Manic Movement - Thousand Sufferings

Review

Wie lange holländischer Käse durchschnittlich reift, bevor er zum Verzehr über die Ladentheke wandert ist mir leider nicht bekannt. Alles andere als Käse fabrizieren die Holländer Manic Movement, obwohl man dem Songs auch eine überdurchschnittlich hohe Reifezeit zukommen lassen hat, die bis zu sechs Jahren betrug, bevor der Silberling über die Theke eines Plattenhändlers des Vertrauens wandert. Jedem Happen geht ein atmosphärisches Intro voraus, bevor es ans Eingemachte geht. Dies gestaltet sich todesmetallischer Art mit rockigen Elementen versehen, zu deren Veredelung eine Frauenstimme das ein oder andere mal ertönt. Ein besonderes Schmankerl ist das Lied „Amsterdam“ von Jacques Brel, dem man sich angenommen hat, um dieser Stadt wohl seine Ehre zu erweisen. Die Mischung, die die Holländer zum Besten geben dringt bis ins Mark hinein und rüttelt vom Winterschlaf noch müde Knochen wieder wach. Bleibt nur zu hoffen, dass der Nachfolger nicht ganz so lange auf sich warten lässt, wie es das Debüt bis zu seiner Veröffentlichung tat.

06.01.2000

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