Der große Monatsrückblick
Die zehn besten Alben im April 2017 – Monatsrückblick, Highlights und Gurken

Special

Von Diskussionen und Stellungnahmen

Bild Stephan Möller metal.de Redakteur Textchef Profilbild

Textchef Stephan Möller spricht!

In letzter Zeit kam es in den Kommerspalten unserer Seite zu Diskussionen, ob einzelne Platten auf einer Seite stattfinden sollten oder nicht und ob metal.de nicht für Albumpremieren und hohe Wertungen abkassiert. Teils wurde sogar der Ruf nach Stellungnahmen laut. Man siehe dazu unsere Review zum aktuellen CRIMSON MOON-Album “Oneironaut”, man siehe unsere Rezension und die Albumpremiere des neuen FIN-Albums “Arrows Of A Dying Age”.

Um es klar zu sagen: metal.de wird keine offenen Faschos, Rassisten oder dergleichen featuren und damit unterstützen. Um den weiteren Nachfragen nach einer Stellungnahme noch einmal Gehör zu verschaffen: Ja, wir stehen weiterhin dazu, dass CRIMSON MOON als Band erst einmal unbedenklich sind. Und dass die komplette metal.de-Redaktion Nazis scheiße findet, ist ein Fakt. Okay? Okay!

Der erste Fall …

Es ist doch so: Wir schauen genau hin und wägen ab, und das wurde in den Kommentaren ja auch gesagt, ob eine Band und ein Album ideologisch unseren Maßstäben entspricht. Das war immer so, das ist so, und das wird immer so bleiben. Aber es gibt nun mal immer wieder diskutable Fälle – zu denen CRIMSON MOON mit Sicherheit gehört. Wir haben uns dafür entschieden, die Platte zu machen, denn trotz der Mitwirkung des Bandkopfes bei einer Band aus der (tiefen) Grauzone gehen wir davon aus, dass niemand aus der Besetzung Fascho, Nazi oder dergleichen ist. Wie schon unter der Review gesagt: Derselbe Mann, um den es hier geht, ist eigentlich ein ziemlicher Weltenbummler, der mit Menschen aus unterschiedlichsten Kulturen und Nationen zusammengespielt hat – unter anderem war er übrigens auf der letzten MELECHESH-Platte zu hören, und MELECHESH sollten ja nun wirklich über jeden Zweifel erhaben sein.

Und bedenkt doch bitte mal, wo der Rest der Musiker schon mitgespielt hat: ANCIENT CEREMONY, AGATHODAIMON, NARVIK, CARN DÛM – alles Bands, die wir nicht diskutieren müssen. Dass CRIMSON MOON aufgrund ihrer ersten beiden Kultalben und ihres Vorreiterstatus innerhalb der USBM-Szene eine erhöhte Relevanz für (Black) Metal besitzen, ist in der ganzen Diskussion noch gar nicht beachtet worden.

Oder kurz: Ja, der Fall ist diskutabel, und wir haben ihn in der Redaktion ausgiebig diskutiert. Nein, wir wollen keine Nazis, Faschos und ähnliches Gesocks auf metal.de unterstützen. Aber nein, wir glauben nicht, dass es sich bei CRIMSON MOON um solche Menschen handelt. Und ja, wir finden, dass die Band aufgrund ihres Kultstatus erhöhte Relevanz hat. Deshalb haben wir uns in diesem diskutablen Fall dafür entschieden, die Band auf metal.de stattfinden zu lassen.

Der zweite Fall …

Eine weitere Diskussion, bei der wir zur Stellungnahme aufgerufen wurden, war Kollege André Gabriels Review zum neuen FIN-Album “Arrows Of A Dying Age”. Um das Ganze nochmal kurz zusammenzufassen: Der Kollege André Gabriel hatte eine Review zur FIN-Platte hochgeladen, die er mit 10/10 bewertet hat. Klar, die 10/10 sieht man bei uns eher selten, die 10/10 ist für besondere Platten vorgesehen. Manche Kommentatoren fanden nun die 10/10 des Kollegen Gabriel übertrieben und konnten sie nicht nachvollziehen – geschenkt. Nun habe ich ein oder zwei Tage später eine Albumpremiere zu “Arrows Of A Dying Age” auf die Seite gestellt – unabhängig von André, der hat mit Premieren allgemein nichts zu tun. Nun gingen die Verschwörungstheorien los: Dann sei ja klar, wo die 10/10 herkäme, da wäre wohl Geld im Spiel gewesen.

