Ross The Boss
Ross The Boss

Interview

Tja, wenn man ein Interview mit ROSS THE BOSS angeboten bekommt, geht man davon aus, es auch mit, ähem, Ross, dem Boss, führen zu dürfen. Doch bei E-Mail-Interviews erlebt man dann eben auch schnell mal die Überraschung, dass nicht der erwartete Antwortgeber (auf den man blöderweise dann auch noch die Hälfte seiner Fragen ausgerichtet hat), sondern ein Bandkollege antwortet. Lest also selbst, was nicht Ross (der aufgrund einer Tour mit seiner anderen Band, THE DICTATORS, verhindert war), sondern Patrick Fuchs, seines Zeichens Sänger in Ross‘ aktueller Metalband, geschrieben hat:

Ross The Boss„New Metal Leader“ ist nun seit einer Weile draußen. Wie zufrieden seid ihr mit dem Ergebnis und den Reaktionen von Fans und Medien?

Klar, wir sind absolut zufrieden mit unserem Album. Es ist frisch, traditionell und vielseitig. Du findest klassischen Metal, Epen und ein wenig Rock’n’Roll darauf. Die Produktion ist organisch und lässt viel Raum für Ross’ charakteristischen Gitarrenstil.

Die Idee zur RTB-Band entstand beim Keep-It-True-Festival 2006. Die Band besteht aus Mitgliedern der deutschen MANOWAR-Coverband MEN OF WAR. Wie seid ihr damals eigentlich zusammengekommen und wer hatte die Idee, die RTB-Band zu gründen?

Das Ganze war eigentlich recht einfach: Oli Weinsheimer vom Keep It True hat Ross nach seinem Gastauftritt beim Earthshaker Festival 2005 gefragt, ob er nicht Lust hätte, eine komplette Show mit „seinen“ alten Klassikern zu spielen. Ross war natürlich begeistert und meinte nur „but I need a band“.
Da das KIT-Team uns über zwei Ecken kannte, haben sie uns angerufen. Wir mussten natürlich nicht lange überlegen 🙂
Dass wir dann letztlich zu einer Band wurden, war eine natürliche Entwicklung, da wir uns nicht nur musikalisch, sondern auch menschlich hervorragend verstehen. Es war letztlich Zufall, dass es einfach gepasst hat.

Die Titelgebung des neuen Albums, „New Metal Leader“, ist, sagen wir mal, sehr selbstbewusst. Was steckt dahinter?

Ja, das ist ein starker Titel! Der Titel geht auf einen spontanen Einfall von Ross zurück. Wir haben alle gelacht und wussten: Das ist es! Ein großer Titel, ein wenig Selbstironie und doch eine klare Aussage.

Logischerweise haben viele Leute das Album gleich mit den alten 80er-MANOWAR-Alben verglichen. Wie würdet ihr es mit ihnen vergleichen, insofern es sich denn überhaupt vergleichen lässt?

Gut, hierbei habe ich sicherlich ein anderes Gefühl als Ross, aber ich weiß, dass er Dir die gleiche Antwort geben würde: Das Album hat durch Ross’ Gitarrenspiel gewisse Parallelen zu den „alten“ MANOWAR. Ansonsten ist es natürlich die Musik einer anderen Band. Allein durch meine Stimme klingt unser Album schon anders als MANOWAR.
Wir haben nichts bewusst in eine bestimmte Richtung komponiert. Die Songs sind aus dem Bauch heraus entstanden. Ich finde, man hört einfach, dass wir unsere Songs nicht per mp3 über das Internet geschrieben haben, sondern dass hier eine Band im selben Raum gestanden hat.

Ich nehme mal an, dass ihr oft zu eurer Meinung über die aktuellen MANOWAR befragt werdet, deshalb lasse ich das mal sein. Aber was denkt ihr, wie würden MANOWAR heutzutage klingen, wenn Ross die Band damals nicht hätte verlassen müssen?

Definitv anders! Ross begreift die Gitarre neben dem Gesang als Hauptinstrument einer Metalband. Das war bei MANOWAR zu seinen Zeiten ja auch so. Die Entwicklung wäre sicher eine andere gewesen, wenn Ross noch dabei wäre – wobei es wie in jeder Beziehung Gründe gibt, warum sich Leute trennen: Differenzen.

Die meisten Leute kennen Ross aus seiner Zeit als Gitarrist bei MANOWAR, doch Ross spielte davor und später noch bei so vielen unterschiedlichen Acts. Fühlt sich Ross manchmal zu wenig respektiert für seine anderen Bands und Projekte?

