Bitte loggen Sie sich ein um einen Kommentar verfassen zu können.

Amazon-Empfehlung
Metal.de auf Facebook
CD-Review

Wake The Plague

Artikel veröffentlicht am 29.12.2011 | 1790 mal gelesen

Nachdem uns KORN mit wenig appetitlichen Schilderungen nahe gebracht haben, wie sie denn damals auf den Bandnamen gekommen sind, habe ich für BATTLECREEK ne schönere Erklärung – und auch gleich ne passende, wieso so ne nette Ratte (Rattus rattus forma turpificata) vorne auf’m Cover zu sehen ist.

Die Jungs einer bis dato nicht benannten Band aus Schnaitsee (das ist so tief in Oberbayern, dass es fast Österreich ist) vergaßen ein übers andere Mal die Cornflakes im Proberaum und handelten sich so ein derbes Rattenproblem ein… gut, die Frage, wieso jemand ausgerechnet Cornflakes im Proberaum vergisst und nicht etwa ne Kiste Bier… würde mir jetzt die Geschichte versauen – also vergessen wir die Frage wieder!

Also: Immer wieder drangen die Nager ein, zernagten das Equipment und die Jungs wurden fast schon fuchsig, als sie die angefressene Packung Kellogg’s in der Ecke fanden… der eigentliche Grund, aus dem die Pelztierchen so gerne wiederkehrten. Das alles beeindruckte die Kerls so sehr, dass klar war, dass aufs Cover des Debüts schon mal ne Ratte kommt… und der Bandname?

THE RATS war ja schon vergeben und Kellogg’s ist einfach ein unheimlich blöder Name für ne Thrash-Band, ganz von den namensrechtlichen Schwierigkeiten abgesehen. Also benannte der Vierer die Combo einfach nach dem eigentlichen Firmensitz von Kellogg’s in Michigan: Battle Creek.

Damit außer mir niemand die wahre Hintergrundgeschichte zu erkennen imstande sein würde, schreiben die Jungs den Namen einfach in einem Wort.

Stimmt nicht? Ist mir doch scheißegal!

Was hier auf jeden Fall stimmt, ist die als höchst begrüßenswert zu betrachtende Tatsache, dass BATTLECREEK den reinsten Bay-ern Area Thrash spielen.

Wie der geht? Also erst einmal ist er nicht sehr weit vom einfachen Bay Area Thrash entfernt und Bands wie beispielsweise EXODUS dürften den Schnaitseern ebenso bekannt sein wie TESTAMENT. Das heißt: es gibt auf die Glocke, aber das mit Gefühl. Neben intensivem und pfeilschnellem Riffing gibt es das ein oder andere als durchaus gelungen zu bezeichnende Solo und eine Strauß eingängiger Melodien, die den Nachhaltigkeitsfaktor von “Wake The Plague“ erhöht.

Neben den üblichen Verdächtigen der Thrash-Metal-Gemeinde standen jedoch auch Vertreter vermeintlich härterer Spielarten Pate für den dichten Sound der Oberbayern, die ihren Vorbildern in punkto Spielfreude in nichts nachstehen. So sind denn DEATH zu “Scream Bloody Gore“/“Leprosy“-Zeiten und POSSESSED aus dem Death-Metal-Bereich zu nennen oder eben SADUS und DARK ANGEL, wenn’s um Speed und gesteigerte Härte im Thrash-Lager geht. Der Track “Pestilence“ erinnert sogar an QUO VADIS zu deren besonders thrash-lastiger “Days Into Night“-Phase.

BATTLECREEK sind auch stark im Mid- und einfachen Up-Tempo und entwickeln auf diese Weise ihre höchste Durchschlagskraft. Der Berne am Mikro macht dabei eine ebenso gute Figur wie die Instrumental-Belegschaft, auch wenn sich der einleitende Schrei beim Opener “Atomic Holocaust“ ein wenig handzahm ausnimmt. Doch spätestens wenn das Gaspedal durchgelatscht wird, ist der Bernemann (haha!) wieder im Tritt und liefert eine mehr als solide zu nennende Vocalakrobatik ab.

Die 2004 gegründete Formation ist zudem stets darauf bedacht, sich abwechslungsreich zu zeigen und im Gegensatz zu vielen anderen Kapellen gleicher Marschrichtung gelingt es den Bay-ern-Area-Thrashern, der Monotonie das Wasser abzugraben. So präsentiert uns der Vierer nicht nur ein ansprechend produziertes Debüt, sondern auch eine song-schreiberisch überzeugende Platte, die sich hinsichtlich Frische und Verve vor dem ähnlich gelagerten 2011er Album von HAVOK nicht zu verstecken braucht.

Sicherlich sind die Riffs noch nicht ganz so allgemeingültig wie die der vorgenannten Konkurrenz und vor allem die teilweise leicht überzogene Spieldauer der einzelnen Songs schwächt die Wirkung ein wenig ab, doch in Anbetracht der Tatsache, dass hier erst das Debüt einer Kapelle bestehend aus Jungspunden (zumindest den Band-Pics nach zu urteilen) vorliegt, lässt schwerstens aufhorchen und macht unbändige Lust auf mehr.

Pflichtbewusste Thrasher wissen also spätestens jetzt, was zu tun ist… und es geht dabei bestimmt nicht ums Cornflakes-Essen…


Kommentare




Noch 1000 Zeichen verfügbar





neuen Code erzeugen
Bitte gib den Bestätigungs-
code ein um den Kommentar
zu bestätigen: