Carach Angren
Carach Angren

Interview

Nicht nur auf dem "Making Of", das auf dem Debüt "Lammendam" der drei Holländer CARACH ANGREN zu sehen ist, zeigen sich Seregor, Namtar und Ardek von ihrer sympathischen Seite. Auch bei Interviews beweisen sie sich als sehr gesprächsfreudige und als Menschen, mit einem gesunden Mass an Perfektionismus. Ein äußerst interessantes Interview mit Seregor (Gesang, Gitarren) und Ardek (Keyboards), indem es unter anderem auch Wissenswertes aus dem Reich der Geister zu erfahren gibt!

Carach AngrenHails Ardek und Seregor. Vielen Dank, dass ihr euch die Zeit für das Interview genommen habt. Zuallererst möchte ich sagen, dass ich von eurem Debüt „Lammendam“ sehr positiv überrascht bin, das am 18. April über Maddening Media veröffentlicht wird. Ihr seid derzeit womöglich sehr beschäftigt mit Interviews. Wie fühlt ihr euch? Seid ihr aufgeregt?

Ardek: Hallo Jessica, vielen Dank! Haha, ja allerdings. Letzte Woche bekamen wir einige Interview-Anfragen. Es benötigt eine Menge Zeit alle möglichen Arten von Fragen zu beantworten, aber das ist okay. Wir sehen es als große Gelegenheit uns persönlich mitzuteilen sowie auch CARACH ANGREN zu erklären. Und ja, wie sind alle drei sehr aufgeregt in diesen Tagen. Wir sind sehr zufrieden mit allem, was soweit mit CARACH ANGREN geschehen ist und mit der Veröffentlichung von „Lammendam“ – unserem ersten Debüt-Album, die eine Krone über allem ist, was wir davor für die Band getan haben.

Es scheint, als ob viele andere meine positive Meinung teilen. Was habt ihr bisher für Resonanzen bekommen? Seid ihr zufrieden mit dem Endergebnis?

Ardek: Ja, wie schon gesagt, wir sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Wir sind sehr stolz darauf, aber auch auf die Leute, die das alles ermöglicht haben und mit uns gearbeitet haben wie Philip Breuer (dem Besitzer von Maddening Media und Sänger in LE GRAND GUIGNOL), Patrick Damiani (Besitzer des TidalWave Studios und Gitarrist in LE GRAND GUIGNOL) sowie Erik Wijnands (Negakinu Fotografien).

„Lammendam“ wurde genauso, wie wir es uns gewünscht haben und sogar noch besser! Soweit haben wir ziemlich viele Rezensionen von dem Album bekommen und alle sehen sehr gut aus! Die Rezensenten sind sehr großzügig mit ihren Punkten, so ist es also eine ziemlich gute Sache für uns. Es ist nicht nur eine nette Geste, dass die Rezensionen eine gute Atmosphäre um die Veröffentlichung verbreiten – es ist auch sehr zufriedenstellend, dass die meisten Rezensenten unsere Musik verstehen.

Wann und wie ist es eigentlich zur Zusammenarbeit mit Maddening Media gekommen? Ist es euer erster Plattendeal?

Seregor: Ungefähr vor 2 Jahren hatten wir eine Zusammenarbeit mit Maddening Media. Es gibt eine niederländische Band namens ORDO DRACONIS. Ihr Gitarrist Walter hat unsere M-CD dem Besitzer von Maddening Media Philip Breuer vorgestellt. Er war sehr überzeugt und hat uns kontaktiert. Es ist toll mit ihm zu arbeiten. Phil weiß, was er tut und wir haben immer eine tolle Zeit. Ja, das ist unser erster Deal.

2003 wurde CARACH ANGREN in der südlichen Region von Limburg in den Niederlanden gegründet. Könntet ihr uns ein bisschen mehr darüber erzählen, wie ihr zusammengefunden habt sowie eine kleine musikalische Biografie von euch? Wann habt ihr angefangen, eure Instrumente zu lernen und habt ihr bereits in anderen Bands gespielt? Ich habe nur von einer Black/Thrash-Band namens VAULTAGE gelesen, wo zwei von euch gespielt haben.

Seregor: Am Anfang haben Ardek und ich uns zu VAULTAGE zusammengeschlossen. Wir kannten uns schon vorher, da wir zusammen in unseren ersten Bands DARK MUTATION und INGER INDOLIA gespielt haben. Aber so richtigen Kontakt hatten wir erst in VAULTAGE. Ardek am Keyboard und ich als Sänger. Wir hatten dieses Black Metal-Feeling und wir haben regelmäßig über gute Black/Death etc-Alben, Horrorvorstellungen und Emotionen, die wir an bestimmten Plätzen hatten, gesprochen. Wie Wälder und Horrorfilme. Wir hatten dieselben Interessen. Wir haben unseren Part in Vaultage gemacht, Thrash Metal und Black Metal miteinander kombiniert. Wir haben damals sogar einige gute Songs gemacht und es war eine schöne Zeit.

Eines Tages 2003 haben wir uns entschieden unser Nebenprojekt CARACH ANGREN zu gründen. Ich habe mich an den Gesang und die Gitarren gemacht und Ardek an die Synthesizer. Namtar (Schlagzeuger) ist übrigens Ardeks jüngerer Bruder. Ardek hat mir erzählt, dass er sich an den Drums versucht und als er mir etwas von seinen Fähigkeiten zeigte, war ich beeindruckt und Namtar war geboren, hehe. Ein exzellenter Drummer mit einer Menge Talent. In der Musik sowie auch in freundschaftlichen Dingen. Namtar war auch einige Zeit für VAULTAGE rekrutiert worden. Unglücklicherweise gibt es all die vorherigen Bands nicht mehr. Als VAULTAGE erstmal an den Nagel gehängt wurde, ging all die Konzentration für CARACH ANGREN drauf. Ende der 90er Jahre habe ich angefangen, Bass zu lernen. Der Gesang war von vornherein schon mein Ding. Vielleicht fünf, sechs Jahre vorher habe ich mit dem 7-Saiter angefangen.

Um das Geheimnis hinter dem Namen CARACH ANGREN zu lüften: wie ich in eurer Biografie gelesen habe, bedeutet es „eiserne Kiefer“. Welche Sprache ist es? Es hört sich nach einer Wortkreation von J. R. R. Tolkien an… Warum habt ihr euch für diesen Namen entschieden und was ist die Geschichte dahinter?

Seregor: Ich habe meine Black Metal-Geschichte schon vor 10 Jahren begonnen. Es gab damals schon eine Menge Black Metal-Bands wie GORGOROTH, MORGUL, CIRITH GORGOR und SUMMONING, die Namen von diesem Autor verwendet haben. Es schien wie eine Bibel für die Bands zu sein. Also habe ich auch angefangen die Bücher zu lesen und mir gefiel es. Eine gute Beschreibung für das Gute und Böse. Die dunklen Namen, die Tolkien seinem Land „Mordor gab, waren schon alle vergeben. Aber dann fand ich den sindarianischen Namen „Carach Angren“ in seinem Buch „Das Silmarillion“. Es war noch unbekannt und ich hab es meiner ersten Band gezeigt. Aber INGER INDOLIA schien ein besserer Name für diese Band zu sein. All die Jahre später kam CARACH ANGREN wieder für unser Projekt in Frage. Jedes Mitglied hat zugestimmt. Okay, sehr viele Bands haben schon mit Tolkien gearbeitet, aber wir haben nichts von seinen Geschichten in unseren Texten außer dem Band-Namen. Also scheiß‘ auf die Meinungen und siehe es als eine alte feine Tradition auf eine fantastische Definition der Dunkelheit zu deuten. Carach Angren ist ein enger Pass im Nordwesten Mordors, wo die Berge zusammenkommen und zusammen wie scharfe Zähne und aus Eisen gehauen aussehen. Ein guter Name, der sich fremd und dunkel anhört. Gut genug, um ihn zu behalten, wenn wir eventuell mal in der Zukunft unsere Konzepte ändern möchten. Es steht für Stärke. Eiserne Kiefer beißen Löcher in deine Seele…hehe.

Ihr habt bereits zwei eigenproduzierte Eps veröffentlicht: „The Chase Vault Tragedy“ und „Ethereal Veiled Existence“. Wann sind diese erschienen und sind sie noch zu bekommen?

