Darkthrone
Darkthrone

Interview

So räudig wie eh und je präsentieren sich DARKTHRONE auch auf Album Nummer 14, "Dark Thrones And Black Flags", und führen die mit "Too Old Too Cold" eingeschlagene Richtung konsequent fort. Das mag nicht jedem schmecken, aber DARKTHRONE wären nunmal nicht DARKTHRONE, wenn sie nicht polarisieren würden, wenn sie nicht unbequem wären. Doch nicht nur musikalisch hat der gute alte Fenriz noch einiges zu sagen.

DarkthroneWenn du „Dark Thrones And Black Flags“ mit „F.O.A.D“ vergleichst, worin siehst du die Gemeinsamkeiten, worin die größten Unterschiede zwischen diesen beiden Alben? In welchen Elementen zeigt sich die Entwicklung, welche DARKTHRONE im Laufe des letzten Jahres durchschritten haben?

Ein Journalist nannte unseren Stil Pro-Regressive, das trifft es auf den Punkt! Perfekt! Auf unserem neuen Album hat Ted (aka Nocturno Culto, Anmerk. d. Verf.) noch stärker den Heavy Metal in die Riffs eingeflochten, und ich habe drei meiner Songs mit purem NWOBHM abgeschlossen. Und ich lasse mich selbst bei meinem Gesang mehr gehen. Seit ich 1987 damit begann zu singen, habe ich zwischen 1989 bis 1990 entdeckt, dass ich viele verschiedene Stimmen habe. Wenn also King Diamond 4 bis 5 Stimmen hat, habe ich nun vielleicht 8 verschiedene Stile, ich habe nicht gezählt. Wartet es ab! Hahaha!

Wie war dein persönlicher musikalischer Einfluss zum neuen Album?

Ich bin derjenige, welcher den NWOBHM, den Speed Metal, den Black Metal (typischer HELLHAMMER Stil im letzten Song „Witch Ghetto“, ja?) einbringt, ich kümmere mich um die „fließenden“ Riffs, während Ted eher auf den Stakkato-Stil steht, wie es scheint. Es ist also ein verrückter Mix, wir sind nicht Retro. Wenn es so wäre, hätten wir nicht das gesamte Album mit einem typischen Neunziger-Jahre-Riff begonnen, gespielt in einer typischen HIS HERO IS GONE Manier (US-amerikanische Crust-Punkband, Anmerk. d. Verf.). Aber wir folgen dem Pfad zurück zu den Ursprüngen der Geschichte des Metals, und nur wenig auf diesem Album ist jünger als 1985. Die Riffs sind größtenteils stilistisch zwischen den Jahren 1971 bis 1985, heutzutage für uns wohl noch eher zwischen 1979 und 1985.

Der Gesang ist wieder einmal sehr rau. Wie muss man sich die Gesangsaufnahmen bei euch vorstellen? Und wie viele Takes machst du eigentlich während der Aufnahmen?

Seit 2005 mache ich erst den Song, und dann die Texte passend zum jeweiligen Song. Ich habe das vorher nicht so sehr gemacht, nur in anderen Projekten wie zum Beispiel ISENGARD, da ich es tue, wenn ich für mich selbst singe. Wenn Ted singt, habe ich ihm keine Anweisungen gegeben, wie er zu singen hat. Es gibt da also schon einen klaren Unterschied zwischen uns. Aber jetzt wollte ich komplette Songs machen.

Aber ich probe nie den Gesang. Der Gesang wird am Abend im Studio aufgenommen. Plötzlich bekomme ich das Gefühl zum Singen, und dann sage ich Ted, dass ich genau JETZT den Gesang aufnehmen werde. Es gibt dann einen kurzen Soundcheck, um das Echo oder den Hall richtig einzustellen, und dann singe ich einfach mein Herz aus! Gewöhnlich verwenden wir den ersten Take, manchmal meine ich, dass ich es besser kann, dann wiederhole ich einen Vers oder den Refrain. Aber ich mag es, den ersten Take zu verwenden, da ich weiß, dass dies meine Art ist. Ich fühle, dass es das Beste ist. Das hat den meisten Mut. Und fick die Fehler, Fehler sind Teil des Lebens. Wir spielen keine klassische Musik – WE ROCK!!!

Mir kommt es so vor, als ob die Alben von DARKTHRONE immer Rifforientierter werden.

