Alive At Last - Anchors Aweigh

Review

ALIVE AT LAST sind wieder so ein Truppe, die auf ziemlich verlorenem Posten spielt. Denn ich bin wohl kein Einzelfall, wenn ich bei Begriffen wie Metalcore, Screamo und Hardcore/Metal erst mal einen müden Gesichtsausdruck bekomme und mal ehrlich, würden sich nicht immer wieder ein paar kleine Goldstückchen in diesem Meer aus austauschbaren Bands finden, könnte ich mir nicht mehr ein einziges Release aus diesem Genre anhören.

Dementsprechend hat das Quintett natürlich einen schwierigen Status, um auch nur mehr als eine Runde in meiner Anlage zu verdienen. Das kann man nur durch Qualität schaffen und zumindest ein Grundpotenzial für gutes Songwriting offenbaren ALIVE AT LAST auf ihrer Debüt-EP „Anchors Aweigh“. Persönlich geht mir aber die übertriebene Verwendung von klarem Gesang ziemlich auf den Geist, bedenkt man, dass lediglich mit einem wirklich guten Sänger gepunktet werden kann, war das hier von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Gut, natürlich gehen die Songs gut ins Ohr, daran haben auch die lieblichen Melodien ihren Anteil, aber so richtig mitreißend sind auch ALIVE AT LAST viel zu selten. Schlecht gemacht ist der Silberling dadurch trotzdem nicht, zwar angenehm zum Nebenbei hören, aber nicht viel mehr. Einzig der Titeltrack kracht mächtig aus der Anlage, fetter Moshpart, ziemlich guter Spannungsaufbau und endlich mal übertönt das Gesäusel nicht die ordentlichen Screams – ein zündender Song!

Es fällt mir generell mal wieder auf, dass ALIVE AT LAST nur dann wirklich zur Hochform auflaufen, wenn sie ihrer Wut freien Lauf lassen, denn das normale, etwas rockigere samt passablem, aber eben nicht überragendem Gesang ist viel zu vorhersehbar und dadurch völlig spannungsfrei. Wenn die Jungs sich mehr gehen lassen würden, wäre ich wirklich aufs nächste Release gespannt, aber von Süßholz raspelnden und Hose mit der Kneifzange anziehenden Kombos gibt es einfach mehr als genug.

28.07.2009

Chefredakteur

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