A Sun Traverse - A Sun Traverse

Review

A SUN TRAVERSE besteht zu fünf Sechsteln aus ehemaligen Mitgliedern der Death-Doom-Formation SATURNUS. Da liegt der Schluss nahe, dass sie sich auch mit der neuen Band musikalisch nicht allzu weit von ihrem alten Betätigungsfeld entfernt bewegen – wofür auch spricht, dass man sich ehedem weniger wegen kreativer Differenzen getrennt hatte, sondern eher wegen der Intensität der anvisierten Aktivitäten insgesamt. Klar, dass die selbstbetitelte Debüt-EP erst satte sieben Jahre nach dem Split erscheint…

Aber jetzt ist „A Sun Traverse“ da und zeigt, dass die Band nichts verlernt hat. Die Dänen bieten weiterhin schwelgerischen, melancholischen Death-Doom mit kernigem Grunzgesang – übrigens einer der Unterschiede zu SATURNUS: Michael H. Andersen growlt etwas zupackender als Thomas AG Jensen, etwas verständlicher, wodurch dem Gesang aber meiner Meinung nach diese bodenlose Tiefe fehlt. Ein zweiter Unterschied ist sicherlich, dass die Songs ziemlich schnell auf den Punkt kommen, wie im Falle des Openers „Still Shining“ sogar recht forsch gerifft sind.

„A Sun Traverse“ ist schwelgerischer, melancholischer Death-Doom

Gänsehautmomente finden sich auf „A Sun Traverse“ auch: „Dance, Darkness Dance“ entwickelt etwa ab der Mitte ungeahnte Emotionalität, und „The Autumn Of Fall“ besticht durch ein wunderschönes Orgelinterludium. Bleiben noch die beiden instrumentalen Zwischenstücke „The Meadow“ und „The Harvest“, die beide recht stimmungsvoll sind.

Insgesamt ist „A Sun Traverse“ ein gediegenes erstes Lebenszeichen, das Lust auf mehr macht. Vielleicht ist die EP noch keine durchgehende Offenbarung, aber das bisschen Luft nach oben werden die sechs Musiker mit dem ersten Longplayer auch noch ausfüllen können.

25.01.2017

- Dreaming in Red -

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