6uality - Six Sells

Review

6UALITY ist ein Soloprojekt des ehemaligen Gitarristen der Berliner Black/Death Metal-Band Nachtschatten. Der Begründer Charly wollte, wie er selbst behauptet „sich kreativ auslassen“. Mit „Six Sells“ präsentiert er einen Mix aus Death Metal, Rock, Gothic und Elektro. Passend zum Bandnamen handeln die Texte von der bösen, sexuellen Ader in uns. Dazu gehört die Gier nach Sex und Gewalt, das berauschende Gefühl von Demut und Macht…Der Frontmann fungiert als Sänger, Gitarrist, Bassist, Keyboarder und Produzent seiner Musik. Diese Demo-EP ist bei Charly via Homerecording zu Hause entstanden, was wohl die schlechte Soundqualität erklärt. Das erste Lied hört sich „altmodisch“ an. Die Melodie weiß zwar zu gefallen, ist aber von der technischen Seite her gesehen recht primitiv. Die Stimme lässt trotz ihres eigentlich interessanten Klanges noch viel zu wünschen übrig und hört sich stellenweise einfach nur langweilig an…die ausgedehnten Gesangspassagen scheinen Charlys Vokalfähigkeiten zu überschreiten und erscheinen mir als aufgezwungen. In „Heretic Princess“ wechselt stimmliche Präsentation zwischen cleanen Formen und Black Metal-mässigem Grunting. Den instrumentalen Hintergrund zeichnen variable Töne aus, die mal progressiv, mal nach billigem Melodic Black Metal klingen. Der Mix ist schon abwechslungsreich, doch das Endergebnis hält sich im roten Bereich. „The Sun On My Skin“ lässt uns aber die Hoffnung auf die Besserung von 6UALITY nicht begraben. Charlys Stimme klingt tief und das tut dem Song gut. Geheimnisvolle Melodie…ausdruckskräftige Sprechsegmente…Töne, die einem Herzschlag ähneln und am Ende ein Schrei…Diese Elemente lassen die Leidenschaft sprechen & garantieren für reizende Atmosphäre. Ein komplettes Album folgt Ende 2002 und wird in einem renommierten Studio aufgenommen. Wenn 6UALITY das experimentelle Konglomerat aufgibt und sich mehr dem Rock/Gothic-Bereich widmet, was dem Musiker einfach besser gelingt, darf man gespannt sein. Bei diesem Demo kann ich aber einfach nur froh sein, dass es nicht über 20 Minuten ausgedehnt wurde.

07.07.2002
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