Ardek: Wir haben „The Chase Vault Tragedy“ 2004 veröffentlicht, nicht lang nachdem wir mit CARACH ANGREN angefangen haben. Für uns war es ein Statement zu dieser Zeit. Wir wollten etwas herausbringen, um uns selbst ein Ziel oder einen Leitfaden zu setzen. Es war klar, dass wir Thematiken und Geschichten behandeln wollten, die wir mit unserer Bewunderung in musikalische Formen bringen. Also haben wir damit weitergemacht, nachdem wir „The Chase Vault Tragedy“ herausgebracht haben. Unsere starke Motivation wurde dann zu dem Ergebnis unserer zweiten EP „Ethereal Veiled Existence“, die wir 2005 veröffentlicht haben.
Die erste EP ist nicht mehr erhältlich, aber ihr könnt alle unsere Songs kostenlos auf unserer Webseite herunterladen. „Ethereal Veiled Existence“ ist derzeit auch ausverkauft, aber wird bald wieder erhältlich sein!

Ein sehr interessanter Aspekt von CARACH ANGREN ist, dass all eure Veröffentlichungen nicht nur „einzelne“ Songs enthalten, sondern immer ein komplettes Konzept dahinter steckt. War es ein natürlicher Prozess oder eine beabsichtigte Entscheidung eine bestimmte Geschichte als Aufhänger für eure Alben zu nehmen und ein ganzes Konzept daraus zubilden, textlich wie auch musikalisch?

Seregor: Schon von Anfang an wollten wir etwas anderes mit Konzepten machen. Nicht nur mysteriöse Musik. Aber dafür richtig tief in eine dunkle Geschichte oder Legende gehen. Eine Kunst daraus machen. In den ersten Tagen von CARACH ANGREN haben wir ein paar Songs geschrieben. Einer dieser Songs hieß „The Unquiet Gallow“. Über eine Kreuzung, wo ein Galgen stand. Viele Menschen wurden dort erhängt und dort spukt es. An dem Punkt haben wir begonnen, Konzepte über Geister zu entwickeln. Irgendwie, als wir „The Chase Vault Tragedy“ komponiert haben, haben wir zugestimmt alle Songs zu einem Konzept zu schreiben. Wir haben uns eine Geschichte mit vielen Details und verschiedenen Ereignissen ausgesucht. Auf diesem Wege kannst du viel mehr Emotionen in einer Geschichte ausdrücken. Es wurde ziemlich normal für uns, auf dieser Basis all unsere Veröffentlichungen zu schreiben. Wir möchten, das die Leute sich wundern, was als nächstes kommt. Wie ein Horrorfilm mit einer guten Story.

Der textliche Inhalt handelt meistens von paranormalen Erscheinungen, Mythologien und alten Legenden. Ihr habt die Geschichte des Chase-Familiengrabes in Barbados für „The Chase Vault Tragedy“ genommen sowie das Bild der bekannten „Brown Lady“, einer Geisterscheinung in Raynham, Norfolk für „Ethereal Veiled Existence“. Woher nimmt ihr diese Ideen und Inspirationen her, um diese Legenden für eure Texte zu verwenden? Wer schreibt sie? Und im Allgemeinen: studiert ihr diese Themen oder seid ihr „nur“ sehr interessiert daran? – Ich weiß, sehr viele Fragen auf einmal ;-).

Seregor: Hehe, kein Problem. Ich schreibe alle Texte. Schon mein gesamtes Leben fühle ich mich von Horror und der Dunkelheit wie angezogen. Damals war ich besessen von Filmen wie „Hellraiser“, „Die Fliege“, „Tanz der Teufel“ usw. Ich war sechs Jahre alt und habe ganz gute Skelette gemalt…hehe. Alte, leere Gebäude besuchen, Wälder, Bücher lesen über dämonische Inhalte. Du ahnst es, ich hatte schon immer eine Menge Fantasie. Ich bin ein Perfektionist mit einer Leidenschaft für mysteriöse Dinge im Leben. Ich fühle mich geschmeichelt, wenn du fragst, ob ich das studiere… Nein, ich bin nur ein kranker Bastard mit dunklen und verdrehten Gedanken…haha. Ich besitze zehn von diesen schwarzen Büchern über Religionen, Dämonen, Göttern, das Universum usw. In einem fand ich ein Märchen über die Chase-Gruft. Über die paranormalen Ereignisse in einem Familiengrab. Jedes Mal, wenn dieses versiegelte Grabmal für weitere Angehörige geöffnet wurde, wurden die vorherigen Gräber in einem kompletten Durcheinander vorgefunden. Ardek kam mit der Idee der „braunen Lady“, dem berühmten Geister-Foto, das 1936 geschossen wurde. Gute Konzepte für zwei feine M-CDs.