Nun nicht wirklich mein Freund. Zwischen 1989 und 1991 konnten wir bis zu 14 Riffs in einem Song haben, bspw. waren „Snowfall“ von 1988 und „Kathaarian Life Code“ von 1991 verrückt. Aber wir machten die Riffs damals nicht sehr effektiv. Wie sich die Dinge nun ändern, ist es schön, dass wir uns nun über Monate hinweg damit verbringen können, drei bis vier Riffs zusammenzufügen. Und dass wir einen Song wie auf unserem „Goatlord“-Album, aber weniger kompliziert, sehr schnell schreiben können.

Wir haben nun also nur wenige Riffs, diese sind dafür aber sehr effektiv. Ich denke auch mittlerweile etwas unterschiedlich darüber. Ich schreibe einen einfachen Song, aber es kann Monate dauern, bis ich die richtigen Entscheidungen für ihn getroffen habe… oder besser gesagt ich weiß nicht, ob es die richtigen Entscheidungen sind, aber zuletzt muss ich eine gottverdammte Entscheidung fällen, bevor wir aufnehmen, hahaha!

Kommen wir mal zum Song „Hanging Out In Haiger“: Ich denke, es ist ein offenes Geheimnis, dass du kein großer Fan des Reisens außerhalb von Norwegen bist. Bei denen Kumpels von OLD in Haiger scheint es dir aber gefallen zu haben?

Das stimmt, ich hasse es zu reisen, von meinen Platten getrennt zu sein. Ich bekomme ständig irgendwelche Angebote als DJ, Live zu spielen, werde überallhin eingeladen. Aber das ist nichts für mich. Ich kann die reisen nicht leiden, und auch die Anreise nach Haiger mochte ich nicht. Was es über den Besuch bei OLD zu berichten gibt, steht aber in Songtext.

Was ist eure Philosophie hinter dem absichtlichen Underground Sound eurer Alben? Ich mag dieses „Live-Feeling“ wirklich sehr!

Zuerst einmal vielen Dank! Es sind viele kleine Details während des Aufnahmeprozesses, welche zu diesem „Live-Feeling“ oder zum Rock auf die DARKTHRONE Art führen. Natürlich sind wir von MOTÖRHEAD inspiriert, zum Beispiel „Ace Of Spades“, so dass wir keine Kleinigkeiten außen vor lassen, die wir manchmal vor oder nach den Songs machen. Wir hinterlassen etwas, was man sich einige Male anhören muss. Und die drei letzten Alben „The Cult Is Alive“, „Fuck Off And Die“ sowie „Dark Thrones And Black Flags“ wurden Live eingespielt, mit Schlagzeug, Gitarre und Verstärker. Alles im gleichen Raum, daher nahmen die Schlagzeugmikrofone auch die Gitarre auf und umgekehrt.

Für das nächste Album haben wir uns vorgenommen, dass wir versuchen werden, die Gitarre vom Schlagzeug zu separieren (Phänomenal! Anmerk. d. Verf.). Es ist irgendwie, als wenn die erste Kreatur auf Erden die ersten Schritte aus dem Urozean macht. Hahahahaha!

Hehe, nur nicht auswimpen! Wie oft triffst du dich eigentlich mit Nocturno Culto im Proberaum bzw. im Necrohell Studio?

Hey! Seit 2005 bringt jeder von uns einen neuen Song zu unserem geheimen Proberaum. Wir nehmen bei einem Freund von uns auf, sehr trostlos, glaube mir! Es dauert 3,5 Stunden mit dem Bus für mich und liegt nördlich von Oslo. Ted reist mit dem Auto und dem portablen Necrohell 2 Studio an. Necrohell 2 wird es im Auto immer schlecht und es summt traurig vor sich hin, während Ted es vorsichtig transportiert.

Dann treffen wir dort an, schließen die Mikrofone an, lernen die Songs vom anderen und nehmen sie auf. Am nächsten Tag packen wir den ganzen Scheiß wieder zusammen, und Ted nimmt alles mit zu sich nach Hause in den Bergen und singt sein Zeug, mischt ab usw.

Das machen wir vier bis fünfmal im Jahr jetzt. Das nächste Mal steht in diesem Dezember an, wie wir hoffen, wenn Thor nicht den Himmel zerschlägt.

Haha, das Summen würde ich mal aufnehmen! Ist schon irgendwas für das nächste Album geschrieben oder aufgenommen? Kannst du uns schon einige Details nennen?

