Carnal Demise - Carnal Demise

Review

Melodic Death Metal aus Finnland? Da denkt man zuerst natürlich an die stimmungsvollen und etwas schwermütigen Bands wie INSOMNIUM oder an die Keyboard-Freunde von CHILDREN OF BODOM und KALMAH. Damit haben CARNAL DEMISE aber eher weniger zu tun, weder gibt es einen festen Keyboarder noch ist das Quintett besonders atmosphärisch. Aber was machen nun eigentlich CARNAL DEMISE?

Die haben ihren Stil scheinbar in der Schnittmenge aus Melodic Death und Thrash Metal gefunden. Das Quintett macht seine Sache auch recht souverän, bewegt sich meist in höheren Tempo-Regionen und versucht das recht austauschbare Grundgerüst (aus Thrash-Metal-Riffing) mit einigen Soli, netten Melodien und einem Hang zu recht eingängigen Refrains auszuschmücken. Es wäre falsch zu sagen, dass das nicht gelänge, mitunter ist „Carnal Demise“ durchaus unterhaltsam. Gerade dann, wenn sich die Finnen nicht in leidlich gewöhnlichen Bahnen bewegen. Das passiert leider nur sporadisch, hier mal ein überraschendes Intro, da mal ein ganz ansprechendes Solo, aber nichts richtig greifbares. Überraschend wird es dann mit dem Schlusstrack „Slieghride“, der nicht nur der längste auf der Platte ist. Denn hier bremsen CARNAL DEMISE das Tempo, reduzieren den Thrash-Metal-Anteil in Richtung Null und spielen sich in einen Rausch aus Härte und Melodie, der durch sanftes Keyboard-Spiel und  Klargesang zum Hinhörer des Albums mutiert.

Das war es dann auch schon, davor sind CARNAL DEMISE zwar ganz gefällig, aber nicht wirklich berauschend. Wer sich durch das halsbrecherische Tempo bis zum Ende gekämpft hat und trotzdem noch bei der Stange bleibt, wird mit einem wirklich richtig guten Song belohnt, der bedächtig aus dem Album leitet und zeigt, was in CARNAL DEMISE stecken könnte. So ist das Debütalbum allerdings nur solider Durchschnitt, der ordentlich gespielt und druckvoll produziert wurde, aber weder Hits noch besondere eigene Ansätze präsentieren kann, schade!

17.05.2012