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CD-Review

Aftermath Of The Lowdown

Artikel veröffentlicht am 23.09.2012 | 4312 mal gelesen

Einer der bekanntesten und wohl besten Gitarristen der Welt wandelt zum dritten Mal – und nach langer Abwesenheit – wieder auf Solopfaden. Nach 14 Jahren hat RICHIE SAMBORA, Gründungsmitglied von BON JOVI, mit "Aftermath Of The Lowdown" das bis jetzt stärkste und auch persönlichste Album seiner eigenen Karriere vorgelegt.

Bereits aus Album- und Titelnamen lässt sich entnehmen, welche Turbulenzen zuletzt SAMBORAs Leben geprägt haben, welche Gefühle er niedergeschrieben hat, was das Album ausmacht. In bester Schwarzenegger-Manier kommt RICHIE SAMBORA nach Alkoholexzessen und Medienschlachten mit seiner Schauspielerexfrau zurück und zeigt, dass es immer ein Leben danach gibt.

Schon mit den ersten Klängen von "Burn That Candle Down", dem Opener des Albums, hört man hier Geschichten eines Mannes, der sich zurückgekämpfte und dabei in keinem Stück seine Genialität und spielerische Brillanz eingebüßt hat. Schöne Hooks, Gitarrenmelodien, die die Gesangslinie genau unterstreichen, und Lyrics, die sofort gefangen nehmen, bleiben hängen. Fingen seine ersten beiden Alben vergleichsweise ruhig und blueslastig an, geht es hier richtig rockig zur Sache. Man bekommt den Eindruck, als holt SAMBORA in seinem Soloprojekt alles nach, was seit Jahren bei BON JOVI spielerisch nicht mehr möglich gewesen ist, da hier der "Rock" komplett aus der Musik gefallen ist.

Auch "Every Road Leads Home To You" und "Taking A Chance On The Wind" stehen dem in nichts nach, letzteres besticht durch seinen Country-Einfluss. Auch mit "Nowadays", welches weiterhin schnell daherprischt, beweist SAMBORA die Energie und Kraft, die er in dieses Album gesteckt hat. Neben ruhigeren Nummern, die aber mit dem heute typischen Weichspülmist von BON JOVI überhaupt nichts gemeinsam haben, wird man in die Melancholie der Situation hineingezogen. Man hat wirklich das Gefühl, neben SAMBORA in einer Kneipe bei einem Whisky zu sitzen und seine Geschichten zu hören. Besonderer Kracher ist "Learning How To Fly With A Broken Wing", das so bombastisch um die Ecke kommt, wie man SAMBORA seit gut 20 Jahren nicht mehr gehört hat. Hier beweist der Herr, dass Soloprojekte nicht nur als Extraeinkommen, sondern auch zur Selbstverwirklichung dienen.

Das Album hätte sicher ein schöneres Ende als "World" finden können, insgesamt passt es jedoch ins Gesamtbild und bietet hier eine Facette guten amerikanischen Rocks.

Minutenlange Soli, die bei keinem Album des Bandprojektes möglich waren, entfalten auf "Aftermath Of The Lowdown" ihre volle Kraft. Wut, Verzweiflung, Angst, Trauer – jede Emotion, die zu den Folgen seiner Wahrheit führten, sind voll aus den Melodien herauszuhören, und zwar komplett durch die Gitarre, die SAMBORAs Karriere ja definiert. Hier hört man, welche Inspirationsquellen SAMBORA selber hat, und wen er mit seiner Musik selbst beeinflusst, manche Songs könnten bis auf die Vocals komplett auch von den FOO FIGHTERS sein. Natürlich sind BON JOVI durch ihren Stilwechsel mit den Jahren bei vielen Rockfreunden ins Abseits geraten, wer sich jedoch noch immer an den älteren Werken erfreuen kann und ein wenig Toleranz beweist, findet mit "Aftermath Of The Lowdown" das wohl beste musikalische Werk SAMBORAS vor sich.


Kommentare




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melden Anonymous (unregistriert) | 25.09.2012 | 20:54 Uhr

Also wer sich Alben von Bon Jovi, besonders das letzte "The Circle", mal genauer anhören würde, würde bemerken, dass es nicht "Weichspülmist" ist und dass Bon Jovi sich seit den 80/90ern zwar verändert haben, die Musik dennoch immer noch...  

Sickman
melden Sickman | 25.09.2012 | 21:19 Uhr

BON JOVI waren schon immer angepoppter Weichspülmist, daran ändern auch ein paar rockige Gitarren nix, die man heutzutage mit modernen Produktionsgeräten noch etwas aufblähen kann. Allein, wenn ich das Rumgeheule von dem Tyypen höre vergeht mir...  

Heiko
melden Heiko | 25.09.2012 | 21:52 Uhr

Na na, Kollge Sick, da wollen wir aber die frühen Bon Jovi-Alben mal nicht schlechter machen, als sie sind ;)  

Sickman
melden Sickman | 25.09.2012 | 22:21 Uhr

deswegen sind sie aber auch nicht besser ;)  

melden Anonymous (unregistriert) | 27.09.2012 | 00:43 Uhr

Natürlich sind Bon Jovi nicht das Härteste auf'm Markt, aber sie sind authentisch, live hervorragend und die Jungs rocken. Man kann Bon Jovi nicht nach deren Singles beurtielen, da diese zugegebenermaßen doch massentauglicher sind als das, was...  

melden Anonym (unregistriert) | 08.10.2012 | 17:58 Uhr

Mal ganz ehrlich:

Müssen Bon Jovi vielleicht METAL sein bzw. viel härter klingen und lange uninteressante Soli haben um in der Metal / Hard Rock Szene akzeptiert zu werden??!!
Ich habe den Eindruck man hört gar nicht mehr die...