Yeah, ich habe im Juni mit einem neuen Song begonnen und habe die letzten beiden Monate damit verbracht, den letzten Teil des Riffs und die letzte Harmoniescheiße zu vollenden. Ich denke, ich werde es „Too Much Black, Not Enough Metal“ nennen, denn das ist genau das, was Gezol (METALUCIFER, SABBAT) seit langer Zeit sagt, das Problem ist dass Black Metal in den Neunzigern erschaffen wurde, und ich stimme da mit ihm überein.

Stichwort Black Metal. Bitte beschreibe die DARKTHRONE Black Metal (Re-)Evolution der letzten Jahre!

Nun, wir haben uns selbst zwischen 1998 und 2002 quasi in einer Box eingeschlossen, danach begannen wir, uns für mehrere Möglichkeiten zu öffnen. Und als Ted mit dem Vorschlag kam, dass wir uns ein eigenes Studio kaufen sollten und alles selbst machen könnten, realisierte ich, dass wir einen sehr rauen und primitiven Sound bekommen könnten. Also begann ich damit, dazu passende Songs zu schreiben, und zugleich sagte mir mein Herz, dass ich die Ketten durchbrechen soll, mich öffnen und fühlen soll, wie das Haar frei im Wind des wahren Heavy Metal und Speed Metal weht! Aaaaaaaaaaaaaaaaaaahhhhhhh!!!!!!!!!

Ich war schon immer der Meinung, dass DARKTHRONE eine Band sind, welche verschiedene Stile vereint. Da wäre der Death Metal der sehr frühen Tage, später dann der Black Metal, aber auch Thrash und Doom Metal, sogar Rock, Punk und Speed Metal. Wie breit gefächert ist eigentlich dein musikalischer Geschmack?

Auf dem ersten Demo, welches 1987 erschien, schrieb ich auf der Rückseite „Influenced by CELTIC FROST and CRYPTIC SLAUGTHER“. Es war also Metalpunk vom ersten Tag, und diese Bands sind so unterschiedlich, aber hör dir den Punk auf „Into The Crypts Of Rays“ an und Fuck an alle Idioten, welche nicht verstehen können, dass CELTIC FROST Punk-Parts haben. Ihr Idioten habt eine Gabel zu einem Messerkampf mitgebracht, hahaha!

Du bist einer der wenigen, der sogar verstanden hat, dass wir auch einige Doom Parts haben. Ich danke dir wirklich sehr! Das liegt einfach daran, dass wir in den Siebzigern aufgewachsen sind und von den verschiedenen Stilen bis 1993 beeinflusst wurden, wir haben also viele Einflüsse. Ich bin von tausenden von Bands beeinflusst! Wörtlich! Ok, vielleicht sind es doch nur 955, aber in einem Monat bin ich über 1000. Ich habe erst diese Woche das SAVAGE GRACE Album „Master Of Disguise“ entdeckt, an dieser Stelle Danke an Luc, jetzt sind es also 956 Bands. Und der Glaube an die perfekte Symbiose aus JUDAS PRIEST und IRON MAIDEN lebt wieder! AGENT STEEL haben dies perfektioniert!

Wie reagieren denn die selbsternannten True Black Metaller auf die Entwicklung von DARKTHRONE in den letzten Jahren? Und interessiert dich das überhaupt? Setzt du dich mit so was auseinander?

Ich bekomme nur die Sachen mit, welche mir einige Journalisten erzählen wollen. Ich denke, sie haben viele Dinge aus irgendwelchen Internetforen. Das ist wirklich seltsam, da in meiner Szene, die wir „One Of Us“ nennen, gibt es wirklich nur Die-Hards, die sich um echten, wahren Metal kümmern. Da gibt es keinen Platz für Computergenerierte Ein-Mann-Bands, Computergenerierte Lebensstile oder für die Einstellung von puristischen Nachahmern.

Für alle, welche den DARKTHRONE-Sound der Jahre 1991 bis 1995 mögen, will ich ein kleines Geheimnis lüften: Hört euch TANGORODRIM aus Israel oder ORCUSTUS aus Norwegen an. Ich schätze, von diesen Bands bekommt ihr das, was ihr hören wollt. Aber stellt euch nicht mir, meinem Lebenswerk, meiner Selbstverwirklichung in den Weg. Es geht um Respekt!

Inwiefern hat sich deine Einstellung zur Szene, zum Leben im Allgemeinen in den letzten Jahren verändert? Auf Fotos zeigt ihr euch seit vielen Jahren unmaskiert, in den letzten Jahren häufig beim Zelten, mit Jeans, Zigarette im Mundwinkel und einer Dose Bier in der Hand. Ein ganz schöner Kontrast zu den alten Fotos mit Corpsepaint und Kerzen. Persönliche Wandlung oder gar Statement?

