein schlechtes, aber unter dem Strich nur ein durchschnittliches Album. Genre-Freunde werden mit der Platte sicher ihren Spaß haben und ich bin auch sicher, dass KOTZREIZ super funktionieren, wenn man einen im Kahn hat. Das ist mir aber irgendwie zu wenig für einen zukünftigen Klassiker und eine Kaufempfehlung kann ich hier nicht aussprechen.


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