metal.de-Redaktion
Durch die Lappen gegangen

Special

 

Misanthrope Monarch

MISANTHROPE MONARCH – Regress to the Saturnine Chapter

Die Ruhrpottler von MISANTHROPE MONARCH konnten mit ihrer kleinen selbstbetitelten MCD (2014) im Untergrund vor vier Jahren und der nachfolgenden Single “The Omega Embrace” (2015) so einige Augenbrauen nach oben und das Bier aus der Hand schnellen lassen, danach kam aufgrund personeller Neuaufstellung, Drummersuche und ähnlichem nervigem Kram erstmal lange Zeit gar nichts. Nachdem mit Nachwuchstalent Maximilian Scheefeldt aber endlich der passende Mann hinter den Kesseln und mit Chris Mieves jemand fürs Mikro gefunden wurde (und nun schon wieder jemand neues gesucht wird), konnte der andere Kris, nämlich Guitarrero und Hauptsongwriter Kris Gøbels seine bisher gesammelten Kompositionen endlich als vollständige Band auf Bühne und Band (das Band, nicht die Band) bringen.

Das hier gestandene Musiker, die was von ihrem Handwerk verstehen, am Start sind, merkt man der Platte zu jeder Sekunde an. Jedes Solo, jedes Arrangement, jeder Schlag auf den Drums ist genauso geplant, perfekt austariert und soll so sein. Dabei steckt in der Musik von MISANTHROPE MONARCH durchaus einiges: Die Band schert sich einen feuchten Kericht um Genre-Konventionen und mixt munter Death, Black und Thrash Metal miteinander, so wie es in den Kram passt. Das macht es auch schwer Referenzen aufzuzeigen, macht die Band gleichzeitig aber sicherlich auch für mehrere Leute interessant, sowohl aus dem Thrash Lager (DEW-SCENTED oder KREATOR) als auch dem angeschwärzten oder angethrashten Todesstahl (THE CROWN, BEHEMOTH, diverse andere). Nach kurzem (eigentlich überflüssigem) Intro, fegt einen “Usurping the Throne” auch schon aus den Socken, mit an Thrash angelehnten Elementen, aber auch Einflüssen aus Death Metal mit Blasts und härterem Riffing.“Crushing the Unbeliever”, schon bekannt von der MCD, bringt dann ein wenig mehr Groove ins Spiel. “Dispelled” pendelt abwechslungsreich zwischen Keule und Melodie. Die nachfolgenden Tracks sind meist ähnlich aufgebaut und legen je nach Song den Schwerpunkt anders aus. Mal beinahe schon rockige, spielerische Riffs, Solo-Wahnsinn, dann wieder die Keule ausgepackt, dann wieder eher groove-betont. Der Spagat gelingt! Mit dem Zwischenspiel “Black Sirens Lurking” und dem Closer “Cosmic Maze” bringt man ein wenig mehr Atmosphäre und Langsamkeit als kleine Verschnaufpause mit hinein. Da die Platte dann auch nur 35 Minuten auf der Uhr hinterlässt, ist sie eine abwechslungsreiche und kurzweilige Angelegenheit. Einzige Kritikpunkte sind vielleicht wirklich die etwas geringe Spielzeit, die mit Neueinspielungen schon bekannter Songs (“Crushing the Unbeliever”, “Father Sin and the hollow Spirit”, “The Omega Embrace”) auch nicht so viel “neues” bietet und das teilweise noch etwas unschlüssige Songwriting, wenn vielleicht etwas zu viele Ideen in einem Song zusammen geworfen oder nicht ganz zum Ende ausgeführt werden.

Das ist aber Meckern auf hohem Niveau, es gebührt alleine schon Respekt, ein Debüt so professionell aufgemacht, sowohl hinsichtlich Produktion, Songs an sich, aber auch optischer Präsentation, die allesamt aus Eigenregie stammen, neben Label-Veröffentlichungen großer Namen zu sehen, wo man absolut mithalten kann! Unterstützenswert und live auch eine Bank!

(Alexander Santel)

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13.01.2018

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3 Kommentare zu metal.de-Redaktion - Durch die Lappen gegangen

  1. Hypnos sagt:

    Liebe Redaktion, wie kommt es dass euch das letztjährige ‘Album des Jahres’, nämlich ‘Stranger Times’ von Vulture Industries nun ein weiteres mal durch die Lappen gegangen ist? Zumal ihr ankündigende Artikel zu diesem musikalischen Juwel veröffentlicht habt.

    Das grossartige ‘To The Elements’ von Sun Of The Sleepless würde leider auch übersehen

  2. Sven sagt:

    Ich würde mal frech behaupten, euch wäre die neue CD von Leprous durch die Lappen gegangen? Ihr habt sogar ein Konzert-Report gemacht, jedoch nie ein Review von “Malina” veröffentlicht. Bizarr?

  3. FreesingFab sagt:

    Witzig, das sind genau die Albumreviews, die mir hier auch abgegangen sind 🙂 (Also “Stranger Times” von Vulture Industries und “Malina” von Leprous.) Zwei wirklich tolle Alben…
    Wenigstens “Ghost Mile” von Voyager hat es nachträglich noch reingeschafft, auch wenn ich die Kritik der Beliebigkeit nicht ganz nachvollziehen kann und den Songs einen hohen Wiedererkennungswert zusprechen würde. Musste aber vll auch einfach schnell gehen, eine Meinung abzugeben, was bei Prog leicht zu Urteilen führen kann, die man nach etwas “Reifezeit” ganz anders sieht.