Die ersten Jahre einer Band sind die wichtigsten. Bei DARKTHRONE war es am Anfang, also von 1987 bis 1989 so, dass ich auf den Demos sang und wir KEIN Corpsepaint hatten. Wenn du dir den Song „Snowfall“ von 1988 anhörst, wirst du feststellen, dass dieser unserem heutigen Stil verdammt nahe kommt. Meine Einstellung, meine Lebensweise entsprechen nun wieder eher dem, wie ich in diesen Jahren war, als im Zeitraum 1991 bis 2003. Mein Leben ist wieder wie in den Achtzigern. Übrigens hatten nur wenige meiner Songs Riffs aus den Neunzigern, da mein Material vom Rock und Metal der Siebziger und Achtziger inspiriert wurde. Die Zeit, in welcher ich aufwuchs.

Ich trinke auch nicht mehr ständig, vor allem nicht, wenn ich Texte verfasse. An dieser Stelle ein dickes „Fuck You!“ an alle Scheuklappendenker und alle Modern-Metal-Fucker. Ihr zerstört den wahren Metalsound! Scheiß auf getriggerte Drums, auf Pro-Tools, es geht um ehrlichen, echten Metal! Wir selbst haben auf unserem ersten Album „Soulside Journey“ solch einen Plastiksound verbockt, aber wir haben daraus gelernt.

Früher konnte sich solch eine Produktion nur eine große Band mit fettem Budget vom Label leisten. Ab 1989 wurden die Produktionen aber immer billiger, und es lag an der Band selbst zu entscheiden, ob sie dem Weg des Undergrounds folgt oder den seelenlosen Mainstream Plastiksound fährt. Gerade viele Death-Metal-Bands entschieden sich dafür, fuck! AUTOPSY rules forever!

Wie ist der Spirit innerhalb der Band heutzutage?

Es fühlt sich an, als ob ich ein frisches, hart gekochtes Ei ficke, unter dem kochenden Wasser von 1994 bis 2005 und dann… bereit bin zu kommen!!!

Brrrr, bitte keine Fotos! Du kannst nun auf 14 Alben zurückblicken, und auf über 20 Jahre unter dem Banner von DARKTHRONE. Das ist schon eine große Leistung! Was oder wem schreibst du eure Langlebigkeit und den kontinuierlichen kreativen Output zu?

Nun, zuerst einmal ist es mein Lebenstraum, seit ich ein Kind in den Siebzigern war, Alben aufzunehmen. Ich hatte allerdings nie den Wunsch, auf der Bühne zu stehen.

Und dann ist es die aufrichtige Liebe für die Geschichte des Metals und die Soundqualitäten der alten Welt, anstatt zu versuchen, Cyberklänge zu erzeugen. Im Gegenteil, ich glaube, die Zukunft liegt in der Vergangenheit. Je mehr Leute moderne, seelenlose Produktionen fahren, umso besser für uns. Unser Markt wird dann größer, aber das ist schlecht für die Kids. Die denken doch tatsächlich, dass etwas falsch wäre, wenn eine Produktion nicht wie SLIPKNOT klingt. Und das ist nicht der Fehler dieser Kids! Denkt darüber nach!

Auch halten Ted und ich viel Distanz, daher ist es nicht möglich, vom anderen gelangweilt zu sein. Ich war selbst Zeuge davon, wie viele Bands auseinanderbrachen, da die Mitglieder zu stark aufeinander hockten, auf Touren usw. Und ich denke, ich kann sehr ärgerlich sein, huh Ted? Hahaha, ich bin ein Maniac, ich halte mich mit vielem zurück, da ich andere Leute nicht irritieren möchte. Ich bin selbst von anderen irritiert, und ich möchte nicht, dass sie es sind.

Welches ist dein Lieblingsalbum von DARKTHRONE? Und gibt es ein Album oder einen Song, das dir nicht mehr gefällt?

Yeah, beides, aber diese Dinge ändern sich ständig. Aber nicht ganze Alben, es sind eher Teile in Songs, welche ich sehr mag und Parts, bei welchen ich realisiere, dass ich besser dies oder das getan hätte. Aber für andere klingt genau das großartig, also werde ich diese Musik nicht für die Leute ruinieren.

Wie kamst du zum ersten Mal mit Metal in Berührung?

