Adept - Death Dealers

Review

Vor ein paar Monaten haben mir bereits YERSINIA bewiesen, dass Schweden auch Metalcore bzw. Hardcore gut exportieren kann. Auch wenn die dortige Szene es schwer hat, so hat sie doch Qualitäten, die beachtenswert sind. Ein weiteres, wenn auch nicht ganz so deutliches Ausrufezeichen setzen ADEPT.

„Death Dealers“ soll erneut die melodische Hardcore Ecke bedienen und sicher auch ein bisschen aufmischen. Das gelingt zu Beginn auch richtig gut. Bereits der Opener „First Round. First Minute“ ballert in einer derart wuchtigen, ungestümen und verspielten Art und Weise aus den Boxen, dass man erstmal eine Minute-Pause brauchen könnte. Nichts da, mit „The Lost Boys“ geht es weiter im Takt von ADEPT: Der besteht aus viel Abwechslung und das in halsbrecherischem Tempo. Hier wird Hardcore mit ziemlich coolen Göteborg-Melodien vermischt und auch der ein oder andere Breakdown findet seinen Platz bei den Schweden. Danach stellt sich leider ein typisches Phänomen ein, ADEPT fabrizieren zwar Qualitätsarbeit am Fließband, doch der Überraschungseffekt der ersten zwei-drei Songs weicht Vorhersehbarkeit. Leider büßen ADEPT auch spätestens bei „Hope“ ein paar Sympathiepunkte ein, denn Clean-Vocals hätte „Death Dealers“ nicht gebraucht und da man sich hier auf die übliche, nicht sonderlich überragende, Gesangsleistung einstellen kann, wirkt das eher als unschönes Beiwerk.

Ansonsten ist „Death Dealers“ aber Qualitätsarbeit, die mit viel Freude produziert wurde und mit „This Ends Tonight“ noch mal einen ganz ordentlichen Schlusspunkt setzt. Trotz allem hätte ADEPT ein wenig mehr Rotz, ein bisschen mehr Ungestümheit und Rohheit sicher gut gestanden, die Voraussetzungen dafür waren wie geschaffen, leider gehen die Jungs in manchen Momenten zu sehr auf Nummer sicher und auch büßen so manche Songs durch die unnötigen Clean-Vocals etwas an Überzeugungskraft ein. Trotzdem, cooles Album, dass seine Hörer finden dürfte! Übrigens kommt „Death Dealers“ in limitierter Auflage auch als Digipack, bei der je zwei Songs als „Play-Along-Version“ enthalten sind, sprich: Es fehlt entweder ein Instrument oder die Vocals und ihr könnt dem Stück durch euer eigenes musikalisches Können noch einen kleinen individuellen Touch verpassen.

06.03.2011

Chefredakteur

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