A Perfect Murder - War Of Aggression

Review

Gut zwei Jahre nach „Strength Through Vengeance“ erscheint nun das vierte Album des perfekten Mordes aus Kanada. Und darf man den Verlautbarungen auf der Homepage Glauben schenken, ist „War Of Aggression“ auch das letzte Album der Band, die in letzter Zeit immer wieder mit Besetzungsschwierigkeiten zu kämpfen hatte, und nun offensichtlich vor der Auflösung steht.

Bereits auf dem letzten Album schossen sich die Kanadier auf einen Mix vertrauter Elemente von Bands wie PANTERA, DOWN oder CROWBAR. Langjährige Kenner der Band müssen sich auf einige Neuerungen einstellen. Viel mehr als früher, als man sie noch eindeutig dem Metalcore á la CRO-MAGS zuordnen konnte, öffnen sich A PERFECT MURDER für Einflüsse aus anderen Genres. Southern Rock und Stoner erhalten gelegentlich Einzug, die Songs zeichnen sich durch viel mehr Melodien und vor allem Groove aus, als es auf den Vorgängern zu finden war. Nach wie vor gibt’s mächtig auf die Fresse, was schon der erste und gleichzeitig Titeltrack mit seinem SLAYER-mäßigen Riffs deutlich macht. Man sollte sich von dieser Hochgeschwindigkeitsnummer jedoch nicht täuschen lassen, denn in den folgenden Songs regiert weniger das Gaspedal, dafür mehr die Durchschlagskraft – Groove, Baby! Mit „Label Me“ kommt nochmal richtig PANTERA-Feeling auf, was aber für dieses Album eher eine Ausnahme bleibt, denn in den restlichen Songs halten sich diese Nähen (zumindest die akustischen, die geistigen wohl weniger) zu den alten Helden dezent zurück. Richtig fett kommen vor allem Songs wie „In Hell“ oder „Disconnect“, aber auch „Within“ und „Enemy Mine“.

Sänger Kevin punktet auf der 36-Minuten-Walze vor allem durch seinen variablen Gesang, und wagt sich weit über’s gewöhnliche Shouten hinaus. Das hört man beim schon erwähnten „Label Me“, aber spätestens für alle überdeutlich in der Akustik-Ballade „Fortunate Son“, wo er allein durch seinen Gesang eine Brücke zu DROWNING POOL aber auch frühere STAIND schlägt. Hört man auch eher selten von den Kanadiern.

Insgesamt wieder eine Scheibe, die mächtig Arschtritte verteilt, aber die Band von ihrer bisher spielfreudigsten und offenherzigsten Seite zeigt. Bleibt nur abzuwarten, ob „War Of Aggression“ der Abgesang auf sieben Jahre Bandgeschichte sind, oder ob sich die Jungs doch nochmal zusammen raffen.

18.07.2007
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