Mein Onkel gab mir 1973 „Sweet Freedom“ von URIAH HEEP, als ich gerade einmal zwei Jahre alt war. Ich hörte dann den heavy Part im Song „Pilgrim“, und meine Seele war verkauft. Ich habe nichts gehört, was heavier war, auch wegen der Orgel, bis METALLICA mit „The Thing That Should Not Be“ oder mein Favorit „Orion“.

Wie wichtig sind große Sonnenbrillen im Metal?

Wenn ich mich zwischen einem Schlagzeug, einem Studio und einer Gitarre einerseits, auf der anderen Seite einer großen Sonnenbrille entscheiden müsste, würde die Sonnenbrille wirklich einfach gewinnen. Wie viele Bands haben die genannten Instrumente und beginnen, „Transilvanian Hunger“ doppelt so schnell wie wir zu spielen, mit getriggertem Bass Drum Sound, und Pro Tools, und weiblichem Gesang und schlechten Keyboards, und wie sie dann schließlich dabei enden, Cyper Metal mit Matrix-Sonnenbrillen zu spielen. Viel zu viele! Aber mit einer großen Sonnenbrille hast du den perfekten Start! Hahahaha!

Welchen Stellenwert haben der Metal allgemein und DARKTHRONE in deinem Leben?

Das ist mein Lebenswerk. Es kümmert mich also schon, wenn die Leute uns missverstehen, da ich DARKTHRONE bin. Wie würdest du dich fühlen, wenn jemand sich andauernd täglich, für 15 Jahre, über deine Person beschwert? Ich muss damit umgehen können, daher bin ich immer wütend, wie John McEnroe. Ted ist viel ruhiger als ich, hehe. Wir sind sehr verschieden, und das ist eine Quelle konstanter Belustigung zwischen uns.

Was ist für dich die Quintessenz des Black Metals?

OBSCURITY „Damnation’s Pride“ Demo Nr. 2, Schweden 1988

Ui, verdammt gute Wahl! Sollte ich auch demnächst wieder auflegen. Bist du eigentlich noch in Kontakt mit Zephyrous?

Ted ja, ich nicht.

Ich weiß, dass du oft in den Wäldern wanderst und campst. Welche Mühen und Abenteuer bringen diese Ausflüge mit sich? Siehst du viel von der Wildnis, und wie weit reist du, bist du an deinen Zeltplätzen bist? Gehst du immer wieder an die gleichen Plätze, oder entdeckst du lieber immer wieder neue? Und was treibst du so allgemein im Wald?

Ich schreibe immer, während ich unterwegs bin, da ich auf ziemlich professionelle Weise campe. Zum Beispiel schreibe ich diverse Führer. Ich schätze, ich habe mindestens an 70 verschiedenen Plätzen gezeltet in den 1560 Quadratkilometern Wald um Oslo.

Ich schwimme gerne, wenn das Wetter passend ist und sich unser Camp nahe eines guten Flusses oder Sees befindet. Und einfach sich daran erfreuen, draußen in der Natur zu sein, etwas Bier zu trinken und alle Arten von Musik auf dem Mp3-Player mit den kleinen Lautsprechern zu hören.

Der Wald ist riesig, und die Tiere sind sehr scheu. Wir sehen meist Vögel und natürlich Tonnen von Insekten. Fuck you Wespen!

Ach du heilige Scheiße! Gerade läuft auf dem National Geographic Kanal das Programm über die Qualleninvasion, worüber mir meine Freundin erzählt hat. Ich muss weg!

Hier geblieben! Welche Musik hörst du denn bevorzugt in der Natur? Ich meine außer „Hiking Metal Punks“ vom aktuellen Album natürlich!

Der Songtext von „Hiking Metal Punks“ handelt von meinem Lebensstil, von Momenten und Orten in den Wäldern, die ich genossen habe. So erzähle ich beispielsweise im zweiten Vers von vier Zeltausflügen. Das erste Riff fiel mir auch ein, während ich im Wald unterwegs war, ich habe es den ganzen Heimweg lang gesummt. Zu Hause habe ich es dann auf der Gitarre gespielt, und zwar auf der akustischen Gitarre, da ich ausschließlich hierauf immer neue Riffs schreibe.

In den Wäldern höre ich mir am meisten BATHORY an, entweder „Hammerheart“ oder „Twilight Of The Gods“.

Wie schaust du heutzutage eigentlich auf deine ehemaligen Seitenprojekte ISENGARD, VALHALL und NEPTUNE TOWERS zurück?

