Necrofier
„Nur durch Feuer ist echte Veränderung möglich.“

Interview

NECROFIER können mit ihrem dritten Album „Transcend Into Oblivion“ eine deutliche Weiterentwicklung verzeichnen und wagen sich zudem an ein Konzeptalbum. Sänger/Gitarrist Christian Larson klärt uns im Interview über die zugrundeliegende Thematik sowie die Einteilung der Songs auf und gewährt einen Einblick in seine wichtigsten Inspirationsquellen.

Necrofier – Transcend Into Oblivion

Hallo und Glückwunsch zur bevorstehenden Veröffentlichung eures neuen Albums „Transcend Into Oblivion“. Seid ihr aufgeregt und habt ihr schon erste Reaktionen erhalten? 

Wir sind sehr aufgeregt! Ein paar frühe Reaktionen gab es schon und sie waren alle sehr positiv. Ich bin gespannt was alle denken, wenn es diese Woche erscheint.

Eure ersten beiden Alben hatten noch viele dieser sehr schwedischen Melodien und Hooks, die an Bands wie DISSECTION und NECROPHOBIC erinnerten. Auf „Transcend…“ habt ihr das etwas zurückgefahren. Dadurch ist das Album etwas schwerer zugänglich, aber auch bissiger und es wirkt deutlich eigenständiger. War das ein konkretes Ziel, auf das ihr hingearbeitet habt? 

Ein Teil dieses Einflusses ist auch auf diesem Album noch vorhanden, aber ja, wir sind etwas brutaler geworden. Die Band entwickelt sich ständig weiter und wir wollten bei dieser Veröffentlichung etwas härter werden. Die Energie einfangen, die wir bei unseren Liveshows haben. Durch den stärkeren Einsatz von Synthesizern haben wir, denke ich, auch mehr Atmosphäre auf diesem Album geschaffen.

In dem Promo-Flyer nennt ihr einige spezifische Alben als eure Haupteinflüsse: „Lawless Darkness“ von WATAIN, „Slaughtersun“ von DAWN, die ersten beiden DISSECTION-Alben und MAREs „Ebony Tower“. Könnt ihr kurz zusammenfassen, was diese Alben für euch so besonders macht? 

DISSECTIONs erste beiden Alben haben mich auf den Weg gebracht, auf dem ich mich heute befinde. Ohne diese Platten würden wir jetzt nicht miteinander sprechen. Ich höre viel Heavy Metal, aber als ich DISSECTION zum ersten Mal hörte, hat es auf allen Ebenen bei mir Klick gemacht und die Tür zu so vielem mehr geöffnet. „Lawless Darkness“ war der nächste Schritt in der Entwicklung als großer Einfluss nach DISSECTION. Das Album fühlt sich außerweltlich an, existiert auf unserem Planeten, wurde aber auf einer anderen Existenzebene erschaffen. Für mich ein 10/10-Album.

„Slaughtersun“ ist rundum einfach ein unglaubliches Album. Die Melodien und die Dynamik haben mich stark beeinflusst. Ich höre viele Bands aus Trondheim, aber MAREs „Ebony Tower“ ist mit Abstand mein Lieblingsalbum der Nidrosian-Bands. Reine schwarze Magie. Niemand klingt wie sie, und die Songs versetzen dich in eine andere Welt und in eine Art Trance.

Ich höre viel vom WATAIN-Einfluss in den ersten drei Songs, aber je weiter das Album voranschreitet, desto breiter werden eure Einflüsse. Besonders zur Mitte des Albums hin schimmern auch EMPEROR und frühe ABIGOR durch, wenn auch mit reduzierteren symphonischen Elementen. Haben euch diese Bands ebenfalls beeinflusst und wie seid ihr beim Einbau von Keyboards/symphonischen Elementen vorgegangen? 

All diese Bands sind Einflüsse für uns. WATAIN sind eine meiner Lieblingsbands, also zeigt sich das natürlich in verschiedenen Teilen des Albums. In früheren Werken haben wir Synthesizer verwendet, aber eher im Hintergrund, und außerdem hatten wir im Studio nicht genug Zeit, um damit wirklich ins Detail zu gehen. Dieses Mal haben wir uns richtig hineingekniet. Wir wollten die Atmosphäre auf dieser Platte erweitern, und die Synthesizer bringen sie wirklich auf das gewünschte Niveau.

Das Album ist im Grunde in drei Akte unterteilt, die jeweils aus drei Songs bestehen. Kannst du uns etwas über das zugrunde liegende Konzept erzählen? 

Das Album handelt von einer luziferischen dunklen Nacht der Seele. Es ist in drei Teile gegliedert: Das Erwachen, Kampf, Aufstieg. Diese Teile entwickeln und verändern sich, während sie in den nächsten Abschnitt übergehen, begleitet von getrennten, aber verbindenden Zwischenspielen, die ihnen Raum zum Atmen geben. Nur durch Feuer ist echte Veränderung möglich. Es ist eine Mischung aus spirituellen und persönlichen Erfahrungen, die in dieses Album eingeflossen sind.

Wie habt ihr entschieden, welcher Song in welchen Akt kommt? Hattet ihr von Anfang an geplant, das Album in drei Teile zu gliedern und die Songs gezielt für jeden Akt geschrieben, oder war es ein eher lockerer Prozess? 

Der Kontext des Albums stand fest, bevor wir mit der Arbeit daran begonnen haben, und wir haben die Songs mit diesem Gedanken im Hinterkopf geschrieben. Es ist auf unterschiedliche Weise entstanden. Manche Songs wurden mit der Absicht geschrieben, in einem bestimmten Teil des Konzepts zu stehen und einige wurden erst im Nachhinein dem Teil zugeordnet, zu dem sie passten. Wir haben es später in drei Teile unterteilt, aber das Konzept war bereits in Ansätzen vorhanden, nur nicht so strikt unterteilt, wie es letztlich geworden ist.

Wie plant ihr, das neue Material in eure Live-Setlist zu integrieren? Werdet ihr an der Struktur des Albums festhalten? 

Irgendwann in der Zukunft werden wir das Album komplett live spielen, aber aktuell werden wir nur einige der neuen Songs zur Setlist hinzufügen.

Zwei eurer Mitglieder sind bei OCEANS OF SLUMBER aktiv und Semir ist kürzlich auch NEVERMORE beigetreten. Macht das die Planung und das Spielen von Konzerten/Touren mit NECROFIER schwieriger? 

OCEANS OF SLUMBER ist derzeit nicht aktiv, aber als sie es waren, war es manchmal etwas schwierig mit der Planung. Aber irgendwie wurde ein Gleichgewicht gefunden. Semir ist nicht mehr Teil der Band, daher betrifft uns das nicht.

Wie sehen eure Tourpläne generell aus? Habt ihr vor, nach Europa zu kommen? 

Wir spielen dieses Jahr ein paar Festivals und ja, wir sind diesen Herbst endlich in Europa! Das wird später im Frühjahr angekündigt. In Amerika ist noch nichts angekündigt, aber bald wird etwas bekannt gegeben.

26.02.2026

"Musik hat heute keinen Tiefgang mehr." - H.P. Baxxter

Exit mobile version