„Lammendam“ erzählt die Geschichte einer Lady in einem weißen Kleid. Auch ein weiblicher Geist wie die „Brown Lady“. Kannst du mir ein bisschen mehr über diese Legende erzählen? Ist es eine traditionelle niederländische Legende und was ist der tragische Aspekt an ihrer Geschichte?

Seregor: Lammendam ist der Name von einem spukenden Platz in einem Wald in den Niederlanden. Einst war dort ein Schloss, indem ein wunderschönes Mädchen lebte. Während der Französischen Revolution wurde dieser Platz „De Leiffartshof“ genannt. Sie hatte eine Beziehung mit zwei Jungs, die aber nichts voneinander wussten. Als sie es herausfanden, wurde eines Nachts zu Vollmond das Schloss wie die Hölle in Brand gesetzt. Die Besitzerin ist verbrannt und nie fand jemand heraus, wer das getan hat. Seit dieser Zeit sahen Menschen einen weißen Schatten, der entlang von Feldern und Wäldern wandert. Einige Leute verschwanden in den Sümpfen und Wäldern. Vor allen Dingen die französischen Bauern arbeiteten nicht mehr nach Einbruch der Nacht. Sie haben von einer Erscheinung namens „La madame blanche“ (franz.: „die weiße Dame“) gesprochen. Dieser französische Begriff wurde von den Holländern in „de Lammendam“ geändert. Es ist eine unbekannte Saga. Der Burggraben des Schlosses kann immer noch in den Wäldern gesehen werden. Es ist ein paar Meilen von meinem Haus entfernt. Also, ein sehr persönliches Konzept.

Der erste Gedanke, der mir in den Sinn kam, als der erste Song „A Strange Presence Near The Woods“ anfing, war: EMPEROR trifft auf DIMMU BORGIR. Sehr gut arrangiert, voller Details, atmosphärisch (aber nicht kitschig) und auf der anderen Seite voller Kraft und Energie. Ich versuche eigentlich nicht Vergleiche mit selbstständigen Bands, wie ihr es seid, zu ziehen, aber beide Bands haben in der Vergangenheit Großes kreiert und können mehr oder weniger als die „Flagge“ des „symphonischen Black Metals“ gesehen werden. Aber wo seht ihr eure Einflüsse? Was hört ihr am liebsten in eurer Freizeit?

Ardek: Danke! Wir sehen das als Kompliment. Ich weiß, das Leute dazu tendieren uns mit einer Menge, wie z. B. den Bands, die du genannt hast, zu vergleichen. Das ist cool auf der einen Seite (wie dein Beispiel), aber manchmal finde ich den Vergleich ein bisschen zu flach oder gegenstandslos, bedeutungslos. Ich weiß nicht, was dieses Symphonic oder Melodic Black Metal-Genre ausmacht. Ich denke, Black Metal mit Keyboards wird bei einigen Leuten immer noch als kontroversen Gegenstand gesehen. Vielleicht ist es sicher, „sichere“ und schnelle Vergleiche zu ziehen. Du kannst uns in gewissen Punkten mit DIMMU BORGIR vergleichen, aber ich denke, wir benutzen unsere Instrumente auf sehr andere Art und Weise. Wir mögen sehr melodische, dramatische Gitarrenlinien in unseren Songstrukturen, kombiniert mit detaillierten und beschichteten orchestralen Keyboard-Arrangements. Ich sage immer, dass Seregor seine Gitarre mehr wie ein Piano spielt (die besonderen Intervalle und melodischen Strukturen in einigen Gitarrenparts, das lange in „Phobic Shadows And Moonlit Meadows“ beispielsweise). Wir mögen unsere Art uns an Songkonstruktionen zu nähern und möchten dies auch mehr und mehr in der Zukunft erweitern. Aber genug jetzt mit Vergleichen…haha.