NEPTUNE TOWERS war etwas, was ich definitiv tun musste, und ich hatte eine seltsame und wundervolle Zeit damit. Nachdem ich die Hintergrundmusik für NEPTUNE TOWERS gemacht hatte, brauchte ich oftmals zwei Zigaretten, um mit meinen Füßen wieder zurück auf den Planeten Erde zu gelangen. Alles war gespielt, nichts davon war programmiert.

Es war großartig, ISENGARD zu starten. Im Sommer 1989 konnte ich mit meiner ersten Ein-Mann-Band loslegen, auf einem portablen Studio namens Necrohell 1. Und ich konnte mich um den Gesang kümmern, während ich den Gesang bei DARKTHRONE früher in diesem Jahr an Ted abgetreten hatte, da ich meine Stimme auf unserem „Thulcandra“ Demo nicht mochte. Außerdem musste Ted sowieso Live singen.

Dann in den frühen Neunzigern, irgendwann 1992 oder 1993, begann ich wieder in VALHALL (Fenriz war bereits Mitte der Achtziger Mitglied, Anmerk. d. Verf.), und sie hatten das Necrohell Studio, aber jetzt war es wieder in meinem Wohnzimmer, da ich ja wieder zur Band gehörte. Ich verließ VALHALL das erste Mal 1989, um mich voll auf DARKTHRONE zu konzentrieren. Wir hatten da gerade unseren Plattenvertrag bei Peaceville unterschrieben.

Ok, also 1993 begann ich damit, mehr für ISENGARD aufzunehmen, dieses Mal war ich von Folk und den BATHORY Alben der Viking-Metal-Phase beeinflusst. Aber ich glaube, ich machte nicht viele gute Songs. Aber die Leute mochten es! Ich mochte SKYCLAD und meinen eigenen Folk Metal für einige Jahre, und dann fand ich heraus, dass Folk Metal eine schlechte Idee ist! Folk Rock funktioniert, aber ich denke wirklich, dass Folk mit solch verzerrten Gitarren und sehr heavy gespielt, einfach dumm und zu fröhlich klingt. Tut mir leid!

Aber ISENGARD hat so verschiedene Songs, viele von ihnen mag ich noch sehr. Wie „Our Lord Will Come“, was wie ich schätze mein Tribut an die amerikanischen PENTAGRAM und BLACK SABBATH ist.

Gibt es noch irgendwelche Träume oder Ziele, die du erreichen möchtest?

Nein, mein einziges Ziel im Leben war, einen guten Plattenvertrag zu bekommen, um damit zu beginnen, Alben aufzunehmen. Und das bekam ich 1989/1990.

Welche Bedeutung haben denn eigentlich Interviews für dich persönlich?

Mir war es in meinen Interviews immer wichtig, die Namen anderer, meiner Meinung nach wichtigen Bands zu erwähnen. Dadurch kann ich mich selbst erklären, und den Leuten sagen, was in der Szene wirklich wichtig ist. Dies ist eine Musikwelt, und nicht die wahre Welt.

Vielen Dank für das Interview! Die letzten Worte gehören dir!

Hier sind einige aktive Bands, welche ich unterstütze! Ich hoffe, ihr könnt sie alle auf Myspace finden!

PORTRAIT, EIDOMANTUM, GASMASK TERROR, ZEMIAL, THE BATALLION, SALUTE, EM RUINAS, DEATHHAMMER, OLD, VOMITOR, FARSCAPE, THE DEVILS BLOOD, LONEWOLF, ORCUSTUS, AURA NOIR, VIRUS, WITHC, EVIL ARMY, KARNAX, RESISTANCE, DOOMED BEAST, DEMONS GATE, ALPHA CENTAURI, MORNE, MÄNIAC, SONIC RITUAL, DEATHRONER, JEX THOTH, NOCTURNAL, ENFORCER Schweden, NEKROMANTHEON, WORLD BURNS TO DEATH, HELLSHOCK, CORRUPT, NATTEFROST, TYRANT Schweden, CREEP COLONY, BASTARDATOR, WAR CRIMES, DEATH BEAST, BLÜDWÜLF usw.

Das ist das wichtigste, was ich in Interviews tue. Ich habe andere Bands wie hier seit 1988 promotet. Besucht unsere offizielle Myspace-Seite, dort findet ihr Blogs mit Musiklisten, dort könnt ihr auch coole Bands unter unseren Topfreunden entdecken.

04.12.2008

Geschäftsführender Redakteur (Konzertakkreditierungen, News, Test Audioprodukte)

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