Midnight Rider - Beyond The Blood Red Horizon

Review

MIDNIGHT RIDER ist eine Band aus Koblenz, welche sich selbst in die Rubrik Heavy Rock einsortiert. Bereits 2004 gegründet, bedurfte es einige Jahre, bis die Herren sich gefunden hatten. Die ursprüngliche Bandbesetzung war eine deutsch-japanische Allianz. Die Besetzung stabilisierte sich erst 2013. „Manifestation“ war 2017 der erste Longplayer von MIDNIGHT RIDER, 2022 folgt „Beyond The Blood Red Horizon“.

„Beyond The Blood Red Horizon“ auf den Spuren von KADAVAR und Co.

Heavy Rock als Genre, dass bedeutet das die Vorbilder aus den 70ern stammen und ein Hauch von BLACK SABBATH in der Luft liegt. Der Titeltrack als Opener der Scheibe überrascht zunächst. Der Einstieg klingt nach psychedelischem Rock, die Saiten sorgen für die entsprechende Heavyness, der Refrain bleibt psychedelisch und der Song wirkt etwas verstaubt.

“Majestic Warfare” und  „No Man’s Land“ begeben sich auf die Spuren von KADAVAR, „Time Of Dying“ kommt etwas getragener daher, der psychedelische Einfluss passt zum Thema. Insgesamt klingt die Nummer wie ein Relikt aus den 70er Jahren.

Ob „Intruder“, „No Regrets” oder “Your Parole”: MIDNIGHT RIDER haben sich intensiv mit der Diskografie von BLACK SABBATH beschäftigt und kombinieren diese Elemente mit Heavy Rock, wobei der Tieftöner in Richtung Stoner Rock schielt. “Demons” kann mit einem intensiven, eingängigen Refrain punkten und gehört zu den besseren Songs auf „Beyond The Blood Red Horizon“. Der Schlusspunkt nennt sich “Always Marching On”, welcher das Tempo deutlich anzieht und eher im klassischen Heavy Metal zu verorten ist.

MIDNIGHT RIDER und die fehlende Eigenständigkeit

„Beyond The Blood Red Horizon“ ist insgesamt kein schlechtes Album. Das Problem ist die fehlende Eigenständigkeit. Es gibt mehr als genügend Platten und Songs, welche dem zweiten Longplayer mehr als nur ähneln. An die Qualität, welche die führenden Retro-Rock-Bands liefern, reicht das Werk nicht heran. Die Scheibe hat seine Momente bei zum Beispiel „Demons“ oder “Majestic Warfare” , für den großen Sprung reicht es jedoch nicht. Die Anhängerschaft von KADAVAR und Co, welche nach neuer Musik Ausschau hält, sollte den Output von MIDNIGHT RAIDER ohne zu große Erwartungen antesten.

01.10.2022

Ein Leben ohne Musik ist möglich, jedoch sinnlos