Einflüsse, ich denke unsere Faszination für die Geschichten, die wir reproduzieren möchten, arbeiten an unserer Vorstellung, die die konkreten Ideen und Musik für CARACH ANGREN lenkt. Natürlich mögen wir alle Metal, vor allen Dingen Black Metal und Avantgarde-Typen des Metals, aber auch Formen der klassischen Musik, Soundtracks und Bands, die nichts mit Metal oder Rock zu tun haben, haha. Ich denke, das wir drei überhaupt keine sehr engagierten Zuhörer sind. Wir hören uns Musik an, aber nicht auf extreme Art und Weise wie einige Leute.

Ich muss euch das fragen: ich habe auf „Phobic Shadows And Moonlit Meadows“ bemerkt, dass Seregor Folgendes sogar in deutscher Sprache singt:

„Hör‘ mir zu, dein Fleisch ist in meiner Welt verboten. Du sollst tanzen, im Schattenreich, dem Land der Toten. In Dunkelheit, in Finsternis und Einsamkeit.“

Die anderen Texte sind aber in Englisch. Hat es nur gut zu dem Song gepasst oder steckt mehr dahinter?

Seregor: In diesem Part ist die Lady noch nicht tot. Sie ist verflucht und wird in der Welt der Geister verweilen, wo das Fleisch redundant wird. Auch einer der Liebhaber in der Legende war ein Deutscher. Wir haben Französisch, Holländisch und Deutsch auf diesem Album als Sprache verwendet, aber das meiste wird in Englisch gesungen, ja.

Ich habe mich gewundert, wie es möglich ist so einen symphonischen und bombastischen Sound mit gerade mal drei Musikern hinzukriegen. Wo habt ihr „Lammendam“ produziert?

Seregor: Yeah, wir wurden das schon öfters gefragt. Wir mögen es nur volle und hektische Musik zu machen, denke ich. Ardek ist verantwortlich für das Schreiben der meisten Parts. Irgendwie investieren wir sehr viel Zeit da rein. Und nur, wenn wir damit zufrieden sind, dann ist ein Teil fertig. Ich bin sehr stolz auf diesen Aspekt. „Lammendam“ wurde im TidalWave Studio in Karlsruhe produziert. Patrick Damiani war dort unser Soundtyp. Wir hatten eine großartige Zusammenarbeit und er wusste sehr gut von unserer Art, Musik zu machen.

Auf der Promo-Edition von „Lammendam“ war ein „Making Of“ zu sehen. Ihr habt mit einem Session-Geigen- und Cellospieler zusammengearbeitet. Habt ihr noch mit weiteren Sessionmusikern zusammengearbeitet und wenn ja, wieviele waren darin involviert?

Ardek: Ja, du hast Recht. Der Geigenspieler Nikos Mavridis hat einen sehr tollen Job gemacht bei den Arrangements für „A Strange Presence Near The Woods“ und „Invisible Physic Entity“. Es war großartig ihn beim Spielen zu sehen und die verschiedenen Interpretationen für die gewählten Parts zu hören! Auch der Cellospieler Yves Blaschette (LE GRAND GUIGNOL) hat einen exzellenten Job gemacht, ein großartiger Typ und außergewöhnlicher Musiker. Auch unser Labelchef Philip Breuer (Maddening Media, Sänger in LE GRAND GUIGNOL) hat einen Furcht einflößenden Schrei auf „A Strange Presence Near The Woods“ zur Welt gebracht. Auch hat er den französischsprachigen Part auf „La Malediction De La Dame Blanche“ gesprochen, sowie auch ein paar Zeilen mehr zu dem Song beigetragen. Ein exzellenter Job und daher ein großartiger Beitrag für die Vielfalt des Albums. Nicht zuletzt, darf man Hye Jung vergessen, die die weiße Lady für ein paar Minuten auf dem Track „Hexed Melting Flesh“ wurde. Es war wirklich grandios zu sehen, wie ernst sie die Geschichte nahm. Sie hat sich wirklich in ihre Rolle vertieft.