Das Geschrei wurde groß, die Forderungen nach einer Stellungnahme wurde lauter. Leute, ernsthaft? Das ist ein bisschen so, als hätte ich bei schlechtem Geschmack im Mund die Vermutung, das läge am Morgenkaffee und würde daraufhin eine Stellungnahme vom Kaffeehersteller verlangen. Ohne Beweise, ohne Ahnung vom inneren Zusammenhang zwischen Kaffee und schlechtem Geschmack. Denn: Dass wir uns für Reviews, Review-Wertungen oder Song-/Album-/Videopremieren bezahlen lassen, die Vermutung kam stumpf aus dem Nichts und ist absolut unbegründet – quasi genauso wie die Vermutung, wir hätten uns keine Gedanken um CRIMSON MOON gemacht, bevor wir die Review veröffentlicht haben. metal.de hat noch nie Geld für Reviews/Wertungen genommen, und für die “metal.de präsentiert”-Premieren haben wir auch noch nie Geld gesehen. Punkt, fertig, aus.

Nun könnt ihr natürlich trotzdem gerne glauben, dass da finanzielle Interessen hinter stehen. (Tun sie nicht.) Ihr könnt gerne glauben, dass man bei uns Reviews oder Reviewwertungen kaufen kann. (Kann man nicht.) Ihr könnt weniger gerne, aber rechtlich einwandfrei glauben, dass wir absichtlich Nazis unterstützen wollen. (Wollen wir nicht.) Aber in den Kommentarspalten unter unseren Reviews irgendwelche wilden Theorien aufzustellen und dann Stellungnahmen von uns zu fordern – das empfinden wir als ein bisschen dreist. Unsere Inhalte bestimmen wir, nicht ihr. Natürlich nehmen wir Kritik entgegen, aber vielleicht auch mal nur zur Kenntnis. Natürlich könnt ihr Verbesserungsvorschläge und inhaltliche Wünsche äußern – aber ob wir die beachten, bleibt letztlich unsere Sache. Forderungen nach dem Schema “Ihr habts zwar nicht gesagt, aber für mich ist es eindeutig, dass […], deshalb will ich, dass ihr euch äußert und sowas in Zukunft nicht mehr tut” hingegen sind uns unverständlich.

Nichts für ungut, musste mal gesagt werden. Insofern: weitermachen! Zum Beispiel mit dem fiesen Ohrwur… ähm, Livealben-Special “Life Is Live – NaNa Na Nana”, mit Kollege Michael Klaas’ Abseits-der-Wege-Rezension zu “Guardians Of The Galaxy Vol. 2”, oder mit seinem Turn-Back-Time-Special zu VOIVODs “Phobos”. Oder mit unserem Monatsrückblick, in dem wir euch wie gewohnt auf den nächsten Seiten die besten Alben des Aprils, die größten Gurken des Monats sowie die persönlichen Playlists unserer Redakteure präsentieren. Viel Spaß beim Lesen, Durchklicken, Entdecken, Diskutieren und ggf. Stellungnahmen fordern wünschen …

Stephan & metal.de

Galerie mit 13 Bildern: Deez Nuts - Impericon Never Say Die Tour 2017Galerie mit 7 Bildern: Under The Black Sun 2016 - FinGalerie mit 20 Bildern: Bush - Deichbrand Rockfestival 2013

Seiten in diesem Artikel

12345678910111213
20.05.2017

- Dreaming in Red -

Interessante Alben finden

Auf der Suche nach neuer Mucke? Durchsuche unser Review-Archiv mit aktuell 29359 Reviews und lass Dich inspirieren!

