Darkthrone
verfasst von metal.de am 27.10.2007Zusätzlich zum
Review des neuen DARKTHRONE Albums "F.O.A.D." möchten wir euch noch weitere Meinungen unserer Redakteure präsentieren.
"Fuck Off And Die", zu welcher Band würde dieses Motto besser passen als zu DARKTHRONE? Die beiden Norweger tun genau das, worauf sie Bock haben, und das schon gefühlte hundert Jahre lang. Und das ist verdammt nochmal auch gut so!
Klar, es gab in der Vergangenheit mehr als ein schwaches Album, und auch "F.O.A.D." wird nicht jeden Altfan begeistern können. Ich für meinen Teil freue mich diebisch über Details wie die spitzen Schreie in "Canadian Metal" und die punkigen Anteile imTitelsong, denn DARKTHRONE haben es endlich geschafft, ihr Black Metal-Image zu Gunsten einer zeitlosen Attitüde ad acta zu legen. Hier regieren Spaß und Lebensfreude, keine infantilen Hass-Parolen und gewalttätige Pennäler-Fantasien.
Auch die Musik hat mit Black Metal nur noch teilweise etwas zu tun. Klassische Metal-Riffs und Zitate aus so unterschiedlichen Genres wie Thrash oder Doom ziehen sich als roter Faden durch dieses vielseitige Album. Außerdem wird mit richtigen Melodien gearbeitet, und sogar das eine oder andere Gitarrensolo hat sich in die Songs verirrt.
Die Ansätze boten schon die letzten Alben, so richtig homogen konnte das Duo sie erst jetzt verarbeiten. Das Einzige, was "F.O.A.D." mit ihren älteren Vorgängern gemeinsam hat, ist die Urgewalt, das Rotzige, die Gnadenlosigkeit zweier Musiker, die um jeden Preis ihre Visionen umsetzen wollen und sich dabei einen Dreck um Szenepolizisten und Black Metal-Mode scheren.
Mit anderen Worten: DARKTHRONE sind einfach arschcool! Da muss auch nicht jeder Song ein Volltreffer sein, denn diese Band ist heute noch genau so wichtig wie zu finstersten "A Blaze In The Northern Sky"-Zeiten. Und warum? Weil sie ein Sinnbild für das Lebensgefühl Metal sind. Coole Scheibe!
Wyatt Earp - 7/10
Was sich bereits auf früheren Werken nach und nach immer deutlicher abzeichnete, ist mit dem aktuellen Album "F.O.A.D." nun schmerzliche Erkenntnis geworden: Death- oder Black Metal gibt es auf diesem Longplayer nur noch sehr bedingt zu hören. Es regiert pure Rotzigkeit und dreckiger Minimalismus mit einem Gekrächze und Gekreisch, dass sich Bands wie MOTÖRHEAD, OMEN, PARADOX oder die guten alten S.D.I., in dessen musikalische Richtung die vorliegenden neun Songs hauptsächlich tendieren, vor Gelächter sicherlich kaum noch auf ihren Barhockern halten können.
Dass Lachen ja ansteckend sein soll, beweisen schliesslich auch Songs wie zum Beispiel "Canadian Metal" und "The Church Of Real Metal", denn bei diesen Nummern frage ich mich ernsthaft, welches schlechte Gras Ted und Gylve geraucht haben, um einen solchen MANOWARschen Müll zu fabrizieren. Einzig und allein "The Banners Of Old" klingt noch halbwegs "evil", wenngleich so manches Mal Erinnerungen an THE NEFILIM geweckt werden. "Raised On Rock" schliesslich könnte tatsächlich als eine schlechte Kopie eines x-beliebigen MOTÖRHEAD-Schinkens durchgehen. Da holt auch die extrem schlechte Produktion mit den dumpfen Drums, die an extrem undergroundige Demo-Tapes erinnern, nichts mehr an Boshaftigkeit hervor.
Nach nun mehreren Durchläufen dieser DARKTHRONE wünsche ich mir schon fast, dass ich diesen Output als Purist von vornherein ignoriert hätte, denn "F.O.A.D." ist ein langweiliger, ideenloser Longplayer, der einfach nur nervt.
Jens - 2/10
Buuuhhuuuuu, das ist ja schon wieder Punk. Wääähhh, das macht der Fenriz doch nur mit Absicht. Och nööööö, ich will lieber ein Album wie "Transilvanian Hunger". DARKTHRONE verraten den Black Metal schon wieder.
