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CD-Review

Reinventions

Artikel veröffentlicht am 23.07.2012 | 1026 mal gelesen

Junge Bands, die sich AOR und Melodic Rock auf die Fahnen geschrieben haben, haben es nicht leicht, denn Neues gibt es in diesem Genre nicht mehr zu sagen und Liebhaber greifen im Zweifel sowieso immer zu den Klassikern von JOURNEY, FOREIGNER, TOTO und Co.. Ihnen bleibt also nicht viel übrig, außer ihre Sache gut zu machen und darauf zu hoffen, ihre eigentlich verdiente Aufmerksamkeit zu bekommen, wenn die Großen sich irgendwann endgültig in den Ruhestand verabschieden.

Das Musterbeispiel einer solchen Band sind WIGELIUS aus Schweden, die dieser Tage via Frontiers Records ihr Debüt “Reinventions” veröffentlichen. “Reinventions” - ein Titel, der in diesem Genre fast schon dazu auffordert, Witze zu reißen, denn neu erfunden wird hier natürlich rein gar nichts. Stattdessen gibt es absolut typischen Melodic Rock auf die Ohren, der ziemlich offensichtlich auf Eingängigkeit getrimmt und natürlich 100% radiotauglich ist. Das beudetet per se nichts Schlechtes, denn zahlreichen Bands mangelt es gerade an der Fähigkeit, gute Melodien zu schreiben, doch lässt es “Reinventions” ziemlich glatt und kalkuliert wirken. Dabei bemühen sich WIGELIUS sehr, ihre Titel nicht nur variabel, sondern auch sehr emotional zu gestalten. Natürlich finden sich auf dem Debüt so einige klischee- und keyboardtriefende Balladen, doch die Schweden verstehen es auch, mal aufs Gas zu treten und so nicht nur die Tränendrüsen und Feuerzeug-Arme ihrer Hörer, sondern auch ihre Nackenmuskeln zu beanspruchen, zumindest ein kleines Bisschen. Und das unterscheidet WIGELIUS auch von den Großen ihres Genres: Die Jungs haben noch Pfeffer und Energie, wirken frisch und unverbraucht und versprühen bei ihren flotteren Songs (z.B. “Angeline”) eine Menge Enthusiasmus, der unweigerlich mitreißt.

Nur leider enthält “Reinventions” nicht sonderlich viele flotte Songs. Und in ihren ruhigeren Momenten können WIGELIUS leider mit nichts punkten, was Bands wie die genannten nicht ein Stück besser könnten. Aus diesem Grunde landet dieses Werk auch leider nur im vorderen Mittelfeld der Punkteskala, doch beim nächsten Mal ist deutlich mehr drin, wenn WIGELIUS sich einen Ruck geben und etwas häufiger aufs Gas gehen!


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