Nach Wertung filtern ▼︎
Punkten
Nach Genres filtern ►︎
  • Black Metal
  • Death Metal
  • Doom Metal
  • Gothic / Darkwave
  • Gothic Metal / Mittelalter
  • Hardcore / Grindcore
  • Heavy Metal
  • Industrial / Electronic
  • Modern Metal
  • Pagan / Viking Metal
  • Post-Rock/Metal
  • Progressive Rock/Metal
  • Punk
  • Rock
  • Sonstige
  • Thrash Metal

He Is Legend, Deez Nuts und Dead By April auf Tour

3 Kommentare zu Der große Monatsrückblick - Die zehn besten Alben im April 2017 – Monatsrückblick, Highlights und Gurken

  1. Evil Sausage sagt:

    Ich muss immer schmunzeln, wenn ich in den Kommentarspalten eines Reviews bei einem Online Fanzine Anschuldigungen von wegen “bezahlter Reviews” oder Ähnliches lese. Ich schreibe selbst für ein (zugegeben deutlich kleineres) Fanzine und nehme an, dass die Abläufe was Bemusterungen durch Labels/Promoter angeht ziemlich gleich sind. In der Regel kriegt man vom Label/Promoter einen Link zum Download der zu besprechenden Platte. Ganz selten kriegt man überhaupt mal eine physische Kopie des jeweiligen Albums zugeschickt (was natürlich schneller und kostengünstiger ist) und dann glauben echt einige Leute, man würde sich für Reviews bezahlen lassen? Glauben manche Leute echt, eine Black Metal Band wie FIN bzw. ein relativ kleines Label wie Folter Records hätten das Budget, um sich bei diversen Online Magazinen ne gute Wertung zu erkaufen?
    Klar, 10er Wertungen sollte man als Rezensent immer sehr genau überdenken und auch ich stimme einigen 10er Wertungen sicherlich nicht zu, aber Vorwürfe gekaufter Reviews sind ziemlich absurd, besonders wenn man bedenkt von welcher Szene wir hier sprechen.

    Ganz weit vorne mit dabei bei meinen Kommentarspalten-Favoriten ist überigen auch “zuviel eigene Meinung im Review”. Solche Leute würde ich dann immer gerne darum bitten, mal ein vollkommen objektives Review zu einem Album zu schreiben.

  2. Mikka sagt:

    Ich kenne mich mit der Band Crimson Moon nicht aus. Jedoch bin ich etwas von der Argumentationskette eurerseits irritiert. Weshalb?

    Weltreisen machen noch längst keinen nicht-rassistischen Menschen aus jemanden. Das sagt null über Gesinnung oder Toleranz oder sonst was aus – mal von der Umweltgedanken abgesehen. Das ist leider einfach kein Argument, was Rassismus ausklammert. Zumal Rassismus sich nicht zwangsläufig auf alle ausländischen Menschen richtet. Da wird gerne mal zwischen ‘nützlichen’ und ‘unnützen’ Ausländern unterschieden.

    Das wird leider häufig vergessen.

    Trotzdem lobenswerte Einstellung und gut, dass ihr euch nochmals darüber kollektiv geredet habt! Ich wollte es nur ergänzen 🙂

    1. metal-maniac sagt:

      Ja die Logik kann ich irgendwie auch nicht nachvollziehen. Vor allem weil bei Crimson Moon eher das Label und nicht die Band selbst Stein des Anstoßes waren (was hier überhaupt nicht erwähnt wird). Demnach müssten hier auch Platten von W.T.C, bei denen nur mal ein nicht unerheblicher Teil an deutschen BM-Größen unter Vertrag steht, besprochen werden. Das Relevanz-Argument ist in meinen Augen genauso zweifelhaft. Der Logik folgend müssten hier auch Absurd-Platten reviewt werden. Schließlich sind die leider mit die relevanteste, deutsche BM-Band überhaupt (wobei die meiner Meinung nach eher Schlager auf E-Gitarren spielen, aber das ist ein anderes Thema).
      Dass bei metal.de keine Faschos schreiben habe ich nie angezweifelt, aber der Argumentationskette kann ich irgendwie immer weniger folgen. Wie auch immer, ich für meinen Teil bin jetzt raus. Der Artikel mit den 20 wichtigsten deutschen Metal-Alben hat für mich den Vogel abgeschossen (kein Accept, ernsthaft?). Ein notorischer Nörgler weniger. Wird metal.de nicht weh tun, und mir auch nicht.