KLAPPE ZU, ihr ganzen Heulsusen da draußen. Ich bin diese ganze Diskussion über die Black-Metal-Tauglichkeit der Band mehr als leid,sucht euch eine andere Lieblingsschmusiband, wenn ihr mit deren neuen Werken nicht klar kommt. Ich zumindest finde auch das neue Album des Duos wieder mehr als gelungen, da die Band den Weg, den sie auf "The Cult is Alive" eingeschlagen hat, konsequent weiter geht. Die Songs sind noch rotziger, der Gesang klingt noch mehr nach besoffenem Penner, das Riffing und das Drumming präsentiert sich noch eine Spur simpler. Und verdammt, das ist geil, das ist Heavy Metal. Die Jungs müssen einfach nichts mehr beweisen und machen den Scheiß, auf den sie Bock haben. Und das dürfen sie von mir aus noch Jahrzehnte machen, wenn dabei so geile Rumpelsongs wie "F.O.A.D." heraus kommen. Mit richtig geilem, weil schlechtem Heavy Metal-Gesang und einfachen, aber absolut passenden Riffs, schaffen DARKTHRONE eine Atmosphäre, die dem Titel mehr als würdig ist. "Fuck Off and Die", ein Motto, welches sich sowohl musikalisch als lyrisch wie ein roter Faden über die gesamte Platte zieht, so dass irgendwann auch der letzten Flennpunzel klar werden sollte, wofür DARKTHRONE im Jahre 2007 stehen.
Und nun können gerne wieder alle heulen, wie sehr sich DARKTRHONE doch verändert haben. Ja, das letzte Album ging gerade noch so, aber das neue Werk. Neee, das ist doch kacke und sooo langweilig. Ja Lisa, dein Daddy ist jetzt Lehrer! Mir schnuppe, das Ding geht gut nach vorne, ist asozial von Anfang bis Ende und ist einfach Punk pur. Wem das nicht passt, der kann sich gern an den Titel des Albums und die Klappe halten, Pussies!
Philip - 8/10
Nach dem spektakulär-genialen Vorgängeralbum "The Cult Is Alive" war ich doch sehr gespannt auf das neue DARKTHRONE-Album. Nachdem es eigentlich unmöglich war, die bereits im Sommer erschienene Mini "N.W.O.B.H.M." zu bekommen, musste ich mich dann doch bis Mitte Oktober gedulden, bis endlich die lang ersehnten Klänge in meine Gehörgänge drangen.
Was ich da gehört habe, hat mich einfach nur weggeblasen. Es war genau das, worauf ich nach "The Cult Is Alive" gewartet habe. "F.O.A.D." ist dreckiger und old-schooliger als alles was ich erwartet hatte. Das ist DARKTHRONE, das ist Black Metal! True Old School Black Metal! Also nichts für kleine BURZUM-Fans, die ich jetzt schon schreien höre: "DARKTHRONE haben den Black Metal verraten!" Nocturno Culto und Fenriz haben hier ganze Arbeit geleistet und sind zu ihren Wurzeln zurück gekehrt, was vor allem bei meinen beiden Lieblingsstücken "Raised On Rock" und "Canadian Metal" herauszuhören ist. Auch das Fenriz auf diesem Album einmal öfter das Mikro in die Hand nimmt, finde ich ausgesprochen erfreulich, da er doch einfach eine gute, rotzige Stimme hat. Auch die Produktion der CD ist einfach erfreulich old school, was bestimmt dem ein oder andren sauer aufstößt. Aber eine saubere, klare, technisch auf höchster Stufe angesiedelte Produktion hätte den Spirit dieses Albums zunichte gemacht. Für mich ist diese CD rundherum perfekt, musikalisch wie produktionstechnisch.
Das vielen das Album zu kantig und zu rotzig ist, war mir klar, weil hier schlichtweg Musik gespielt wird, die über den Tellerrand "Norsk Black Metal" hinaus geht und eher Black Metal fabriziert wird, wie man ihn schon auf Fenriz' Old School Sampler hören konnte. Sprich: Inspirationsquellen für dieses Album waren wohl Bands, die die meisten Nörgler entweder erst gar nicht kennen oder einfach nicht mögen. Kleiner Selbsttest: Legt euch "Canadian Metal" auf und überprüft wie viele zitierte Songs ihr kennt. Wer über "Sex With Satan" und "Take This Torch" hinaus kommt und alle erkennt, darf vielleicht sogar mit dem ollen Fenriz auf Wandertour gehen und über Metal diskutieren. ;)
Ich kann immer nur sagen, wie positiv erfreut ich von der Arbeit bin und ich hoffe auch, das weitere Alben in eine ähnliche Kerbe schlagen werden. Horns Up für DARKTHRONE! Wenn es nach mir ginge:
Janine - 10/10
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