metal.de-Redaktion
Durch die Lappen gegangen

Special

Guerilla Toss

GUERILLA TOSS – GT Ultra

Von einer Knüppel- und Krachkombo hin zum Artpop-Geheimtipp mit punkiger Rotznase, das muss man den Bostonern GUERILLA TOSS erst einmal nachmachen. Die Band um Kassie Carlson hat mit “GT Ultra” ihr vielleicht reifstes Werk aufs Parkett gezaubert. Der Sound klingt aufgeräumt und die Songs bieten Abwechslung pur, wobei die Band die Waage zwischen punkigen Attacken, poppigen Synth-Passagen und funkigem Gewusel mit einigen Ausschlägen in jede Richtung souverän hält. Das mit der Reife ist natürlich und zum Glück nur im übertragenen Sinne zu verstehen. Denn gerade bei einer Band, die vor allem mit Punk-Einflüssen jongliert, möchte man gar nicht so viel Erwachsenes hören. Und zum Glück liefern GUERILLA TOSS ein quietschfideles, leicht spinnertes Album, das vor allem dank seiner aufgeweckten, frechen Art mitreißt.

Sängerin Carlson schimpft, quiekt, stöhnt und raunzt sich durch die Songs mit diesem gewissen Rotznasen-Flair, das durch die quirlige Musik abermals verstärkt wird. Hier wird dem Hörer ein Sound hingeklatscht, der durch seine Lebhaftigkeit und Spontanität besticht. Und statt durchgebratener Punk-Gitarren hebt Arian Shafiee lieber funkig-wuselige Riffs unter die geradlinigen Rhythmen und erzeugt so richtig viel Bewegung innerhalb der Songs. Weiterhin wird den Tracks durch den großzügigen Einsatz von großflächigen Keyboards ausreichend Größe und Form verpasst, sodass sie einem selbstbewusst entgegen springen. Da ist sogar für atmosphärische Spielereien wie bei “Skull Pop” Platz. Geerdet wird das Ganze schließlich durch die präzise Arbeit von Greg Albert am Bass, der die funkigen Untertöne des Sounds abermals unterstreicht.

“GT Ultra” ist entsprechend ein rundum spaßiges Album mit überraschend viel musikalischem Tiefgang geworden, dank dem es eine enorme Langlebigkeit entwickelt hat. Und es lädt mit Krachern wie “Betty Dreams Of Green Men”, “Can I Get The Real Stuff” und “Dog In The Mirror” zum wild Herumtanzen und -wuseln ein. Zu schade, dass GUERILLA TOSS noch eher ein Geheimtipp sind. Noch…

(Michael Klaas)

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13.01.2018

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3 Kommentare zu metal.de-Redaktion - Durch die Lappen gegangen

  1. Hypnos sagt:

    Liebe Redaktion, wie kommt es dass euch das letztjährige ‘Album des Jahres’, nämlich ‘Stranger Times’ von Vulture Industries nun ein weiteres mal durch die Lappen gegangen ist? Zumal ihr ankündigende Artikel zu diesem musikalischen Juwel veröffentlicht habt.

    Das grossartige ‘To The Elements’ von Sun Of The Sleepless würde leider auch übersehen

  2. Sven sagt:

    Ich würde mal frech behaupten, euch wäre die neue CD von Leprous durch die Lappen gegangen? Ihr habt sogar ein Konzert-Report gemacht, jedoch nie ein Review von “Malina” veröffentlicht. Bizarr?

  3. FreesingFab sagt:

    Witzig, das sind genau die Albumreviews, die mir hier auch abgegangen sind 🙂 (Also “Stranger Times” von Vulture Industries und “Malina” von Leprous.) Zwei wirklich tolle Alben…
    Wenigstens “Ghost Mile” von Voyager hat es nachträglich noch reingeschafft, auch wenn ich die Kritik der Beliebigkeit nicht ganz nachvollziehen kann und den Songs einen hohen Wiedererkennungswert zusprechen würde. Musste aber vll auch einfach schnell gehen, eine Meinung abzugeben, was bei Prog leicht zu Urteilen führen kann, die man nach etwas “Reifezeit” ganz anders sieht.