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01.12.2012

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20.09.2012

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CD-Review

British Lion

Artikel veröffentlicht am 29.10.2012 | 1755 mal gelesen

Wenn man STEVE HARRIS heißt und der Metal-Welt in den vergangenen über 35 Jahren mit IRON MAIDEN zahlreiche Klassiker beschert und in dieser Zeit in Sachen Heavy Metal neue Maßstäbe gesetzt hat, muss man damit rechnen und leben, dass verdammt hohe Erwartungen an einen gestellt werden und man unweigerlich stets an diesen Erfolgen gemessen wird.

Bei “British Lion”, dem Solo-Debüt des Gründungsmitglieds und Bassisten der Eisernen Jungfrau, sollte man versuchen, dies jedoch tunlichst zu unterlassen. Zum einen schlägt dieses Werk nämlich stilistisch in eine gänzlich andere Kerbe als jedes MAIDEN-Album. Geboten wird hier statt melodischem Heavy Metal recht erdiger, zuweilen etwas schmalziger Hard Rock, der hier und da Stadion-Atmosphäre aufkommen lässt (“The Chosen Ones”) und nur sehr selten an die Jungfrauen denken lässt (höchstens mal bei den zweistimmigen Gitarrenläufen oder dem Refrain von "Us Against The World"). Zum anderen lässt sich “British Lion” leider auch qualitativ kaum mit irgendeinem IRON MAIDEN-Album vergleichen. STEVE HARRIS fügt seinem Ruf mit diesem Werk zwar keinen irreparablen Schaden zu, doch mit Ruhm bekleckert sich der Herr mit seiner Solo-Platte mit Sicherheit auch nicht.

Dies liegt nicht nur daran, dass es dem Album schlichtweg an Highlights, packenden Hooks und wirklich herausragenden Songs fehlt und es sich die meiste Zeit leider am ehesten als durchschnittlich und unspektakulär bezeichnen lässt, sondern auch an der Besetzung. Insbesondere Sänger Richard Taylor liefert an sich zwar eine respektable Leistung ab, kann mit seiner etwas zu weichen, hin und wieder fast schon weinerlichen Stimme jedoch kaum Akzente setzen und versprüht einfach nicht die Energie, Kraft und die Emotionen, die “British Lion” bedurft hätte. Nicht selten liegt eine Spannung in der Luft, die hoffen lässt, dass der Funke vielleicht doch noch überspringt, ein ums andere Mal wartet man darauf jedoch leider vergebens. Und auch wenn man sich fest vorgenommen hat, “British Lion” unabhängig von HARRIS' Hauptband zu beurteilen, so kommt man doch nicht umhin, sich Bruce Dickinsons einzigartiges, voluminöses Organ herbeizuwünschen. Ebenso wie man sich nur einen Refrain herbeisehnt, der annährend IRON MAIDEN-Maßstäbe erreicht. Ja nicht einmal die abschließende Ballade “The Lesson” versprüht dank zu aussageschwacher Melodie wirklich Magie. Und das trotz Einsatz von Klavier und Streichern, die ansonsten fast jeder Ballade die richtige Stimmung verleihen können.

Alles in allem fehlt es dem Löwen einfach deutlich an Krallen und Biss und daran ändert sich leider auch nach einigen Durchläufen nichts. Ein solides Hard Rock-Album ist “British Lion” zwar, doch ebenso eines, das – wenn man man wirklich ehrlich ist – ohne den prominenten Namen wahrscheinlich gänzlich in der Menge der Veröffentlichungen dieses Genres untergehen würde. Die Selbstverwirklichung in einem anderen Genre sei STEVE HARRIS zwar gegönnt, doch vom Pflichtkauf ist “British Lion” dennoch weit entfernt.


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