Seregor spielt alle Gitarren im Studio selber ein. Wenn ihr live spielt, habt ihr noch Unterstützung von einem Bassspieler. Was ist der Grund, dass er kein konstantes Mitglied von CARACH ANGREN ist?

Seregor: Wir haben alles zu dritt möglich gemacht. Und es wäre undenkbar noch einen weiteren Einfluss in CARACH ANGREN zu haben. Wir sind sehr glücklich mit der Art, wie wir unsere Musik produzieren. Du solltest nicht an einer Formel werkeln, die schon funktioniert. Dennoch haben wir uns dazu entschieden, Brynmor für die Live-Bassperformances zu rekrutieren. Er hat sich uns noch vor Abschluss der Aufnahmen zu „Lammendam“ angeschlossen. Es ist besser für das Auge, mehr Charaktere auf der Bühne zu haben und der Bass ist immer ein grundlegender Teil in der Musik, der da sein muss.

Ihr habt auf einigen Festivals gespielt, meistens in den Niederlanden. Wie funktioniert eure Musik mit vier Musikern auf der Bühne? Ist es schwierig für euch, dieselbe klassische und symphonische Atmosphäre auf die Bühne zu bringen, weil ihr möglicherweise nicht alle klassischen Arrangements und Details wie in einem Studio spielen könnt?

Ardek: Ja, du hast schon Recht. Wir können nicht alle Arrangements live genau so spielen, aber das ist auch nicht unser Ziel während einer Live-Performance. Sonst können wir nur eine CD oder einen Computer mit verschiedenen Tracks benutzen, der auf einer konstanten Basis läuft, wie es einige Bands machen. Wir möchten die Energie auf die Bühne bringen, wie wir sie erfahren, während wir unsere Musik spielen und nach meiner Ansicht ist der einzige Weg dies zu Stande zu bringen, die Musik wirklich zu spielen. Ich muss sagen, das ich 90 % der Keyboard und orchestralen Arrangements live spielen kann. Ich bin sehr froh darüber. Du musst wissen, dass alle Keyboard-Parts und orchestralen Arrangements als gespielte Parts auf dem Piano entstanden. Erst später habe ich sie unterschiedlich geteilt, sie übereinandergelegt oder zusammengefügt. Neben den musikalischen Aspekten versuchen wir unsere Liveshow mit theatralischen Horrorelementen zu verfeinern. Dies kann schon und wird noch mehr sichtbar in unser persönlichen Präsentation, aber wird auch noch verfeinert mit der Hilfe der Bühnenelemente. Wir denken an alle Möglichkeiten und der Ablauf funktioniert schon hervorragend!

Können wir mehr Livegigs für die Zukunft erwarten? Habt ihr schon Pläne für eine Tour?

Seregor: Oh ja. Ihr könnt noch mehr Gigs erwarten, aber noch keine Tourneen. Wir haben ungefähr fünf Gigs in den nächsten zwei Monaten. Weitere werden noch folgen. Wir möchten eine theatralische Performance bieten. Eine gespentische Atmosphäre verleihen. Vielleicht werden wir auch mit Videoprojektionen in der Zukunft arbeiten. Momentan haben wir eine Menge mit Proben und der Vorbereitung für die Release-Konzerten zu tun.

Was sind eure Wünsche für die Zukunft mit CARACH ANGREN?

Seregor: So weitermachen wie bisher. Noch bessere Alben produzieren und CARACH ANGREN zu dem höchsten Level bringen!

Und die letzte Frage: wie würdet ihr CARACH ANGREN mit drei Adjektiven beschreiben?

Gespenstisch, theatralisch und furchterregend!

Ich wünsche euch viel Erfolg für „Lammendam“ sowie für die Zukunft. Ich hoffe, euch demnächst live zu sehen. Dank euch, Arlek und Seregor für das Interview. Die letzten Worte gehören euch…

Seregor: Vielen Dank für diese Fragen! Eines Tages werden wir uns sehen! Haltet eure Augen offen für „Lammendam“… und werdet verhext!

Galerie mit 22 Bildern: Carach Angren - Skaldenfest Open Air 2018
20.04.2008

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