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03.06.2012

Die Hamburger Punks SLIME bringen am 15.06.2012 nach 18 Jahren mit "Sich Fügen Heißt Lügen" ein neues Studioalbum an den Start. Für das Lied...

03.05.2012

Die deutschen Kult-Punks SLIME wollen es noch einmal wissen. Nach sagenhaften 18 Jahren Abstinenz bringen sie mit "Sich Fügen Heißt Lügen" am 15....


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Slime

Die deutschen Kult-Punks SLIME wollen es noch einmal wissen. Nach sagenhaften 18 Jahren Abstinenz...
CD-Review

Sich Fügen Heißt Lügen

Artikel veröffentlicht am 10.06.2012 | 5503 mal gelesen

Es benötigt nur wenige Töne des Albums, um sich mindestens 20 Jahre zurück in der Zeit katapultiert zu fühlen. Wer auf eine Antwort auf das diffuse Occupy-Zeitalter, in dem wir uns befinden, gewartet hat, wird hier allerbestens bedient. Nach 18 Jahren haben sich SLIME noch einmal dazu entschlossen, alles zu geben und ein klärendes Album an den Start zu bringen. "Sich Fügen Heißt Lügen" ist jedoch kein Album, das mal eben schnell mit ein bisschen Schrammelei und viel Lust und Laune eingezimmert wurde, sondern ein sehr gut durchdachter Hochgenuss moderner deutscher Punk-Musik.

Nachdem die Hamburger bereits 2010 eine Comeback-Tournee erfolgreich absolviert haben, war es an der Zeit, neue Töne von sich zu geben. Die Band knüpft dabei nahtlos an ihr letztes Album "Schweineherbst" aus dem Jahre 1993 an, klingt aber weder antiquiert noch altersschwach. Genau das Gegenteil ist sogar der Fall. SLIME klingen frisch und trotzdem bissig wie eh und je und können mittlerweile aus rund 20 weiteren Jahren Lebenserfahrung schöpfen, was man der Qualität der Musik auch anhört. Das Album ist intelligent, lyrisch und inhaltlich wertvoll und besitzt immer noch den rohen, unbändigen Charme des alten Punk Rock, wie wir ihn kennen und lieben. SLIME beleben mit ihrem Album zudem eine Szene wieder, die man bereits lange tot wähnte und deren letzte Überbleibsel man höchstens noch mit entsetztem Kopfschütteln in ihrem lächerlichen Kommerzgerangel beobachten konnte. All jenen Bands, die sich nur noch um ihre Bankkonten gekümmert und sich so weit weg von ihren ursprünglichen Idealen entwickelt haben, dass sie den Stempel "Punk" kaum noch verdienen, zeigen SLIME die Faust und starten ihr konsequentes Anti-Programm noch einmal mit all ihren Facetten und treffsicheren Parolen.

Auf "Sich Fügen Heißt Lügen" jagt ein Ohrwurm den nächsten. Es ist völlig egal, welches Lied man hervorhebt, es gibt 13x saftige Kritik an der Gesellschaft, ihren Führern und deren hässlichen Ausgeburten. Ob man nun das Titelstück, "Wir Geben Nicht Nach", "Bürgers Alptraum", "Revoluzzer", "Zum Kampf" oder sämtliche anderen Lieder aufführt ist egal, denn die Qualität des Albums ist durchgehend großartig. SLIME rocken, punken, regen zum Nachdenken und zum Widerstand an, denn die Missstände in unserer Welt haben sich in den letzten 20 Jahren keineswegs verbessert. Mit inhaltlich mehr denn je zutreffenden Texten des 1934 von den Nazis ermordeten Schriftstellers Erich Mühsam, bewegt sich die Band deutlich an der anarchistischen Front und trumpft mit der verbalen Faust.

Das neue Album von SLIME ist der manifestierte Hoffnungsschimmer, nicht mehr ausschließlich auf die letzten, mittlerweile verkrüppelten Punk-Rock-Ikonen (wir kennen sie alle aus Funk und Fernsehen...) angewiesen zu sein. SLIME sagen ihnen allen mit "Sich Fügen Heißt Lügen" den Kampf an. Es gibt ihn also doch noch, den echten Punk. In diesem Sinne: Wir geben nicht nach!


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xXx-Oimel-xXx
melden xXx-Oimel-xXx | 11.06.2012 | 20:47 Uhr

Ohne jemals das Album gehört zu haben, aber wenn ich lese:
" All jenen Bands, die sich nur noch um ihre Bankkonten gekümmert und sich so weit weg von ihren ursprünglichen Idealen entwickelt haben, dass sie den Stempel "Punk" kaum noch...  

