Kate’s Acid
Wir haben einfach mitgemacht und hatten nicht die Absicht, einen neuen Sound zu entwickeln.

Interview

KATE’S ACID haben mit ihrem Comback-Album „Hellbender“ geliefert. Die Nachfolgeband von ACID schafft die Verbindung zur eigenen Vergangenheit und ist doch gleichzeitig ein Stück weit anders. Wir sprachen darüber im Interview mit Sängerin Kate De Lombaert. 

Cover Artwork von KATE’S ACID – „Hellbender“

Bitte erzähl uns, wie damals die Idee entstand, euch nach mehr als 35 Jahren wieder als ACID / KATE‘S ACID zusammenzufinden!

Alles begann wieder beim Keep It True 2010. Nach einer langen Zeit der Stille ging ich zum Keep It True, um einen Song zu spielen. Es war sehr aufregend. Wir spielten „Max Overload“ mit einigen Musikern aus Deutschland. Wir hatten noch nie zuvor zusammengespielt, daher war das etwas knifflig, aber wir haben es geschafft. Dort hat alles angefangen. Danach dauerte es etwa 10 Jahre, bis es weiterging. Niemand aus der Band ACID war daran interessiert, neu anzufangen, nur der Schlagzeuger (Anvill, bürgerlich Geert Ricquier, Anmerk. d. Verf.). Aber letztendlich hat das nicht geklappt, also suchte ich nach neuen Musikern, um neu zu starten.

Wie ist der rechtliche Status, was sind die Gründe für die Namensänderung zu KATE’S ACID?

In der Zwischenzeit hat der Schlagzeuger hinter meinem Rücken den Namen für sich beansprucht, um mich daran zu hindern, weiterzumachen. Aber ich glaube, er hat irgendwie vergessen, dass ich das Logo entworfen habe, also hat er einfach einen Namen beansprucht. Also habe ich das Logo angepasst und meinen Namen darüber gesetzt, und jetzt machen wir mit KATE‘S ACID weiter – das ist nur eine Formalität.

Hast du noch Kontakt zu den anderen ursprünglichen Bandmitgliedern von ACID?

Ich sehe die Jungs ab und zu.

ACID waren in den Achtzigern wirklich originell, eine der ersten Speed-Metal-Bands in Europa. Wie hattet ihr den Sound entwickelt, den ihr damals geschaffen habt?

Ich habe die Band nie als Speed-Metal-Band gesehen, für mich ist das Heavy Metal. Wir haben einfach mitgemacht und hatten nicht die Absicht, einen neuen Sound zu entwickeln.

Nach eurem dritten Album „Engine Beast“ im Jahr 1985 hattet ihr euch aufgelöst. Was waren damals die Gründe dafür?

Wir hatten unsere neuen Songs für das dritte Album und waren bereit, ins Studio zu gehen, bis auf den Schlagzeuger. Er sagte, er sei noch nicht bereit, um dann nach einer Woche Bescheid zu geben, dass er nun soweit wäre. Aber dann mussten wir über ein Jahr warten, um die Songs aufzunehmen, weil das Studio ausgebucht war, also waren wir alle ein bisschen enttäuscht. Unser Bassist T-Bone verließ die Band und wenig später auch der Gitarrist Demon. Wir hatten zwei Leute, die sie ersetzten, aber das war nicht mehr ACID, das Fundament von ACID war weg. Wir versuchten, neues Material zu machen, aber wie grausam kann es sein: Der neue Gitarrist und der neue Bassist planten, die neuen Ideen aufzunehmen, um sie für sich selbst zu nutzen. Das war also definitiv das Ende.

Hast du nach der Trennung jemals in einer anderen Metal-Band gesungen?

Am Anfang war ich sehr enttäuscht, es hat eine Weile gedauert, bis ich anderen Musikern wieder vertrauen konnte. Später habe ich in ein paar Bands gespielt, aber es war kein Heavy Metal.

2024 habt ihr das Live-Album „Blowing Your Ears Off“ veröffentlicht. War das auch der Anstoß für dich, definitiv als KATE’S ACID weiterzumachen?