Ross wird zwar einerseits als Gitarrist unterschätzt, dafür genießt er bei den Fans weltweit ein sehr hohes Ansehen, regelrechten Legendenstatus. Anerkennung bekommt er daher definitiv.
Aber ich weiß, was Du meinst: Es ist schon sehr ironisch, dass ein Musiker mit zwei Bands – THE DICTATORS und MANOWAR – Musikgeschichte schreibt und die jeweiligen Fans wissen von der „anderen“ Band zum Teil gar nichts!

Mit einer seiner frühen Bands, THE DICTATORS, wurde Ross die Ehre zuteil, am letzten Wochenende zu spielen, an dem das legendäre CBGBs noch geöffnet hatte. Wie war es für ihn, als einer der Letzten dieses historische Venue rocken zu dürfen?

Ich weiß, dass es Ross sehr viel bedeutet hat. Die DICTATORS haben oft im CBGBs gespielt und gehörten deshalb einfach zum CBGBs – genau wie die RAMONES oder die CRO-MAGS und viele andere auch.
Beim letzten ihrer beiden Auftritte kam Tommy Ramone auf die Bühne und hat „Blitzkrieg Bop“ – den allerletzten Song – gesungen. Das ist ein Stück Rock’n’Roll Geschichte.

Gibt es eigentlich irgendeine Lieblingslocation oder Lieblingsland zum Auftreten? Und gibt es irgendein Land, in dem ihr gerne mal spielen würdet?

Ich spiele überall gern, besonders im Ausland. Es ist immer beeindruckend, andere Menschen, andere Mentalitäten und Orte kennen zu lernen.
Ich würde sehr gern in Hamburg in der Fabrik spielen, weil der Club eine sehr eigene Atmosphäre hat. Der AN-CLUB in Athen ist uns allen wegen seiner grenzenlos euphorischen Fans in bester Erinnerung geblieben.
Mit meiner anderen Band IVORY NIGHT sind wir im März 2007 durch Peru und Ecuador getourt und haben dort ausnahmslos super Erfahrungen mit der südamerikanischen Metalszene gemacht: Die Fans dort lieben die Musik einfach!

In seiner langen Karriere hat Ross eine Menge Stile gespielt, wie Blues, Rock, Punk und natürlich Metal. Gibt es noch andere Stilarten, die für ihn interessant sein könnten?

Das Interessante an Ross ist, dass er einfach immer seinen Stil spielt, egal ob er nun in einer Punk-Band, in einer Metal-Band, oder in einer Blues-Band spielt. Er beantwortet diese Frage grundsätzlich mit „There are only two types of music – good and bad. I try to play good music“.

Wie würdet ihr die Rockszene der 70er mit der heutigen Szene vergleichen? Gibt es viele Unterschiede?

In der Rockszene der 70er waren natürlich wesentlich weniger Bands unterwegs als heute. Daher war es für die Bands einfacher, sich ein großes Publikum und einen Namen zu erspielen. Heutzutage ist das schwerer. Wenn man bedenkt, wie lange große Bands wie JUDAS PRIEST, IRON MAIDEN, SAXON, etc. schon unterwegs sind, ist es klar, warum es junge Bands sehr schwer haben sich zu etablieren: Es gibt die alten Helden immer noch, da ist das Verlangen nach neuen Helden nicht sehr groß.

Trotz der vielen Nebenprojekte: Hat die RTB-Band eine Zukunft? Wird es einen Nachfolger zu „New Metal Leader“ geben?

Klar, wir alle haben Bands neben ROSS THE BOSS. Ross wird hoffentlich immer mit den DICTATORS spielen, Carsten (Kettering – Bass) und ich haben mit IVORY NIGHT gerade die Single „Go Braves“ veröffentlicht und arbeiten an unserem dritten Album. Nur Matze (Mayer) ist exklusiver RTB-Drummer.
„New Metal Leader“ wird auf keinen Fall unser einziges Album bleiben! Wir haben bereits einige Songs für das nächste Album geschrieben und die zweite Jahreshälfte 2009 für die nächsten Aufnahmen eingeplant.
Wir sind eine Band – wir wollen live spielen und Alben veröffentlichen!

Galerie mit 16 Bildern: Ross The Boss - By Blood and Vengeance European Tour 2018
18.10.2008

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26.11.20metal.de präsentiertRoss The Boss - Tour of fire - 2020Ross The Boss, Burning Witches und TraumaKubana, Siegburg
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