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CD-Review

Thieves And Liars

Artikel veröffentlicht am 26.09.2012 | 1407 mal gelesen

Peter Dolving, schwedischer Freigeist und langjähriger Frontmann von THE HAUNTED, legt mit "Thieves And Liars" sein Solo-Debüt vor. Nachdem sich Dolving in einem Facebook-Statement im August für seinen Ausstieg bei seiner langjährigen Hauptband in ziemlich eindeutiger Weise erklärt hatte, lassen der aktuelle Album-Titel und Textzeilen wie "Your perfect kids will fuck you up one day" jetzt natürlich einigen Spielraum für Interpretationen.

Jeden, der sich nun die Hände in Vorfreude auf einen Thrash-Metal-Hassbatzen reibt, muss ich allerdings sofort enttäuschen: "Thieves And Liars" bietet einiges - aber mit Sicherheit keinen Metal. Vielmehr klingen die elf Tracks wie eine schräge Mischung aus krautigem Psychedelic Rock und Oldschool-Shoegaze mit einer Prise Stoner Rock der frühen 90er Jahre. Insofern ist es wenig verwunderlich, dass Dolving selbst THE CURE, MY BLOODY VALENTINE oder NEW ORDER als wichtigste Einflüsse der Platte nennt. Aber auch SONIC YOUTH und JOY DIVISION dürften beim einstigen Schreihals ihre Spuren hinterlassen haben.

Die Platte beginnt mit dem treibenden "Meinhof", welches mit seinem Eingangsriff entfernt an SONIC YOUTH erinnert. Gesangsparts kommen hier nur sporadisch zum Einsatz, vielmehr kann der eher minimalistisch gehaltene Song als Intro des Albums verstanden werden. Im Anschluss wird es dann beim rockigen "Song For You" abwechslungsreicher und melodischer, vor allem die spacigen Gitarren-Effekte am Ende des Tracks können gefallen. Nach dem eher psychedelischen "Hands On" und dem stampfenden "One Sweet Moment", das fast schon Industrial-Atmosphäre versprüht, hat die Platte dann einige ihrer eher schwächeren Momente. Songs wie "Ordinary Folk" oder "Sunday Mornings" können bei mir nicht wirklich zünden. Gegen Ende gibt es mit "So Sick" und dem vor allem gesanglich überzeugenden "All This Beauty" allerdings nochmal zwei Tracks, die einen starken Eindruck hinterlassen.

"Thieves And Liars" ist eine interessante, eigenwillige Scheibe eines Musikers, der dem Musik-Business – laut eigener Aussage – den ausgestreckten Mittelfinger vor die Nase halten will. Fakt ist: Peter Dolving wagt einen musikalischen Neuanfang, der vielversprechend und erfrischend anders klingt. Die teils sehr introvertierten, unkonventionellen Kompositionen können phasenweise durchaus einen besonderen Charme entwickeln. Für eine wirkliche Top-Bewertung sind mir die Höhepunkte auf "Thieves And Liars" aber noch etwas zu rar.


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