Ja und nein. Der Auftritt beim Keep It True wurde aufgenommen, und als ich ihn mir anhörte, fand ich ihn ziemlich gut. Danach bat ich Jacky, den endgültigen Mix zu machen, und veröffentlichte ihn ein Jahr später bei High Roller Records.

Nun seid ihr für „Hellbender“ mit einer komplett neuen Besetzung zurück. Was waren die Gründe dafür, die Bandmitglieder erneut auszutauschen? Wie habt ihr die Neuen gefunden, warum habt ihr euch für sie entschieden?

Wir haben über ein Jahr lang versucht, mit den Jungs von KATE‘S ACID neue Musik zu machen, aber es hat nicht geklappt, und ich wollte neue Songs schreiben. Außerdem waren sie alle in anderen Bands und Projekten engagiert, und das ließ sich nur schwer unter einen Hut bringen. Also musste ich mich erneut auf die Suche nach neuen Mitgliedern machen, um weiterzumachen und die Musik live zu spielen, und ich glaube, ich habe die richtigen Leute gefunden. Die Zeit wird es zeigen, hahaha. Die Mitglieder der neuen Band sind: an den Gitarren Ruben und Sean, am Bass Dorian, am Schlagzeug Ash.

Wie verlief der Songwriting-Prozess? Wann und wie wurden die Songs geschrieben? Wie unterscheidet sich der Songwriting-Prozess heute von dem in der Vergangenheit?

Ich wollte neue Songs machen, also musste ich nach einer anderen Lösung suchen. Ich fand mit dem sehr guten Gitarristen Geert Annys (OSTROGOTH) den richtigen Partner. Ich kannte ihn zwar, aber wir hatten noch nie etwas zusammen gemacht, bis wir anfingen, ein paar Songs zu komponieren. Schon der erste Song, den wir zusammen machten, war ein Hit; wir hatten beide ein sehr gutes Gefühl dabei, also machten wir weiter und schrieben neue Songs.

Ja, es war anders: Wir haben mit ein paar Gesangspassagen und Melodien angefangen, später haben wir dann Geerts Idee mit meiner kombiniert und so sind die Songs entstanden. Zuerst haben wir einen Drumcomputer verwendet, der später durch echtes Schlagzeug von Ash, jetzt unser Schlagzeuger bei KATE‘S ACID, ersetzt wurde. Dann kam die Basslinie von Camilo dazu; die meisten Texte stammen von T-Bone (Bassist bei ACID), einige wenige auch von Ash. In der Anfangszeit musste ich den Gesang zu einem bereits vorhandenen Riff einfügen, deshalb passten die Texte nicht immer dazu.

Hast du auch alte Songs oder Ideen aus alten Songs von ACID verwendet?

Nein, diese Songs sind alle brandneu.

„Hellbender“ ist immer noch Old-School-Metal, dazu kommen einige Speed-Metal-Songs, aber nicht mehr so roh wie früher und abwechslungsreicher. Außerdem gibt es die Ballade „Air Raid“. Ist KATE’S ACID heute so etwas wie die gereifte Version von ACID?

Man könnte sagen, dass ich jetzt reifer bin. In den Anfangstagen hatten wir keine Erfahrung und waren alle sehr jung, als wir anfingen. Daher denke ich, dass der rohe Sound daher rührt – und ja, eine Art Ballade, warum nicht?

Was kannst du uns über die Albumaufnahmen und die Produktion erzählen?

Der Großteil der Aufnahmen entstand im Studio in Belgien, der Bass wurde von Camilo eingespielt und in Medellín, Kolumbien, aufgenommen, der Mix erfolgte in Berlin durch Jacky Lehmann, und das Album wird nun von High Roller Records veröffentlicht.

Wie fühlt es sich an, die alten Songs heute live zu spielen?

Ich spiele die alten Songs immer noch sehr gerne, aber wir brauchen auch Platz für die neuen Songs.

Vielen Dank für das Interview! Die letzten Worte gehören dir!

Viele Grüße an euch alle Metalheads, und ich hoffe, wir sehen uns irgendwo auf Tour, Kate!

25.03.2026

Geschäftsführender Redakteur (stellv. Redaktionsleitung, News-Planung)

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