Sickman
melden Sickman | 11.06.2012 | 21:54 Uhr

Ich glaube, zwischen SLIME und Bands wie DIE ÄRZTE oder DIE TOTEN HOSEN gibt es kommerziell gravierende Unterschiede. Außerdem bedeutet das nicht sautomatisch, dass sie gar nichts verdienen dürfen, nur weil das Etikett Punk drauf haftet. Wenn...  

The Law
melden The Law | 12.06.2012 | 00:06 Uhr

Was DÄ und DTH angeht, so gehe ich sowieso davon aus, dass es die beiden Bands schon lange nicht mehr interessiert, ob etwas Punk ist oder nicht. Und im Grunde machen die beiden Bands doch, was sie wollen, und das ist weitaus mehr Punk als nach...  

Sickman
melden Sickman | 12.06.2012 | 14:20 Uhr

...oder es ist einfach nur die Einstellung dazu, und die sei, ganz egal wie sie letztendlich ist, jedem selbst überlassen.  

melden Noyp (unregistriert) | 13.06.2012 | 14:24 Uhr

Oder anders formuliert: Erfolgreicher Punk is nich so wirklich punkig.  

melden Jörg (unregistriert) | 13.06.2012 | 14:50 Uhr

Was ist denn "erfolgreich sein"? Wo beginnt "erfolgreich sein"? Wenn "erfolgreich sein" kein Punk ist, würde das ja bedeuten, dass Punks ihre Musik gar nicht veröffentlichen dürfen, damit sie als "echte Punks" durchgehen und dem Erfolg fern...  

xXx-Oimel-xXx
melden xXx-Oimel-xXx | 13.06.2012 | 17:07 Uhr

In Zeiten wo Nix-Gut jeden Mist bzw. jede drittklassige Band auf Konserve bannt, muss die Zeit für "echte Punks" ziemlich hart sein. Vielleicht liegt es daran, dass die "echten Punks" im Gegensatz zu den "unechten Punks" einfach ihre Instrumente...  

melden Bernd Löffler (unregistriert) | 13.06.2012 | 20:20 Uhr

Ich versteh das Problem nicht mit diesem Gerede von hohen Gagen. Na und, lass sie doch. Es gibt einmal die, die es fordern, aber auch die, die bereit sind zu zahlen. Also, wen kümmerts? Wenn mir ein Konzert von einer Band zu teuer ist, geh ich nicht...  

xXx-Oimel-xXx
melden xXx-Oimel-xXx | 13.06.2012 | 21:16 Uhr

Womit wir jetzt beim bei den Punks ach so verhassten Liberalismus angekommen sind. ;)
Von mir aus kann sich die Band 100.000€ pro Gig in den Allerwertesten blasen lassen. Leider kann ich dann deren Attitüde von Rebellion & (!Achtung!)...  

Sickman
melden Sickman | 13.06.2012 | 21:27 Uhr

@Oimel: Du scheinst diesbezüglich schlechte Erfahrungen mit SLIME gemacht zu haben. Worauf beziehst du dich da genau? Ich meine, mit Zahlen um sich werfen und "irgendwas" behaupten (nicht, dass ich dir da was unterstellen möchte, bitte nicht falsch...  

xXx-Oimel-xXx
melden xXx-Oimel-xXx | 13.06.2012 | 23:03 Uhr

Sickman, die Sache mit der Gage war damals in diversen Zines/Mags nachzulesen, darunter auch in "der Bombe". Ich wollte hier auch keine große Diskussion diesbezüglich anzetteln.
Ich habe damals selber viel D-Punk, darunter auch SLIME,...  

melden Stendahl666 (unregistriert) | 14.06.2012 | 19:25 Uhr

Wir leben im Kapitalismus. Wie wir ALLE unsere Kohle verdienen, ist uns scheißegal, Hauptsache sie fließt... und das tut sie. Na und? Authentisch oder nicht, mir SCHEIßEGAL. Sie sind gut, das zählt. Was ihr hier äußert, interessiert niemand....  

melden Broesli (unregistriert) | 14.06.2012 | 20:02 Uhr

Um mal eine andere hier erwähnte Band zu zitieren:
"Für mich ist Punk arschlecken und Rasur"

;-)  

melden jottpeher (unregistriert) | 16.06.2012 | 20:02 Uhr

Echt Punks? Unechte Punks? 20.000 Euro Gage , na und? Die Platte ist spitze und ehrlich und kein aufgewärmter Schrott. Die Fahren durch die Gegend zu fünft,für jeden 4000 Euronen pro Auftriitt. falls das überhaupt stimmt. Ist doch cool wenn da...  

melden flopsen (unregistriert) | 15.04.2013 | 17:08 Uhr

also ich bin slime fan seit 1980. ich scheiss auf das neid-gerede von "echten" punks. ich war früher selbst einer mit iro. lass die jungs doch auch was verdienen. es gibt eine milliarde schlechtere bands und die verkaufen auch cd´s. also was solls....